Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1864)
- Date
- 1864-03-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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5. Jahr^ er Israelit. 13. Ein Central-Orgau für das orthodoxe Judenthuur. Herausgegeben von V». Lehmann in Mainz. Mainz, den 30. März 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr p. c. oder fi. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petit' ^en Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgan p. c. oder 6 ff. österreich. an die Expedition franko einzuscnden. Da bei der weite«, sich stets mehrenden Verbreitung unserer Zeitschrift fast täglich Nachbestellungen angemeldet werde», so ersnchen wir unsere geehrten Abonnenten beim bevorstehenden Beginne des nenen Quartals umsomehr um frühzeitige Erneuerung des Abonnements, da im verflossenen Quartale viele zu spät eingelaufene Bestellnugen nicht vollständig esfertuirt werden konnten. Inhalt: Leitende Artikel: UeLer Mische Erziehung. — Literarisches.— Die verschiedenen Angriffe auf die Existenz des positiven Judenthums. — Orthod.-isr. Bibelanstalt. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwobnungen in Jerusalem. — Unternehmen zu Gunsten der Falascha's. Zeitungönachrichten und E orrespoudevzen: Deutschland. München. Ulm. Mainz.— Oesterr. Kaiserst.: Wien. Wien. Pesth. Schütt-Szerdahely. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und.Corrrspovdeuzeu: Oesterr. Kai serft.: Wien. Wien. Brünn. Preßburg. M. Tberesiopel. — England: London. — Mainz. Feuilleton: Die Tenne des Arawna zu Jerusalem. — An Sir Moses Montefiore. — Abendandacht. — Blumenlese. Leitende Artikel. Urbrr jüdische Erstehung. Von Dr. 8. 8. Koiullvselieiii, Rabb.-Cand. Mainz, den 23. März. I. Jüdische Eltern. Ter echte Mische Glaube ist nicht blos Sache des Gefühls, er ist noch mehr Sache des Bewußtseins. Unsere Religion stützt sich weniger auf fromme Ideale und wurzelt um so fester auf dem Boden der frommen That. I Gefühle und Ideale halten den Anforderungen i des Lebens und der Wirklichkeit nicht immer Stand, i und weil sie in: Drange der menschlichen Thätigkeit entweder ganz vergessen oder auch nur vernachlässigt - werden können, tritt bei unserer heiligen Religion zui meist das Bewußtsim uno die lebendige That in deu Vordergrund; denn diese lassen sich, einmal zur vollen Geltung gebracht, nicht so leicht wieder zurückdrängen I oder gar bis aus die letzte Spur vernichten. Gefühle und Ideale, wenn sie nicht gleich bei dem ersten Zu- > sammenstoß mit feindlichen Elementen als ohnmächtige! Träumereien vergehen sollen, setzen stets eine gewisse , Lebensreife voraus, — das Bewußtsein und die lebeni dige That hingegen können schon frühzeitig in dem frischempfänglischen Geist des Kindes befestigt und ein-! heimisch gemacht werden. Gefühle und Ideale sind von der Außenwelt unabhängig, sie stammen aus der! irmern Welt des Menschen und entziehen sich aller i Regel und jedem Gesetz, — das Bewußtsein und die! lebendige That hingegen sind von den Dingen um uns her unzertrennlich, sie haben ihr Dasein der Anschau- > ung und der Erfahrung, überhaupt äußern Eindrücken zu verdanken und müssen stets der Regel und dem Gesetz untergeordnet werden. Der ganze Charakter unserer Glaubensinftitulionen, das ganze eigenthümliche Wesen unserer Religion erheischt von den Bekennern derselben lebendiges Bewußtsein und lebendige That. „mceMi — Im Beobachten und im Wirken manifestirl sich das