Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 50 (16.12.1863)
- Date
- 1863-12-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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6S1 Leck: f. d. Armenu. Pilgerbau in Jerus. von ihm selbst 12^ Sgr.; Moses Schönbach 20 Sgr.; C. B. 8^ Sgr.; Ungenannter 5 Sgr.; zusammen 1 Thlr. 16 Sgr.; (fürTalmide Chachamrm in Jerus. 5 Sgr.) Zeitungsnachrichten u. CsrrespsndrnM. Deutschland Merchingen (Baden). Einem unserer geachtelten Mitbürger, Herrn Joel Hirsch Rothschild, Vorsteher der isr. Gemeinde zu Krautheim und Bezirksältestem im hiesigen Synagogenbezirke, ist in Anerkennung seiner langjährigen und ersprießlichen Wirksamkeit im Dienste, vom Großherzoge die kleine goldene Civilverdienst - Medaille verliehen worden. Es ist wohl das erste Mal, daß ein isr. Gemeindevorsteher eine solche Auszeichnung für die um seine isr. Gemeinde erworbenen Verdienste empfängt. Diese Anerkennung derartiger Verdienste, von denen der Staat bisher wenig oder gar keine Notiz zu nehmen pflegte, ehrt ebensowohl den würdigen strengreligiösen, uneigennützigen und charactervollen Greis, dem sie zu Therl geworden, wie sie dem erhabenen Spender und seiner Negierung zum Ruhme gereicht, der ohne Rücksicht auf religiöses Vekenntniß seine Unterthanen mit gleicher Liebe umfaßt. Wir sagen wohl nicht zuviel, wenn wir behaupten, daß die Herrn R. gewordene Auszeichnung allen Israeliten Badens zur Freude gereicht, da sie documentirt, daß unser edler Großherzog selbst solche Verdienste zu belohnen weiß, die nur um Juden und Judenthum erworben sind. — Herr Rothschild ist der älteste jüdische Vorsteher Badens; gebe ihm Gott Gesundheit und Kraft, daß er noch recht lange seiner Gemeinde vorzustehen im Stande sei. — Aus Württemberg. Wenn Sie, verehrter Herr Nedacteur, sich allenfalls geschmeichelt haben sollten, daß man in unfern offiziell-jüdischen Kreisen mit ihren Correspondenzen aus dem Schwaben lande sehr erfreut sein werde, so dürfte Sie der plumpe Anj griff des Herrn Dr. E. bereits eines Bessern belehrt haben; lassen Sie aber den Muth nicht sinken, der Erfolg wird nicht ausbleiben und beginnt bereits einzutreten, Biele, Viele sind zum Bewußtsein gebracht worden, daß es wenigstens so nicht fortgehen kann und darf, und das ist schon Etwas, osü 2"p2.-i bI rikir«. Ich erinnere mich, einmal ein Citat aus dem Sohar gelesen zu haben, wo die Stelle in Koholet 2, 13 wörtlich aber sehr sinnig so gedeutet wird, daß die Weisheit Vortheil von der Thorheit, das Licht Nutzen aus der Finsterniß ziehe. Dies vollzieht sich jetzt in seiner Weise bei uns. Das Licht der Aufklärung beginnt Vortheil aus der Finsterniß der von Ihnen so mannhaft vertretenen Orthodoxie zu ziehen. Sie haben hervorgehoben, daß in Stuttgart nicht ein iwm vorgetragen werde. Nun höre ich, daß Herr Vorsänger Eichberg begonnen, einen solchen vorzutragen und etwa 20 Hörer hiezu erbötig gesunden hat. Der Mann hat Geschick und Kenntnisse, wir wünschen ihm von Herzen Gedeihen — p, find die Ohren einmal wieder an ein Thorawort gewöhnt, so wird die Lust, es zu hören wachsen, und auch dem die That folgen. — Ein anderer Ihrer Borwürfe, welche Sie der Gemeinde Stuttgart gemacht, betraf die leidige Thatfache, daß dort ivii ganz erloschen sei. Auch das hat getroffen; denn man beschäftigt sich jetzt eifrig mit der Begründung einer diesem Zwecke gewidmeten?i->2rr. Nun, wir wollen wünschen, daß Ihre bis jetzt gebrachten Berichte recht bald nicht mehr wahr sein mögen, heute sind sie noch reine, lautere Wahrheit. Das Schweigen, das man Ihnen entgegensetzt, ist nicht Vornehmheit, wie man es sonst oft nennt, es hat seinen Grund in dem Umstande, daß man nichts zu erwidern weiß. „Mit Worten läßt sich trefflich streiten," sagt Göthe, aber Thatsachen, das sind oft harte Nüsse, die auch ein Doctor nicht knacken kann, es wäre denn etwa in der grobfäustigen Manier eines Hausknechtes. — Auch eine rituelle befindet sich seit vier Wochen in Stuttgart. Doch glauben Sie ja nicht, daß Sie das Kirchen-Vorsteher-Amt schon so weit bekehrt haben, daß es eine solche einrichten ließ — so schnell geht es nicht; wir glauben sogar, daß sich dieses Vorsteher-Amt recht darüber ärgern wird; aber wir haben uns schon lange geärgert, wer hat sich da-