Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 5 (1864)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1864)
- Date
- 1864-01-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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E i n Central-Orgau für das orthodoxe Judenthum. Vr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 6. Januar 5624(186 4). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens iz Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thlr. p. c. oder fl. 8. 30 kr. rh. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen BesteUungen an. Inserate 1 Sgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Cours. Direkte Frankvzusendung unter Streifband pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 6 fl. österreich. an die Expedition franko einzusenden. Inhalt: frage. — Bau jüdischer Armennnd Pilgerwohnungen in Je- Zrituugsuachrichtcn und Correspondcnzen: Deutschland: Weilburg. Aus Württemberg. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Preußen: Altena. — Oesterr. Kaiser st.: Pesth. Tuna Földvar. Feuilleton: Moses Montcfiore. Leitend« Artikel. Rückblick. Indem wir beim Beginne des neuen Jahrgangs auf die Zeit, welche der verflossene durchlaufen hat, zurückschauen, heben wir dankend zu Gott unsere Augen empor, der unser Volk, dessen ganze Existenz nichts als ein fortlaufendes Wunder ist, wiederum vor Gefahren bewahrt, aus Gefahren errettet und seinen alten Kern erhalten hat, auf daß er fortkeime und sich entwickele, bis seine Zeit kömmt, in der er als ein weithinschattender Baum die Welt unter dem Laubdache der Gotteserkenntniß mit dem allgemeinen und nie mehr gestörten Frieden beglücke. Und wahrlich, die Zeit ist angethan zu ernster Betrachtung. Zwar herrscht noch ein erträglicher Zustand der Ruhe — aber Europa schlummert gleichsam auf einem Vulcane, der an den verschiedensten Enden auszubrechen droht, ja, schon ausgebrochen ist: der Bürgerkrieg in Amerika, in Polen und die ganze unendliche Reihe der politischen, brennenden Fragen, die abwechselnd in den Vordergrund treten und deren jede einen Weltbrand zu entzünden den Anschein bat, lassen dre Welt nie recht zur Ruhe komme:?. CS Mtzt zwar unserer Aufgabe fern zu politisiren, aber auch viele religiöse Fragen hängen eng mit den politischen zusammen und kein Mensch kann sich der Einwirkung der allgemeinen Zustände entziehen — und zumal der Jude,! der mit tausend Fäden an die allgemeinen Beziehun-! gen geknüpft ist; ist cs doch immer der Schwache, gegen! den die entfesselte, verwildernde Kriegsfurie am ehesten! und meisten ihre Wnth ausläßt, ganz abgesehen von den kommerziellen Schäden und Nachtheilen, die unsere Glaubensgenossen bei ihren vorwiegend Merkantilismen Berufsgeschäften gar empfindlich treffen würden. Doch, wie es auch kommen mag, wir stehen in Gottes Hand. Er hat so oft und so vielfach in den Zeiten der größten Gefahren und in den furchtbarsten Perioden der Weltgeschichte seine schützende Hand über uns gehalten, daß wir aach jetzt nicht zu bangen und zu zagen brauchen, sondern vertrauensvoll der Zukunft entgegen schauen dürfen. l Lassen wir jetzt die Zukunft Änd wenden wir unfern Blick der nächsten Vergangenheit zu. Im Großen und Ganzen hat das Jahr wömg hervorragende Momente, weder zum Guten noch tzum Schlimmen gehabt. Im österr. Kaiserstaate und namentlich in Ungarn hat es manchen Anlauf zur Entscheidung wich-