Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1864)
- Date
- 1864-01-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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40 und mit unfern eignen Waffen uns schlagen; dasselbe ist der Fall mit dem vielgelehrten und allgemein geachteten;:ii, Isaaks in der Wooster Str. Synagoge. Obgleich es nicht zu leugnen ist, daß diese beiden Herren ihr Bestes leisten und wirklich schon viel zur Aufrechthaltung des alten Judenthums beigetragen haben, aber da bleiben noch immer 23 Gemeinden, ohne das ganze Jahr ein Wort der Ermahnung, Belehrung oder Erweckung und Stärkung in dem alten Glauben der Väter zu vernehmen, während die Reformer jeden Sabbat eine Predigt hören und immer von Neuem in ihrem Abfalle bestärkt werden. Philadelphia hat 5 Gemeinden, von denen gehört eine der radikalen Reform an; diese rief gleich bei ihrem Entstehen aus .1212^1 2^1 .-12^ und so steht sie noch immer unter der Leitung eines Rabbiners 8'Lv 12^ der ihnen mit dem Beispiele der Gesetzlosigkeit vorausgehl vn'Li' und der sie hinausführt hinaus in's Verderben, hinaus aus dem Wege »rn Oin.i -iwr-r. (Schluß folgt ) Feuilleton. Der Stelzfuß und die beiden Weisen. Von Vvl, ÄI»UL. Ein Mann mit Stelzfüßen ging einst seines Weges. — Es war am Vorabend des Sabbath. — Da traf er zwei Weise, berühmte Männer, anerkannte treffliche Lehrer ihrer Zeit. „Frieden mit Euch, Meister!" redete er sie an; „wohin geht der Weg?" — Sie nannten ihm den Ort, wohin sie wollten. — „Ich gehe ebenfalls dahin," sagte der Stelzfuß, „und da morgen Sabbath ist und Ihr also wohl Rasttag halten werdet, so will ich Euch ein Quartier bestellen." — „Wie wäre das möglich!" sagten die beiden Männer, „wir sind zu Pferde und Du Haft nicht einmal Füße!" — Der Stelzfuß schritt voran, ohne weiter zu antworten. Nach einer Weile schauten die Männer ihm nach und sie sahen ihn dahineilen, flüchtig wie eine Sternschnuppe. Dann schien es ihnen, als ob sie selbst im Fluge davoneilten, und in einem Nu befanden sie sich am Eingänge eine Höhle. — „Tretet ein, Meister!" sagte der Stelzfuß. Sie traten ein und folgten von Höhle zu Höhle und endlich in einen herrlichen Garten. Dort legte der Stelzfuß 1) Nach Sohar. Beresch. f. 38, ä. nebst Kohel. Rabba und Jalkut. - seine bisherige Gestalt ab und nahm eine andere, erhabenere Gestalt an, und sein Gesicht leuchtete wie das Angesicht der Sonne Er setzte sich auf einen königlichen Thron, dreihundert Schüler saßen unterhalb des Thrones ihm zu Füßen und lasen aus dem Prediger und wiederholten unaufhörlich und unzähligmal den Vers: 2) „Eitelkeit der Eitelkeiten! sagt der Prediger; Eitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist eitel!" „Was soll das?" sagten die beiden Weisen zu ihnen, „gibt es weiter keinen Vers im Prediger als diesen?" — Sogleich erhob sich Der ans dem Throne, ergriff sie bei der Hand und führte sie durch sieben Hallen. In jeder Halle, die sie durchschritten, stand geschrieben: „Eitelkeit der Eitelkeiten!" in der siebenten Halle aber befand sich ein Adler, der hatte eine Krone im Schnabel in Gestalt einer Taube, und auf der Krone stand geschrieben: „Wer diese Eitelkeiten nicht erkannt hat, dem gilt das Wort:^) „„Der Fremde, der sich nahet, soll des Todes sein!"" — Augenblicklich traten die beiden Weisen zurück. — Da sprach der Stelzfuß zu ihnen: „Ihr Weisen, Lehrer der Zeit! — Denn Alles folgt Euch ja zur Zeit, um Euer Wort zu vernehmen — wahrlich, Ihr seid keine Weisen! Wahrlich, durch diesen Vers haben wir alle diese Bauten vollendet! Durch ihn durcheilen wir die Welt in einem Flug, zuweilen in zwei, zuweilen in drei, zuweilen in vier, zuweilen in fünf, zuweilen in sechs und zuweilen in sieben Flügen. — Und wir alle durchwandern diese Erde auf Stelzen, und diesen Vers haben wir vom Vater geerbt, und der Vater vom Vater". — Nachdem er dieses gesagt, gab er den Beiden einen reichen Schatz an Gold und Silber und versetzte sie wieder in einem Nu an ihren alten Ort. - So erzählte ein weiser Lehrer seinen aufmerksamen Schülern. — Da sprachen die Schüler: „Sage, Meister! was soll dieses Mährlein? Deute uns das höhere Geheimniß an, das sicher darin enthalten ist." — „Meine Freunde!" antwortete der Lehrer, „Wer die Eitelkeit des irdischen Lebens wahrhaft erkannt hat, der berührt die Erde kaum mit seinen Füßen, er durchwandert sie, ohne festen Fuß darauf zu fassen, auf Stelzen, und doch durcheilt er das irdische Dasein im raschen Fluge, um zu dem Hähern Leben zu gelangen, wo seinHochflug durch dreKrone des himmlischen Friedens gekrönt wird. — „„Eitelkeit der Eitelkeiten, sagt der Prediger; Eitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist eitel!"" Sieben Eitelkeiten enthalten 2) Predig. 1, 2. — S) L B.M. 1, öl. -