Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1864)
- Date
- 1864-03-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- Colmar 1× ep/1047872
- Rabat 1× ep/1045497
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165 genoffen müssen für ihn zahlen. Allen Liesen Leiden, Mderrvürtitzkeitett und Etdnldungen können sie nichts entgegensetzen, als stoischen Gleichmuth, und in diesem haben sie es auch wirklich so weit gebracht, daß selbst ein Zenv sie mit Bewunderung betrachten würde. — Trotz allen diesen Bedrückungen haben sie ein TaleNt, bedeutende Reichthümer zu erwerben, ohne den äußern Schein der Ärmuth abzuwerfen, entwickelt, und so verachtet sie in allen Städten Marokkos sind, so gehen doch alle Geschäfte von Bedeutung nur durch ihre Hände. Sie sind Kaufleute, Dollmetscher, Steuereinnehmer, Zollbeamte, Geheimschreiber, Münzmeister, Intendanten, Konsuln der europäischen Mächte, und üben selbst in der Regierung oft große Gewalt aus. Auch alle nützlichen Handwerke werden von ihnen betrieben, und sie sind die einzigen Schmiede, Goldarbeiter und Juweliere des Landes. Sie müssen jedoch schweres Schutzgeld bezahlen, und sind trotzdem allen Mißhandlungen, Erpressungen und Plackereien ausgesetzt; ja sie müssen sogar öfters darauf gefaßt sein, daß die marokkanische Regierung, wie es schon öfters der Fall gewesen ist, um ihre aufrührifchen Truppen zu bezahlen oder zu besänftigen, sie der Plünderung derselben preisgibt. Es sind nur wenige Städte im Sultanat Marokko, wo nicht die Juden zeitweise von solchen Erpressungen zu leiden hatten, doch eine so schaudereregende Plünderung der Juden, wie solche der Sultan Mulei Jazed im Jahre 1790 zu Tetuan anordnen und vollziehen ließ, ist in gleichem Maaße nicht wieder vorgekommen. Bei der Unwissenheit, iN «Mer die Mehrzahl aufwächst, Änd bei LÄr Drucke, unter welchem sie sämmtlich leben, ist es mcht zu verwundern, daß fast Me, mit Wenigen Ausnahmen, furchstam, kriechend, schlau und gewinnsüchtig sind, nichts destoweniger hkbÄr sie viele gute Eigenschaften und viele Christen, die durch Schiffbrüche in die Hände derMäüren, Berber und Riffpiraten geriethen und ein trauriges Sklavenleben vor sich sahen, haben nurjüdischen Familien in Tetuan, Tanger, Rabat und Marokko Leben und Freiheit zu danken. Die Sucht nach Gewinn, und die Gewißheit, Reichthümer erringen, und diese, wenn auch nur heimlich, im Kreise der eignen Familie genießen und sich derselben erfreuen zu können, läßt den marokkanischen Juden alles Ungemach ertragen, und Pananti erhielt, als er einen Juden in Marokko fragte, wie er Noch in einen: Lande leben könne und möge, in welchem er solchen Druck schulden muffe, die Antwort: »Ja, es ist wahr, man steht hier viel aus, aber man verdient doch auch was Rechtes!" So ärmlich auch in der Regel die äußere Erscheinung der Juden in den Staaten der Berberei ist, so dürftig, elend und oft zerfallen die Häuser ihrer Barrios sind^ so reich sind mehrentheils die innern Gemächer ihrer Wohnungen ausgeschmückt und die Tracht der Bewohner selbst, namentlich der Frauen, ist elegant, malerisch und kostbar. Anze Israelitisches LandelsinMut L Wnsionat 40 6bau8L6e ck'Lttsrbaek. Die Unterrichtsfächer sind: gründlicher Unterricht in Religion und Bibel, deutsche, französische und englische Sprache in gleicher Berücksichtigung, Handelscorrespondenz und Buchhalten in den drei Sprachen, Handelsrecht. Staatsökonomie, kaufmännisches Rechnen und höhere Mathematik, Handelsgeographie, Welt- und Völkerkunde, Naturkunde, Schönschreiben, Zeichnen u. s. w. Nähere Auskunft ertheilen auf briefliche Anfragen der Direktor, sowie die Herren Or. Löb, Großrabb. von Belgien, J.R Bischofsheim, Senator, Stadtrath, Direktor der Nationalbank rc., L-Lassen, Präsident des israel. Consistoriums, I. Oppenheim, j i g e n. Provinzialrath, Vicepräsident, I)r. Schwarz, Rabb. in Köln. Direktor L. Kahn. Eltern oder Vormündern isr. Consession, welche geneigt sind, ihre Töchter in eine vorzügliche Erziehungsanstalt zu schicken, erlaubt man sich zu empfehlen: das israelitische Pensionat der Fräulein zu Colmar, äspartswevt Haut-Rbiu in Frankreich. Dieses Pensionat steht unter der Aufsicht des Hrn. Oberrabbiners Klein zu Colmar und des israelit. Consistoriums; es ist von der kaiserlichen Regierung concessionirt. Jede genauere Auskunft sind die Fräul. zu ertheilen bereit.