Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1864)
- Date
- 1864-02-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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108 Befreiung und nach manchen widrigen Geschicken, die ihn noch Heini gesucht , zu Neichthum, Ansehen und Macht. — Auch die von den Eltern getrennten beiden Kinder finden alsdann durch ein anderes Näthsel — „da ihr Vater ein sehr verständiger, gelehrter Mann war, und er selbst das Näthniß erdacht und die Bescheidung darauf gestellt hat" — ihre Eltern wieder. — Wir werden vielleicht spater statt dieser Erzählung eine andere kürzere geben, welche die Verfasserin, wie sie sagt, ebenfalls zu demselben Zwecke der Belehrung und Ermahnung zu Gottvertrauen „dem muünr des lla^'rron nisbüi 6l' ^.brullam Herr lael.i'nar 8vbalitltai llailavi" (so heißt es an dieser Stelle richtiger und es ist offenbar U. barn l>. 8s1ialitbai 8o1wjült6l damit gemeiut, auch genannt u. Horn'its llrcklavi, Vers, des Lsritb des noenalin eie.; aü. Libliotll. Reor. Nr. 71) entnommen hat". — R ü t h s e l. Ein Vogel fliegt vom Himmel aus die Erde, Gar schnellen Flugs und ohne alle Beschwerde, Und hat doch keine Flügelein! — Und setzt sich aus ein Bäumelein, Gar hübsch und gar fein, In einem Lustgärtlein. — Er wendet und kehrt das Bäumlein hin und her, Man sieht den Vogel r immermehr. — Er kräftigt das Baumlem, bis es blüht die schönsten Blumen; Es Zieht an sich die Kräfte all', die es nur kann bekummen. Doch unversehens dorrt das Väumlein und wird ganz vergiftet, Der Vogel fliegt hinweg von ihm und schwingt sich in die Lüste. Hebt an zu singen und zu brummen: „Ei Du betrübtes Väumelein, wer hat die Kräfte Drr genummen? — Da Du sie gern gehabt hast, kannst Du sie nit bekümmere — Du hast sie bekummen durch mich, Verdorrest nun, was hilft es Dich?" — Auflösung. „Ter Vogel, der fliegt vom Himmel bis auf die Erde, ist die Seele des Menschen, und er setzt sich auf ein Bäumlein, das ist der Körper des Menschen, der einem Baume gleich aufwächst gar hübsch, grün und zweighaft (zweigig), in der Jugend, die geglichen ist (verglichen wird mit, altdeutsch) einem lieblichen Lustgarten. — Und der Vogel kehrt und wendet den Baum, das eben ist die Seele, die regiert, kehrt und wendet und macht gänglich (beweglich) alle Glieder; aber Keiner sieht den Oogol, venn die Seere lebt ja verborgen im Körper. — Der Baum zieht an sich alle Kräfte und verdorrt danach, das ist, daß der Mensch sich mit dem Seinigen nicht begnügen laßt, und will Alles, was er sieht, an sich ziehen, und verliert oft das Seine darüber, so daß das Unrecht das- Rechte frißt, — und unversehens stirbt der Mensch und verlaßt Alles hinter sich, da fliegt der Vogel fort und schwingt sich in die Lüfte, das ist eben wieder die Seele, und sie klagt auf (anklagen) den Menschen und sagt: „Weil (so lange als) Du gelebt hast, war Alles nit genug, und Du hast nit geruht, noch geschlafen, bis ich Dir gejagt Hab einen Neichthum, und itzund verdorrst Du mir und laßt (lassest) Alles hinter Dir, nun stirbst Du, was hilft es Dich, — oder mich!" — (Fortsetzung folgt.) Das Testament. (Nach dem Miorasch.) Von üvri'iNLMN IVai'kaliuuei' in Lieslan. (Schluß.) V. Vorüber war die Zeit der Trauer. — Zur Heimath eilte Naphtali. Im Schmerzgefühl, durchbebt von Schauer Betrat der weise Jüngling sie. Und mit des Vaters letzten: Schreiben Tritt vor die Richter er und spricht: „Ein einzig Kleinod soll mir bleiben, Und mehr als eins verlang ich nicht." „Von allen Schätzen, die ich kenne, Die meinem Vater einst gehört, Snmura ich als Theu'rsten nenne, Nicht unbekannt ist mir sein Werth. Drum blenden mich nicht Goldesblitze, Nicht Demairtstrahlen, hell und rein. Samura wühle ich Zürn Besitze. — Warum Samura? Seht ihr's ein?" Die Richter hören es mit Staunen, Das Testament wird Allen klar. Wer nennt's noch Denkmal kranker Launen? Man spricht: „Wie klug der Vater war! Es ward bestimmt zum einzigen Erben Samuras Herr, jetzt Naphtali, „Denn was die Sklaven auch erwerben, Nur für den Herrn erwerben sie." Samura hört das Urtheil füllen, Dem Richterspruche er sich fügt; Und seine Hoffnungen zerschellen Am Riff des Rechts, es hat gesiegt. Der süßen Freiheit süße Wonne Ward ihm zu Theil, der Treu' ein Lohn, Und Sebulons verglühte Sonne Ging ans in Naphtali, dem Sohn. —