Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1864)
- Date
- 1864-03-02
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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123 Er duftet noch in späten Tagen, Ihn ziert sin freundlich Jrmnergrüv. Damit die Dichtung sich ergieße In unsrer Jugend fromme Brust, Daß sie der Alten Wort begrüße In heiliger, geweihter Lust: Ließ er der Weisen „Stimmen^)" schallen In deutscher Sprache klar und rein, Im deutschen Kleid «die Sprüche 4)" wallen In Israels Hauser fröhlich ein. Dem, was einst Jischais Sohn gesungen 5), Was Salomo gefühlt so tief, Was aus Jesajas Mund erklungen, Was mahnend Jeremias rief, Den Worten anderer Propheten Schuf er ein edel, deutsch Gewand, Und dafür, was wir täglich beten 0) Ein schwermetallen Wort er fand. Er war es, der das Wort gegossen In eine liebliche Gestalt, Das Paietanen einst entflossen ^), Noch heut an unsren Festen schallt. Ja, er hat bei dem geist'gen Mahle Uns Allen, Allen hingereicht Den saftigen Kern in einer Schale, Der jede deutsche Schale weicht. 3) S. Stimmen am Euphrat und Jordan. 4) Talm'idsprüche mit Vorhergehendem vereint. 5) S. Psalmen besonders, und in der Bibel von Zunz. (S. die Einleitung.) 6) S ^idur. 7) S. Machsor. Klag. Israel, um dein Krone, Arid dSmnk rüchß der Zühren Muß; Der Tod gab deinem theuren Sohne Den schaurig kalten Eiseskuß. Sein Herz war von der heiligen Flamme Für edle Geistesfrucht genährt, Sein Herz hing an dem alten Stamme, Verließ nicht feig den Heimathheerd. Nicht neuen, abgeblaßten Formen Hat er sein Denken angepaßt, Die allen lebensvollen Normen Hat er im rechten Geist erfaßt. Für sie trat oft er in die Schranken, Für sie schwang er des Geistes Speer, Kein Gegner brachte ihn zum Wanken, Fest stand er, wie ein Fels im Meer. Er starb. — Wer wagt's, mit Gott zu rechten, Der den Entschlaf'nen einst geweiht, Um hier die Wahrheit zu verfechten Mit Jugendmuth im Geisterstreit? Von Lorbeerkränzen dicht umwunden, Verließ er seiner Thaten Feld, Und Israel kann es stolz bekunden: „Der Kränze würdig war der Held." Er starb, — ein Greis an edlen Thaten, War seiner Jahre Zahl auch klein, Laut zeugen seine Geistessaaten Von seinem Streben, ernst und rein.- Sah'n wir auch früh in's Grab dich senkm. Die Blume welkt, das Gras verdorrt, O, theurer Mann! dein Angedenken Frisch lebt's in Israels Herzen fort. Breslau. llerrmLN» ^Varsodsner. Anzeigen. SsnSsIs-Illstitiit Bsdrslotk uriä HuterriedtsMSldväs äor kraxig au- A6va«886v. SeSDÄlLtl« Lnr Lokolx. krospeets sinä lroi Lxpoäitiou älsses Blattes gratis Lu Kaden. ie Gemeinde zu Wallertheim (Großherzogthum Hessen) sucht einen noch unverheiratheten Lehrer sofort anzustellen. Der fixe jährliche Gehalt beträgt nebst freier Wohnung, Heizung und Emolumenten 220 fl. Bewerbern, die im Französischen unterrichten können, wird außerdem für ein Nebeneinkommen von 100 fl. und solchen, welche zur Uebernahme der Schächtersunktionen befähigt sind, für weitere 70 ff. garantirt. Der Vorstand: Ludwig Deckhardt. in Lehrer, welcher auch im Talmud und in einer fremden Sprache unterrichten kann, findet bei Gefertigtem ein jährliches Engagement. Gehalt fl. 200 ö. W. nebst völlig freier Station. Derselbe hat blos einigen Kindern Unterricht zu ertheilen. Bewerber wollen ihre Zeugnisse bis zum halben März einsenden an Ignatz Kronberger, Hausbesitzer in St. Pötten.