Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 15 (13.4.1864)
- Date
- 1864-04-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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5. Jahrgang >F IS kr Israelit. Ein Central-Orga« fiir das orthodoxe Audenthu' Herausgegeben von Di». Lehmann in Mainz Mainz, den 13. April 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Lhlr. p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Krankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr p. c. oder 6 fl. öfterreich, an die Expedition franko einzufenden. Inhalt: Leitende Artikel: Die vier Krlcbe am Sederadend. — Erklärung. — Bau jüdischer Armen - und Pilgrrwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland. Mainz. Worms. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. Aus Oberurgarn. — England: London. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Oesterr. Kstierst : Keeskem^t. — Donaufürftentbümer: Bukarest. Frankreich: Paris. Keuilleton: Das Buch der Bücher Eingesandt: Aus Oesterreich. Leitende Artikel. Die vier Kelche am Sederabend. 1. M. 12, 26. 27. Das Peßachopfer und die mit feinem Genüsse verbundenen Gebräuche waren darauf berechnet, die Aufmerksamkeit der Kinder zu erregen, damit ihre Fra gen den Vätern Veranlassung geben, sie über die hohe Bedeutung dieses Festes, über die Wichtigkeit unserer Erlösung zu belehren. Zum Ersätze der Opfer haben wir zur häuslichen Feier eine Festordnung, rmd einen Vortrag, n-uri, überkommen, welche geeignet sind, nicht nur die flüchtige Neugierde der Jugend, sondern selbst die ernstere Wißbegierde des Alters zu «wecken und z« befriedigen. Ehedem bildete die Feier des Peßachabends den , schönsten Punkt in dem häuslich-religiösen Leben des , Israeliten. Erinnert sich. Keiner mehr der Belehrung frommer Eltern, die ihm zu Theil ward, wenn er i während der Feier munter blieb und die üblichen Fraj gen richtig vorbrachte? Es dürste. Manchem noch bekannt sein, daß reiche Leute große Summen aus kostbare Gefäße verwendeten, die nur einmal des Jahres! an diesem Abende zur Schau gestellt wurden; aber! selbst der Arme bewahrte in seinem Schreine einige ' bessere Stücke, diesen Festabend zu verherrlichen. — Um so bedauerlicher ist es, daß der Sinn für diese schöne religiöse Feier immer mehr erkaltet. Diese Feier war es, die alljährlich das Haus des Israeliten l auf's Neue zum Gottestempel weihete und jeden Hausvater zum Priester, jedes Familienglied zum dienenden Leviten machte; darum war auch sie ganz besonders geeignet, im Herzen der Jugend Liebe und Begeisterung für die väterliche Religion zu entflammen. Wählen wir nun. um Einiges zur Wiederbelebung des für diese Feier erkalteten Sinnes beantragen, einen Theil dieser Feier, den Gebrauch der vier Becher, zum Gegenstände unserer Betrachtung; diese wird uns, indem sie uns tief in die Hauptgedanken unseres Festes einführt, zugleich zeigen, daß derartige von unfern Alten überkommene Gebräuche goldne Aepsel ' in silbernen Schalen sind, die nur verstanden werden j müssen, um den, der sie mit frommem Sinn übt, zu; belehren und zu erbauen (Vergl. Pleßner wip - S. 218 , TQiu pn S. 258.) Der Becher hat ln i der-heiligen Schrift eine höhere Bedeutung, als in j unserer genußsüchtigen Zeit. Er ist dort das Sinn- > bild des von Gott gelenkten menschlichen Schicksals, — für den Sünder Kelch des Verderbens, für den From-