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Der Israelit · 1864-05-25 · Heft 21 (25.5.1864) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 21 (25.5.1864)
Date
1864-05-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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282 Hoffend, daß Ew. Heiligkeit, deren erhabene Gefühle für Gerechtigkeit und Billigkeit uns wohl bekannt sind, unsere Bitte günstig entqegennehmen wollen, haben wir die Ehre zu sein rc."! In Folge dessen hat der Patriarch den unten--! stehenden Hirtenbrief erlaffen:! Sophronios, von Gottes Gnaden, Erzbischof von Constantinopel, von Neu-Rom und Oekumenischer Patriarch. Sehr frommer Metropolitan von Smyrna, sehr ehrwürdiger Exarch von Asien, unser vielgeliebter Bruder und Teilnehmer unserer Niedrigkeit, Herr -Chrissanthos, und sehr ehrwürdige Demogeronten und Notabeln dieser Stadt, unsere vielgeliebten Söhne; möge die Gnade und der Friede Gottes über Euch walten. Wir haben zu unserm größten Schmerze durch die Mittheilung der ehrenwertheften Notabeln der isr. Nation dieser Stadt erfahren, daß trotz der bedauernswerthen Erreignisse des vorigen Jahres zwischen der isr. Nation und unsere Glaubensgenossen, die Verfolgungen gegen die Israeliten sich dennoch beim Herannahen des Osterfestes erneuert haben und daß sie durch einige griechische Christen Eurer Stadt beunruhigt werden. Indem wir Euch an unserm Mißvergnügen theilnehmen lassen, machen wir Euch auf gewisse Vorurtheile aufmerksam, welche der Treuen der Kirche von Smyrna unwürdig sind. Wir ermahnen Euch deßhalb, daß Ihr rechtzeitig Maßregeln ergreift, damit Ihr durch Eure Klugheit und Euren väterlichen und geistigen Einfluß auf die Christen Eurer bischöflichen Gerichtsbarkeit Gewaltthätigkeiten gegen die Israeliten verhindert, sei es durch während des Gottesdienstes zu verlesende Hirtenbriefe, fei eS durch andere wirksame Mittel, damit jede Feindseligkeit gegen die Israeliten unterbleibe. Ihr werdet den Leuten auseinandersetzen, daß solche Feindseligkeiten der Religion zuwider und den Staatsgesetzen entgegen sind, die ihren Schutz allen Staatsangehörigen ohne Unterschied angedeihen lassen. gez. Sophronios. Anzeigen. Aufruf. Die Nachricht von dem in London plötzlich erfolgten Tode des rühmlich bekannten Reisenden I. I. Benjamin II. hat sicherlich Alle, zu denen die Kunde gedrungen, schmerzlich bewegt. Die Unterzeichneten, welche dem Verstorbenen seit einer Reihe von Jahren näher gestanden, haben in ihm einen Mann von seltener Ehrenhaftigkeit und Biedersinn kennen gelernt. Wir können bezeugen, daß er in uneigennütziger Hingebung und opfervoüer Begeisterung sich seinen Reisezwecken, die er als die Aufgabe seines Lebens betrachtete, gewidmet und mit beinahe beispielloser Energie und Aufopferung gerungen, um nach besten Kräften den Interessen der Wissenschaft zu dienen. Vier Welttheile hat er bereist — von Hindoftan bis Vancomer-Jsland — ohne besondere Unterstützung von fremder Hand, auf seine eigene Kraft und seine eigenen Mittel angewiesen; — überall, wo es galt, für seine unterdrückten Brüder die Stimme zu erheben, da yat er nicht zurückgehalten. Seit Jahren war sein Streben, zu welchem Humboldt, Ritter, Petermann und andere Gelehrte ihn ermuntert, darauf gerichtet, noch ein Mal Arabien und . China zu durchreisen und gerade jetzt, in dem Augenblicke, wo er mit größter Aussicht auf Unterstützung I zu dieser neuen, gefahrvollen Wanderung sich anschicken! wollte, ereilte ihn der Tod und entwindet ihm den Wanderstab. Er ist dahingeschieden, bevor er erreichen konnte, wonach er sich seit l8 Jahren gesehnt, wofür er >6 Jahre lang Alles dahingegeben, was sonst des Menschen Herz erfreut — die Ruhe, das Familienleben. Uns liegt eine heilige Pflicht ob. An irdischen Gütern hat er nichts hinterlaffen. Für Weib und Kmd, an welchen sein Herz mit der innigsten Zärtlichkeit hing, sorgte er stets während seiner Reisen und reichte ihnen das Nothwendigste aus dem Erlös seiner Schriften. Er hoffte, daß nach dieser — durch den Nathschluß des Allerhöchsten vereitelten — großen Reise ihm Zeit und Gelegenheit bleiben werde, ihre Existenz dauernd zu sichern. Gott hat es anders gefügt und Weib und Kind sind zurückgeblieben, ohne von ihrem Gatten und Vater etwas Anderes zu erben, als sein ehrenvolles Andenken. Noth und drückende Armuth sind die Aussichten, die sich ihnen für die Zukunft eröffnen. Wir erlauben uns daher die Bitte, daß man sich der Hinterbliebenen Benjamins annehme. Mögen über-

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