Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 51 (23.12.1863)
- Date
- 1863-12-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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unser Haupt emporheben, uiM mjt der Achtung von Seiten der Nationen WbeOwH a«WbieMHbmye usd^ beglückende SelbftachtHg Hieß^rgeWNWG diOBM^' derlichkeit unter unfern Stammesgenossen ist trotz alles religiösen Haders im Zunehmen begriffen, und ohne Neid sieht der Eine den Andern, da alle Garrisren offenstehen, seine Kräfte entfalten. Wir sind dankbar MrdHh Wch WM i^r nMM ZMvM>SNkM — doch s was will dieser karge Gewinn heißen im Vergleiche mit allem dem, was dagegen ein großer Theil der Israeliten in den civilisirten Ländern Europas verloren hat? Wo ist dH. alte Glaube geblieben, der nicht zweifelt, nicht mÄLt, wo die alte Innigkeit in Bezug auf das LerbjAiiß Israels zu seinem Gotte, wo die alte Sitte«mheit unserer Jünglinge, wo die UeberzeuMgKkE unserer Männer und Fraue«., «w die atte^JnmgWW-mstr freudige Andacht beim -Gebete wo endlich und vor Allem die consequente religiöse That, die Furcht vor der Sünde, die Freude in der Erfüllung der Gottesgebote, die Freude am Thorastudium, die Allgemeinheit des religiösen Wissens, die Ehrerbietung gegen die Thora und ihrer Vertreter, die Hschschätzung der ThorakWntM? Ach, wir könnten noch lange so fortfahren All« jene hohen Güter sind den meisten Mitlebenden abhanden gekommen; der Unglaube hat überhand genommen, und es gibt leider heutzutage viele Juden, die weder an Gott noch an die Thora glauben, Andere, denen die Bestimmung Israels und seine Zukunft höchst gleichgiltig ist, denen es leid ist, daß sie als Juden geboren worden; die jüdischen, vom Gesetze abgefallenen Jünglinge haben — natürlich — auch die Sittenreinheit nicht bewahrt und ihre Reden find durchweht vom Hauche des Lasters; selbst Viele, die noch jüdisch glauben, haben nicht den Muth, in conseqnenler Weise jüdisch zu leben, und verletzen das Religionsgesetz an allen Enden; die Gotteshäuser, in denen früher die Throne der Andacht floß, stehen leer oder sind die Stätten, an denen man gleichgiltig weift, um gähnend Orgelspiel, Chorgesang und Predagt zit kritisiren, oder nach den offenen Frauenlogen zu lorgnettiren — das Gottesgesetz witt aüf allen Gaffen, in allen Wirths- und andern Häusern verletzt; eine Sünde zu begehen fürchtet man nicht mehr, man fürchtet eben nichts als etwa noch das Polizei- oder Criminalgericht; die Gottesgebote werden mit Lauheit öder gar nicht mehr geübt, düs Thorastudium ist fast nur noch Fachstudium geworden und jede andere Gelehrsamkeit, die draußen in der Welt Erfolge erringt, wird mehr geschätzt und mehr geehrt als die Thorakenntniß. Was also hat der Zeitgeist uns gebracht? Er hat unfern materiellen Wohlstand gehoben, hat unsere bürgerliche, staatliche und sociale Stellung verbesst-rt — aber das Alles hätftn wir auch erringen können, wenn wir treu festgehaften Hättest am alten Gottesg^aubey Md am alten GottesgesM, denn daO IudeMiM Widerr uns nicht, gute Wrger und nützMie Mieder )M menschlichen GesellfHaD zu sein. Aber hat uns die neue Zeitrichtung wahrhaft besser gemacht? Nein, sie hat vielmehr die religiöse Grundlage Israels unterwühlt und Viele aus unserer Mitte zu modernen Heiden gemacht, und -HichM ist esßrtzlserFPfltzhLi°—PDcht LMK jMn Gottergebenen Israeliten, diesen verderblichen sogenannten Zeitgeist mit aller Kraft und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen- Wenn man für das Allgemeine sorgen und auf das Allgemeine wirken will, so ist es vor Allem uothwendig, daß Jeder mir sich selbst beginne. Hast Du, mein Bruder, gar Nichts au Dir auszusetzen? Siehe. Du willst ein Gotteskämpfer sein, Du meinst es wahrhaft gut mit dem Judenrhume, willst auf Deine Zeit einwirken, so thue es vor allen Dingen durch Dein e-genes Beispiel. Nichts wirkt mächtiger und wohltätiger auf die Mitwelt als das lebendige, Jedem zugängliche und begreifliche Beispiel. Belehre Dich zuvörderst über Gottes Gebot und seine heilige Lehre, schaffe Dir Gelegenheit zum Thorastudium — und was Du gelernt und was Du erkannt und was Du erfahren hast, das befolge auch, nicht einmal, sondern immer, und zwar ohne Nachsicht gegen Deine bisherigen Gewohnheiten und Neigungen Siehe, unsere Thora spricht, „Du sollst nicht lügen," — so habe denn die Energie, nur die Wahrheit zu sprechen; Gott befiehlt, „Du sollst nicht verleumden," — so habe denn die Kraft, das so angenehme Räsonniren über die wirklichen oder erdichteten Fehler und Fehltritte des Nebenmenschen zu unterlassen; der Allmächtige gebietet, streng rechtlich zu sein im Handel und Wandel — so gewinne es denn über Dich, die Habsucht zu überwinden, zu verzichten auf jeden unrechtmäßigen Gewinn, auf Erwerb durch Trug und Uebervortheilung; Gott hat es uns zur Wicht gemacht, des Sabbattags zu denken und ihn zu heiligen — so laß denn am heiligen Tage des Allherrn ruhen Hand und Fuß von verbotener Beschäftigung, selbst von solcher, die Du, bevor Du Dich unterrichtetest, für erlaubtgehalten. wie Gelda-rsgabeu, Tragen rvV-d Gott hat Deine Kinder Dir anvertraut, damit D» sie erziehest im Jubenthum und für das Judenthum so thue das auch mit aller Energie und Aufopferung, schaffe ihnen tüchtige, gesinnungskräftige Lehrer; Gott hat Dir: befohlen, Deinen Nächsten zu lieben, wie Dich selbst — so beweise denn das i durch die That, sei friedliebend, freundlich, zuvorkom-! mendi aufopfernd, banne Neid, Scheelsucht und grundi losen Haß aus Deinem Herzen; Gott hat uns vorge-! schrieben, daß wir uns heiligen sollen m Speise und! Trank — so sorge denn auch dafür, daß DeineHaus- Haltung den Anforderungen des jüdischen Nelgiyns-