Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1864)
- Date
- 1864-03-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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114 Literarischer Bericht. Amirah le b eth Jaacob, enthaltend die drei besonderen Pflichten jüdischer Ehefrauen, Nidda, Challa, Hadlakah. Nach dem Rituale bearbeitet und ins Deutsche übertragen von S. B. Bamberger, Distrikts-Rabbiner zu Würzburg. Zweite, durch einen Anhang, die Vorschriften über Melicha enthaltend, vermehrte Auflage. Fürth, Druck von I. Sommer, 5624. Aus den reichen Himmelsschätzen der göttl. Gebote für das vorzugsweise zum heiligen Priesterdienste im Tempel der jüdischen Häuslichkeit bestimmte weibliche Geschlecht leuchten insbesondere drei strahlende Kleinodien hervor, die zum Lebensborne und Segensqueü, zum Füllhorn aller himmlischen Heilsblüthen und Segenssaaten aller israel. Häuser und K reise bestimmt und erkoren sind: Nidda, Challa und Hadlakah; diese, dem Himmelsquell der Offenbarung und dem hl. Hochgebirge der mündlichen Lehre entstammten Pflichten, diese sind die Lichtgarben, die der berühmte, hochgeehrte Herr Verfasser mit seiner längst bewährten Meisterhand in anmuthig deutschem Sprachgewandt in höchst uneigennütziger Weise, seinen Glaubens-Brüdern u. - Schwestern als treuer Lehrer des göttl. Wortes zur Beherzigung darreicht. Diese obengenannten drei heiligen Gottessatzungen drücken dem jüdischen Hause den Stempel des rein israelitischen Kreises auf ,-!O Wie herrlich siud deine Wohnungen Jacob; wie schön ist es, wenn durch Gottes Hülfe und den erleuchteten Sinn der Herrscher und Edlen des Volkes die dumpfen und engbegränzten Stuben in den Ghettos lichtvollen und geräumigen Wohnungen Platz gemacht, diese auch noch israel. Wohnungen genannt zu werden verdienen, wenn die Sonne der Religion in sie ihre belebende und erwärmende Strahlen gießt. Diese vorzüglichsten Pflichten, die drei köstlichsten Perlen in dem hl. Diadem der ll'wa r>w2, sind von dem benannten, in allen Zweigen der Wissenschaft als Gelehrten und ebenso als edlen Menschenfreund gleich hochberühmten Verfasser, in bündigen Worten erklärt und erläutert worden. Er, fast allein aus vielen seiner Collegen, hat es richtig erkannt, daß der Schwerpunkt unseres Heiles in der Belehrung des Volkes liegt, dem größtentheils die in unserer heil. Sprache abgefaßten Quellen der verschiedenen Religionspflichten bei dem jetzigen Stand der religiösen Volksbildung ein mit „sieben Siegeln" verschlossenes Buch ist. Die enormen Schätze des Wissens, die er mit rastlosem Mühen aus dm Gefilden von und v'pOis und aus dm fernen Lichtgestaden von unermüdlich gesammelt, die unschätzbaren Perlen, die er in der unermeßlichen Meerestiefe der jüdischen Literatur gewonnm, sucht er unermüdet in die Herzenstiefen seiner von ihm so aufrichtig geliebten Glaubensgenossen zu senken. Die 5000 Exemplare starke erste Auflage des in Rede stehenden Werkes ist nach Verlauf von wenigen Jahren vergriffen, und eine zweite nöthig geworden, was nach dem bescheidenen Sinne des Herrn Verfassers als Beweis dient, „wie zahlreich die jüdischen Ehen sind, in dmen noch wahrhaft religiöser Sinn und echt jüdisches Ehewesen in schönster Weise sich kundgeben"; während nach unserer Meinung der rasche Absatz dieses Werkes auch noch den eclatanten Beweis für die practische Brauchbarkeit desselben liefert. Schon gleich nach dem Erscheinen der ersten Auflage dieses Werkes urtheilte eine der bedeutendsten Capacitäten der Jetztzeit, Herr Di-. C., Folgendes über dasselbe: „Dieses Werkchen ist eine Arbeit, die sich nach meiner Meinung ein größeres Verdienst um das Judenthum erworben hat, als die gelehrten Arbeiten der modernen jüdischen Gelehrten alle zusammen. Nidda, Tebilah sind so hochheilige Gebote des Judenthums, greifen in sein innerstes Wesen hinein, daß, wer ihnen zur größeren Consoldirung in den Gemüthern verhilft, gewiß einen hohen Anspruch auf unsere Erkenntlichkeit machen darf; man muß nur aufmerksam in die jüdischen Häuser hineinsehen um zu wissen, wie arg es grade mit diesen Geboten steht und da, wo es sich um einen -dx handelt, sollte erst an das zarte Gewissen ästhetischer Splitterrichter (?) müssen appellirt werden, ob nicht gegen den schöngeistigen Geschmack gesündigt werde?" War nun die Beurtheilung der ersten Auflage dieses benannten Werkes schon eine günstige, so muß die vorliegende zweite Edition sich einer solchen in erhöhtem Grade erfreuen, da der verehrte Herr Verfasser nicht blos statt der früheren in unserer Zeit weniger bekannten rabbinischen — runni .-u-m — Schrift, eine gefällige Quadratschrift setzen ließ, sondern in dieser zweiten Ausgabe sein geschätztes Werk mit einer, den früheren ebenbürtigen, hochwichtigen Gesetzesbestimmung und zwar mit riii''?» bereicherte. Unstreitig ist auch dadurch einem recht fühlbaren Bedürfnisse für die Heranwachsende weibliche Generation, der das Heiligthum des häuslichen anheim gegeben, abgeholfen und wird durch dieses Supplement das herrliche israel. rimbv —— ripbiri — ni) — .ivr» — vervollständigt. Der Preis dieser beiden sehr hübsch ausgestatte- Lm Werkchen ist äußerst billig gestellt; sie kosten zusammen 7 Silbergroschen und das auch allein zu beziehm nur 2 Sgr., welches abermals evi-