Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 19 (11.5.1864)
- Date
- 1864-05-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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s. Jahrgang? 1» r Israelit. Ein ral-Orga« für das orthodoxe Zudenthum. Herauögegeben von V» Lehmann in Mainz. Mainz, den 11. Mai 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oefterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankoznsendrmg unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr p. c. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzuscnden. Inhalt: Leitende Artikel: Ein Hilferuf gegen den FanatiSmusfder sog. Reform. — Literarisches. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Mal»;. Frankfurt a. M. Alzey. Augsburg. Aus Ulm. Preußen: Bcrlin. — Oesterr. Katsrrst.: Aus Oesterreich. Preßburg. Krakau. — England: London. Inhalt der Beüage: ZeitungSmtthrichte» und Lmrrsp«idr,ze«: Oesterr. Kaiser st.: Eisenstadt. Prag. PLpa. Leitende Artikel. Cm Hilferuf gegen -rn Fanatismus -er fogen. Urform. Mainz, den 3. Mai. Einer der bedeutendsten Talmndgelehrten unserer Tage ist der Herr Rabbiner M. L. Mal bim; die von ihm edirten vorzüglichen Werke bilden eine kleine Bibliothek; wir wollen unter diesen nur sein jüngstes Werk „Hathora Wehamizwah" namhaft machen, das als eine Erklärung des Thorath Kohanim von einer enormen talmndiichen Gelehrsamkeit, einer wundervollen Kenntuiß unserer heiligen Sprache zeugt und bei der Erklärung jenes hochwichtigen Buches ganz neue Bahnen für die Anknüpfung der Tradition an das Schriftwort eröffnet. Dieser Mann, der alle hervorragenden Eigenschaften eines echten jüdischen Gelehrten besitzt, dessen Gottesfurcht die Grundlage seiner Weisheit bildet, ist das Opfer einer schändlichen Jntrigue geworden. Herr Rabb. Malbim ist aus der preußischen Provinz Posen gebürtig, und war ehedem in Kempen, in der genannten Provinz, Rabbiner. Der Ruf seiner ausgezeichneten Gelehrsamkeit durchdrang bald dre jüdische Welt, und so wurde er im Jahre 5618 als Oberrabbiner nach Bukarest berufen. Hier erwarteten ihn alsbald die furchtbarsten Kämpfe; von der großen Menge enthusiastisch verehrt, war er den sogen. Reformern, gegen die er stets energisch auftrat, ein Dorn im Auge. Hundertmal haben sie es versucht, ihn zu stürzen; doch jeder Versuch scheiterte an der begeisterten Liebe der Mehrzahl der Bukarester Israeliten, die stets bereit waren, den geliebten Rabbi mit ihren Leibern zu decken und für seine Ruhe und Sicherheit ihr Leben hinzugeben. Jetzt aber haben die Verfolger ihr Ziel erreicht; der furchtbare Fanatismus der sogenannten Reformer ruhte nicht eher, bis daß sie ihre Wuth an dem Manne ausgelassen, der ihren Plänen zur Vernichtung und Zerstörung der Religion bisher so kraftvoll nndmuthvoll entgegengestanden. Am 18. März (inr 'e p"vp) drangen Bewaffnete in das Hans des Herrn Rabbiners, verhafteten ihn und führten ihn gefangen weg; weinend und jammernd umringte das Volk die Rabbinatswohnung, schon wollte man sich der gewaltsamen Wegstihrnng widersetzen, da ließ der Anführer der Polizisten, dem eine Compagnie Soldaten beigegeben war, scharf einhauen, so daß mehrere Verwundungen vorkamen. Die sogen. Reformer hatten nämlich den