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Der Israelit · 1864-01-20 · Heft 3 (20.1.1864) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
5 (1864)
Issue
Heft 3 (20.1.1864)
Date
1864-01-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Jahrgang 3. Der Israelit. Ein Ceutrkl-Orga» für das orthodoxe Iu-enthum. Heransgegeben von ir,». Lehmann in Mainz. Mainz, den 20. Januar 5624 (1864). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oefterreichische Bank noten laut Cours. Direkte Frankozusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr p. c. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Irr-alt: Leitende Artikel; Der Preßproceß in Wien. — Rückblick auf die staats- und gcnrcindebürgerlichen Rechte der Israeliten Deutschlands. — Gefährliche Spielereien. — Bau jüdischer Armennnd Ptlgerwohnungen in Jerusalem. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Aus Baden. Frankfurt a. M. — O esterr. Kais erst,: Preßbürg. S. a. Ujehly.-Amerika: New-Orleans. Feuilleton: Der Stelzfuß und die beiden Weisen. Leitend« Artikel. Drr Preßproceß in Wien. Mainz, den 12. Januar. Am 30. Dec. v. I. fand vor dem k. k. Landesgerichte zu Wien ein Preßproceß statt, bei welchem gewisse Vorgänge ungemein großes Auffehm in jüdischen Kreisen erregt haben. . Stählen wir kurz dm Hergang: Alljährlich erscheint in Wim ein Kalender not verschiedenen Anhängen, das Wertheimersche Jahrbuch, von Wertheimer und Leopold Kompert heranStzegebm. In dem Jahrbuch für 5624 befindet sich ein Aufsatz von vr. H. Gr ätz, Professor am jüdischen Seminar in Breslau, „die Verjüngung des jüdischen Stammes". In diesem Artikel wird die Wiedererhebung des jüdischen Volks als ein Werk des exilischen oder babylonischen Jesaias dargestellt. „Wer ist das? werden gewiß Viele unserer Leser fragen Wiih kcnnm wohl den erbabenen Propheten Jesaias, den Knecht Gottes, den Prinzen aus dem königlichen Hause Davids, den Enkel und Großvater jüdischer Könige (Jesaias war ein Enkel des Königs Joas und der Großvater des Königs Menascheh) — aber ein exilischer oder babylonischer Jesaias ist uns unbekannt." So wisse denn, lieber Leser, die Leugner der Möglichkeit der Prophetie, die Abtrünnigen vom Worte Gottes unter Juden und Christen haben daran Anstoß genommen, daß es im Jesaias Cap. 45, V. 1 heißt; „Also hat Gott gesprochen zu seinem Gesalbten, zu Koresch (Cyrus)". Hat doch, sagen sie, Jesaias fast 200 Jahre vor Cyrus qelebt — wie kann er wissen, wer in 200 Jahren persischer König sein und den Juden die Rückkehr in das Land ihrer Väter gestatten wird. „Aber, wirst du, lieber Leser, mit Recht einwendm, Jesaias ist ja ein Prophet, dem Gott die ferne Zukunft gelichtet hat." Dos aber ist es gerade, was jene Menschen nicht glauben wollen; sie glauben nicht an die Offenbarung Gottes in den Prophetien, nicht an eine Vorhersagung der Zukunft durch die Prophetm. Daher behaupten sie, von Cap. 40 an sei nicht Jesaias bm Amoz.der Verfasser, die letzten 27 Capitel im Buche Jesaias habe ein späterer „gemacht", der zur Zeit des babylonischen Exils lebte, zur Zeit des Perserkönigs Cyrus, der deßhalb ganz bequem von diesem Könige „prophezeien" konnte. Dm „Verfasser" dieser

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