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Der Israelit · 1864-02-03 · Heft 5 (3.2.1864) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 5 (3.2.1864)
Date
1864-02-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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5. Jahrgang. 3. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 3. Februar 5624 (1 864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Lhlr. P c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Me Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr p. c. oder 6 fl. österreich. an die Erpedition franko einzusenden. Inhalt: Leitende Artikel: Gibt es eine orthodox Judrnlekre? Rück blick auf die staats- und gcmeindebürgerlicken Reckte der Israeliten Deutscklands. — Literarisckes. — Bau jüdischer Arrnen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und C orrefpandenzen: Deutsckland: Hamburg. Malchow. — Preußen: Berlin. Berlin. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten «nd Correspondenzen: Deutschland: Hannover. — P^rußrn: Jnvwraclaw. — Oesterr. Kais e rst.: S. a. Ujchlh. Feuilleton: Das Testament. Leitende Artikel. Gibt es eine orths-ore Iudrnlehrr? ii. Mainz, den 25. Januar. Wir haben über die obige angebliche Frage noch eine kleine Nachlese zu halten in voriger Nummer versprochen. Herr Ür. Philippson stellt es in Nr. 3 seiner Zeitung, da er den Wiener Preßproceß bespricht, als ein besonderes Verdienst der Herren Mannheimer und Horowitz dar, daß sie dieWstenz eines orthodoxen JudenthumS leugneten. „Dies, fährt er fort, konnten sie vom talnmdischen Stand-!! punkt aus behaupten, denn der Talmud sagt: Wer ' den Götzendienst leugnet, bekennt die ganze Thora, und j wer den Götzendienst bekennt, leugnet die ganze Thora (Horiot 8, 1. Kidduschin 40, 1. Vergl. Maimonides! M. Stel. (?) lll. 29). , Der Talmud lehrt also nach Philippson, daß! man nur den Götzendienst zu leugnen brauche und da- ' mit bekenne man die ganze Thora; natürlich gäbe es! dann nach dem Talmud kein orthodoxes Judenthum,! dann wären alle Juden über das Grundwesen ihrer Religion einig, man brauchte nur den Götzendienst zu! leugnen, um ein rechtgläubiger Jude zu sein. Allein i der jüdische Glaube ist doch nicht ganz so bequem, und wenn der Talmnd den von PH. citirten Ausspruch haben würde, so befände er sich mit sich selbst, namentlich mit der Mischnah in Sanhedrin Cap. 1t, §. 1 in Widerspruch; aber das Philippson'sche Cltat ist einfach falsch, was dem Herrn Exrabbiner von Magdeburg jedoch nicht zu verübeln, da ihm bekanntlich der Talmud unzugänglich ist. Die Stelle im Horiot 8 a. lautet: m:L2.i P22 .11L2 -r'.i w« Welches ist dasjenige göttliche Gebot, das 8 "p n an Wichtigkeit der Gesammtheit der Gottesgebote gleichkömmt? das Vermeiden des Götzendienstes. Raschi zur Stelle bezieht sich aus den talmudischen Ausspruch in Kidduschin 40 a., Nedarim 25 a., Schebuoth 29 a., Chulin 5 a., welcher an den vier angeführten Stellen gleichlautend also sich findet: 12 12:2.1 p2n Tibn .111.11 ^22 .-11:22 streng ist das Verbot des Götzendienstes, denn der ihn leugnet ist wie der, welcher die ganze Gotteslehre bekennt. Man ersieht daraus, daß der Talmud einzig die Wichtigkeit des Verbotes des Götzendienstes hervorheben will, und ist dieser Ausspruch ganz in dem Sinne zu nehmen, wie der Talmud

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