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Der Israelit · 1864-05-04 · Heft 18 (4.5.1864) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 18 (4.5.1864)
Date
1864-05-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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234 JudentHurrr einzirkleide». Jedes Mittel ist Dir heilig, Lüge, Verdrehung, Hebertreibung, Entstellung, wenn es nur DerNem Zwecke dient, Deine« Todfeind/ das Judenthum zu verläumden, dem Hohne und der Verachtung preiszugeben. Du weißt, was man früher einen -Dw nannte, tritt vor den Spiegel, und Du siehst einen, wie er leibt und lebt. Das nun ist es, was mir Dein elendes Machwerk als Stoff zu dieser Antwort bietet. Wahrlich, Du hättest Dich auch Ham an Ha-Agagi nennen dürfen, denn, was Du sagst, ist zusammengesaßt nichts als das Wort desselben: ^>22 O'L'Z, ^2.1 rim 2^ Ester 3, 8. Wie Ham an trittst Du vor das Publikum hin und sagst: „Diese Juden haben Gesetze, die sie ewig von allen Völkern trennen, die sie hindern, treue Bürger zu sein, am Baue der Civilisation zu arbeiten, es ist nicht des Staates Nutz sie zu dulden, rortst das Judenthum oder die Juden aus." Dein Pamphlet ist die zweite Auflage des jüdischen „Schlangenbalgs."*) Eindruck erwartest Du? Ein Schrei der Entrüstung geht durch Württemberg; eine Sache, die mit solchen Mitteln vertheidigt werden muß, derenEnde kann nur eine Frage der Zeit sein, das ist der Eindruck Deiner Antwort. Nicht gegen mich, gegen Dich selbst hast Du geschrieben, kräftig, wie ich es nie vermocht; Alle Deine Bomben treffen über das Ziel hinaus, oder platzen vor Deinen Füßen." Die Raumverhältnisse dieser Zeitschrift gestatten uns nicht, den ganzen kernhaften Inhalt dieser Broschüre mitzutheilen; um aber die allgemeine Aufmerksamkeit auf sie zu lenken, wollen wir noch Einiges vou allgemeinem Interesse mittheilen: „Du sagst, die Oberkirchenbehörde leite den Gottesdienst im Sinne des gemäßigten Fortschritts. Das, glaubst Du, sei eine schöne Redensart. Ich will vorläufig schweigen darüber, ob es in einer positiven Religion einen Fortschritt geben kann. Der gemäßigteste Fortschritt aber, und wäre es der einer Schnecke, entfernt sich immer mehr von einem Punkte und nähert sich einem Ziele; ich möchte nun wissen, von wo Du fortschreiten willst und wo die Grenze Deiner Reise sein soll. Gewiß eine bescheidene Frage. Was willst Du, vom Judenthum fortschreitend, hinter Dir lassen, wohin willst Du gerathen? Ich habe nicht immer geschlafen;**) ich habe auch hie und da die ZeKung des Judenthums gelesen. Diele berichtete einmal, daß auf einer Rabbinerversammlung ein gewisser Herr Kirchenrath sich in sehr höhnischer Weise über den *) So heißt eine bekannte, vor mehreren Jahrhunderte» erschienene Schmähschrift aus da» Judrnthum, welche ein Jade aus Aufhausen im Ries trefflich widerlegte. **) Der Gegner hatte Gab. b. Pf. vorgeworfen, er habe 2Ü00 Jahre geschlafen. Mangel an Aesthetik i« Hchofarblasen ausgesprochen, mch uur scheint es wirklich Ln eine Reformsynagoge ga? nicht recht pl paffen; derselbe Herr Kirchenrath hielt es für geeigneter, am Hüttenfefte Landesfrüchte in der Synagoge .aufzustellen, als die ausländischen Wer bürgt uns dafür — uns ist kein Zwei«., fel darüber übrig daß mau nicht einmcä anch^ßei kleinen Schritten dahin kömmt, diese geistreichen Hinfälle zu verwirklichen? Können wir, ohne Verräther Lu vnserm Heiligthume zu werden, zugeben, daß man von seinen Geboten fortschreite nach einem unbekannten Ziele? Auch mit den Piutim verhält sich's so. Gegen einzelne Stimmen stehen in zehnfacher Mehrheit die größten Autoritäten für die Piutim. Die Motive der vereinzelten Gegner waren aber, das ist zu beachten, ganz anderer Art, als die der sie willkürlich abschaffendeu Oberkirchenbehörde. Nun sprichst Du zwar sehr begeistert von der ursprünglichen Einfachheit der Gebete. Das meinst Du nicht im Ernste. Warum hat man denn diesem herrlichen Gebetbuch durch die abgeschmackteste aller Abgeschmacktheiten für Israeliten, durch das Gesangbuch, Coucurrenz gemacht? Warum sind Dir die 2'2O)2 in der Feder geblieben? Für einen Mann, der es „dahin gestellt" sein läßt, ob nach vielen tausend Jahren der.Messias komme, enthält das einfache Gebetbuch Dinge, die ihn sehr geniren müssen, die er, wenn er ehrlich ist, zu entfernen sich berufen fühlen muß. Wird man das nicht mäßig fortschreitend versuchen? Ein gewisser Herr Kirchenrath hat ein Gebetbuch geschrieben, das uns zeigt, wie man das einfache Gebetbuch noch vereinfachen müsse. Man sagt heutzutage oft, der Po werde an der Eidervertheidigt. Irr den Plutim vertheidigen wir und das, was Du 22m nennst; in der rü>vn vertheidigen wir die Thora selber: denn streicht ppn -1ON22 aus derselben, und ihr habt einen Satz der Thora gestrichen, 5. Mos. 30, 1—10, aber n"2 21V2 -D.i? Ich übertreibe nicht, wie etwa Du, die Verdienste der Oberkirchenbehörde, die Gefahren ihrer Beseitigung; es wächst ein Geschlecht heran, trotz der vorzüglichen Schulen, mit dem Man wird Alles anfangen, können. Darum fürchten wir eine die Religionsgesetze beliebig beherrschende Oberkirchenbehörde, selbst wenn sie' so heldenmüthig war, das Hamanklopfen abzuschaffen. Ich komme an eine neue infame Fälschung. Du sagst, „noch weniger als mit der Synagoge werdet ihr eure Absichten mit der Schule und besonders mit der Religionsschule erreichen." Darauf gibst D» eine grauenerregende Schilderung von den frühere« Schulen, mit der größten Uebertreibung, und willst 'Deine Leser glauben machen, ich hätte die Absicht, die Schulen auf den von Dir angegebenen schauderhafte» Zustand zurückzuführe«, während ich im Gegencheil

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