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Der Israelit · 1864-03-02 · Heft 9 (2.3.1864) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 9 (2.3.1864)
Date
1864-03-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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ISS Tracht. Jetzt hat, wie dem Dr. I. aus Warschau gemeldet wird, mit einem Male die Polizei dieses Ukas sich wieder erinnert, und diejenigen Juden, welche jeue Tracht trage«, werden seit emige« Tagen in den Straßen verfolgt, eingefangen und ihnen mit Gewalt die Lochen abgeschnitten, oder irgend ein Theil ihres Anzugs abgerissen uud im Schmutze des Rinnsbocks umhergezerrt. (Wir dürfen wohl mit Bestimmtheit annchmen, daß diese Dinge ohne Wissen des hochherzige« Mörsers Alexander II. geschehen; es wäre daher wohl angemessen, wenn einflußreiche Glaubensgenossen m England und Frankreich sich dieser Angelegenheit annchmm möchten. Die Red.) Amerika. San Francisco, im Januar. Seit dem Jahresanfang erscheint hier eine neue jüdische Zeitschrift Sekrvv« (der Hebräer), halb in englischer, halb Ln deutscher Sprache. Telegraphische Depesche. London, den 26. Febr. Sir Moses Monte fio re meldet durch den Telegraphen, daß er am 17. Februar glücklich nach Gibraltar zurückgekehrt ist. Er hat in Marocko ein kaiserliches Edict erlangt, welches G. s. D. Alles verwirklicht, was nur gewünscht werden konnte. Die Übersetzung des Edicts erfolgt per Post. Feuilleton. Den Mauen des ehrwürdigen Rabbinen (g«H. den 31. Ja». 18K4 in Berlin). Der Schlag ist hart, — groß ist die Wunde, Arid Keinen gibt es, der sie heilt, HM ihr gehört die düstre Kund-, Daß ihn der jähe Tod ereilt? Jeschuruns duftgesüllte Blume Ward rasch geknickt vom Windesrveh'n, Sie blühte schön und uns zum Ruhme; Von wem ward sie nicht gern gesehen? — Wem war er unbekannt, der Meister Des Wortes, der Gedanken Held? Der Lehrer, der die schlaffen Geister Geführt in der Erfrischung Zelt? Wie wußte er den Kranz zu winden Um Sabbatbraut und Festeszeit! Wie mit Begeisterung zu künden Von Sternen der Vergangenheit! Ery frommer Priester ist entrissen Der hehren Wissenschaft Altar. — Wie wird sie ihn so schwer vermissen, Den Helden in der Heldenschaar! Des Alterthumes Brauch, Gesetze i) Hat er durchschaut mit Seherkraft, Und seiner Forschung reiche Schätze, Von Schlacken rein, an's Licht geschafft. In Spaniens frommen, heil'gen fandest, Des Fanatismus Felsenthron, Sind einstmals Dichter uns erstanden, Ihr Singen war ihr reicher Lohn. Ihr Geist durchbrach der Zeiten Schranken, Des Mittelalters düstre Norm, Sie gossen himmlische Gedanken In eme edle Künstlerform. Was dort der Dichterchor gesungen, Den Sinn gerichtet himmelwärts, Wie ist so lief hineingedrungen Des sprachgewaU'gen Meisters Herz?)! In einen kunstgefügten Rahmen Schloß den Gedankenschatz er ein. Was er gewollt? Der Dichter Namen Hochwallender Bewund'rung weih'n. Dort wo das Bett des Jordan träumet Bon Israels emst'gem Strahlenglanz, Wo dumpf der Euphrat tobt und schäumet, Dort flocht man einen dust'gen Kranz. Es war ein Kranz von sinnigen Sagey, (?) Des Volkes Weisen wanden ihn, 1) Sachs Beiträge -ur Wissenschaft des AkterkhumS. 2) Sachs Religiöse Poesie der Juden in Spanien.

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