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Der Israelit · 1864-03-09 · Heft 10 (9.3.1864) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 10 (9.3.1864)
Date
1864-03-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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134 wüthigste Oppositiön gegen best grosieü Ä'endelsvhst'. Als nämlich die reindeutsche Sprache, durch die Thä-- tigkeit des Dessauer Philosophen, Gemeingut der jüdischen Nation zu werden begann, da hatten die armen Schulklvpfer einen gar bösen Stand. Ihren Ruf: „ist der Schule" wollten die nunmehr gebildeten; nach grammatikalischen Regeln redenden Juden nicht gelten lassen, ÜstV bestanden auf das Sprachrichtige: „in die Schule". Die Schulklopfer schrieen über diese Neuerung Zeter, UNd wachten, vielleicht im Vorgefühledaß es in Zukunft mit ihnen noch ärger kommen dürste, gewaltitzest Spektakel; und ich bin überzeugt, so schloß Or. I. die Mit der Harlekinskappe herausgeputzte Lappalie, daß sich, wenn der große Mendelsohn heutzutage noch ätnLeben wäre, hundertundsechzehnSchulklopfer Wohl zusammenfänden, die einen schriftlichen Protest gegen dessen Sprachreinigung sofort unterzeichnen würden." Dieser, hier in Kürze wiedergegebene Vortrag des Or. I., hat das Zwerchfell nur weniger Zuhörer erschüttert, während er bei den Meisten derselben einen hbchstpeinlichen Eindruck hervorbrachte. Die Pointe des von l-r. I. ersonnenen Mendelfohtt-Schulklopfer- Anekdötchens gipfelt in dem schriftlichen Proteste der HUNderiundsechzehn;*) es sollte dieses zur Persiflage der das Rundschreiben des I)r. Hildesheimer acceptirestden Rabbinen dienen. Wir fragen nun redest ehrbaren und unbefangenen Charakter — und' möge et auch zu welcher Partei immer gehören —: stempelt den Or. I. dieser Gaminstreich nicht zu dem UoL plu-; ultra eines rpLri? Nur die Insolenz eines I)r. I. vermag so hochgestellte Persönlichkeiten in gleiche Rangstufen mit Schulklopfern zu stellen! Doch, wir wollen den Vergleich nicht sinken, sondern ihn, trotz der von k>r. I. beabsichtigten Schmähung, seinem vollen -Inhalte nach gelten lasten. Die für den König-Messias emsteh'enden Rabbiner sind und bleiben Schulrufer, Schukklopfer und Armenbeherberger. Sie rufen zu *) Anm. der Rd.: Nunmehr 136! Schönl'rlm, stehen, als ifsiüe Zionswächier, auf der Warte und rufen ihren Mitbrüdern zu: ^Wachet auf und haltet euere Augen offen gegen den andrängenden, der. väterlichen Religion gefahrdrohenden Feind. Srö rufen zu S'lichothzur Versöhnung uno Beschwichtigung durch ihr stilles, bescheibenes und anspruchloses Verhalten, indem sie nicht gleich vr. I., durch demonstrative Herausforderungen auf der Kanzel, den Haß und die Zwietracht heraufbWwören. «Sie klopfen in Schul, indem sie das Volk zum fleißigen Besuche der Gotteshäuser aufforstern, ihm aber auch dahiü stets als Wegweiser vorangehen. Ihr Hammer ist das Wort — pdi-! 'in stip —, mit welchem sie an die starken Und schwankenden Herzen — die eigentliches Gotteshäusern schlagen, um jene zürn Äüsharren üstv diese zum Erstarken zu veranlassen. Sie klopfen in Schul und ziehen die Menge herbei, "nicht um durch phrasenhafte Klopffechtereien zu flunkern unst zü glänzen, sondern um im Kreise der Andächtigen, zu,beten, täglich und wahrhaft zu sielen. Sie sirw gsier guch die den Ar men beherbergenden Schülklopser. In ihrem Herzen, ganz das Gegentheil des vr. I., findet der Unglückliche ein sicheres Asyl. Sie trösten, helfen, schirmen sind schützest wie, wo und so oft sie nur können. Wackere Schulklopfeb das, die, im Dienste des Herrn, auf solche Weise rufen und klopfen!*) Die Bezeichnung .„Schulklopfer" ist für die gesetzestreueu Rabbiner höchst ehrenvoll, und verspricht in Zukunft recht populär zu werden; populär schon darum, weil sie dem vr. I. einen eingetragen. *) Vor circa 100 Jahren lebte in Frankfurt a. M. ein herporragender Thalmud - Gelehrter, R. Jakost,Schameß in der M'tellung, die sein «raxnoinsi» bkMchNet. Als ihm die seinen großen KeNntiiissen entspreHkndc Stellung eineH Nirbbinatsasseffstrs (s'i) angeboten wurde, nahm er diese erst nach langer Weigerung ükd nür unted der Bedingung an, daß ihm die Function des /, Schulklopfens " verbleibe. Der Edle konnte es nicht über sich gewinnen, auf, die zu verzichten, die darin liegt, die Andächtigen zum Gebete zu rufen. — Red. An; e Verzeichnis der bei Psikidim und Ämar^plim re. reftv. zu Amfterdam bis 17. Ädar I. Februar) SSS4 eingegangenen Gaben für die neue Synagoge rn Jerusalem. Ahlen, von Herrn Philips Roos . Thlr. 5. — Alkmaar, durch Hrn. Aron Prins Azn. fl. 9. 60 Amsterdam, vorläufig „ 590. 77 Bolsward, durch den Vorstand : 3. 50 vonD. V. Motto 'stpLvZ i'Oii Lnrrst yvv ,, 1. 48z Boxmeer, durch Hrn. I. Jacobs . Brielle, durch Hrn. A. L. van den Berg „ 6. — ,/ 5. 55 Cassel, von Hrn. L. I. Wallach „ 2. 47 Cvevorden, durch den Vorstand ,, 1. 65 Delft, durch Hrn. N. Rubens . . „ 5. 75 t ge«. Delfzyl,. durch Hrst V. I. Göldsmit „ 3.15 Dordrecht, durch Hrn. A.Zadöks u. A. Nordsin . . . . . „ 5. — Düsseldorf, von Hrn. Israel Boos Thlr. 5. — Einst Hoven, von N. N.fl. 1. 48z älkenburg,dnrchHrn.L.EppenheimThlr. 2. — eertruidenberg, durch Hrn.Jacob S. Kalker..fl. 1. 10 Gvrredyk, durch Hrn B. M. Schaap, von drei Vereinen . . . „ 4. 2 Gorinchem, sturch Hrn. B. Leviston „ 12. 98z Groningen, durch Herren I Oppenheim, Szn u. I. N. Polak „ 9. 25z durch Hrn. M. Outs u. Hart . . „ 4. 75 von N. N. Z.. — 50

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