Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1863)
- Date
- 1863-11-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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öSS Tag zu verdauen, denn mit der nunmehrigen Entfernung dieses „Studirten," die nur durch bedeutende Opfer durchgeführt werden konnte, ist die Wunde, die dieser Mißgriff den erwähnten Gemeinden geschlagen, noch keineswegs vernarbt; dieser unselige Schritt hat vielmehr die betrübende Folge, daß mehrerwähnte Gemeinden, die Beide ziemlich ansehnlich, sich noch immer nicht entschließen können, zur Wiederbesetzung dieser vacanten Stellen zu schreiten, und zwar aus Furcht, daß sie sich in dem Manne ibrer Wahl zum zweiten Male täuschen könnten, welche Gefahr jedoch leicht dadurch vermieden werden könnte, daß bei der Wiederbesetzung mehr aus innern Gehalt als auf äußern Flitter gesehen würde. Jedoch wir haben schon mehr als wir wollten von diesen sauberen Geschichtchen gesprochen, es ist nicht unsere Absicht so schwarz zu malen, wir wollten nur unsere Gemeinden aufmerksam machen auf die Gefahren, die dem Gemeinwesen daraus erwachsen, wenn bei der Wahl eines Rabbiners nicht mit strengster Vorsicht vorgegangen wird. Mögen unsere Gesinnungsgenossen diesen Warnungsruf beherzigen, und fürder bei der Neuwahl eines Rabbinen die Spreu vom Korne zu scheiden wissen, möge sie das Vorleben, das Maaß der Talmudkenntnisse und den religiösen Standpunkt des Anzustellenden prüfen, mögen fie sich immer und immer vergegenwärtigen das Wort des Propheten: l'-iw tiimi i'i'p i'.-n (Jes. 30. 20.) I. Kunstadt, Rabbi. Desth. Auf einer einsamen Pußta in der Nähe von Debreczin wohnte ein Jude, der daselbst einen größeren Kramladen hat. Bei Gelegenheit der letzten isr. Festtage ging er nach Debreczin, um in dem dortigen Bethause dem Gottesdienste beizuwohnen. Er ließ sein Haus unter Obhut seiner einzigen Tochter und seines Knechtes zurück, indem er ihnen streng befahl, während der Nachtzeit Niemand in's Haus einzulassen. Es mochte gegen Mitternacht gewesen sein, als man an das Fenster jener Stube klopfte, in welcher die Tochter Was — so hieß der Jude — schlief. Sie ging an's Fenster und fragte, was man wolle. Der Pocher, ein Bauer aus dem Orte, sägte, sie möge rasch öffnen, sein Kind sei in der Nacht gestorben, und er wolle die zum Leichenbegängniß nöthigen Utensilien kaufen. Das Mädchen erklärte, nicht öffnen zu wollen, und nachdem sie dem wiederholten und heftigen Drängen des BckUers nicht nachgab, ging dieser zur Hofthür, pochte daselbst und weckte den im Hose schlafenden Knecht, dem er auf seine Anfrage dieselbe Antwort gab, die er dem Mädchen gegeben. Der Knecht öffnete das Thor, jedoch kaum war der Bauer in den Hof getreten, als er den Knecht mittelst eines Axthiebes über dm Kopf zu Bodm schlug. Hierauf eilte er der Thüre zu, die in's HauS führte, und begehrte Einlaß; das Mädchen verweigerte dmselbm beharrlich; nun sprengte er vermittelst seiner Axt die Dhüre und brach in's Haus ein. Er forderte sodann das Mädchen auf, ihm anzugeben, wo Geld, Silberzeug oder sonstige Werthsachen verborgen sei, indem er ihr sagte, daß das Leugnen ihr nichts helfen würde, denn er müsse fie in jedem Falle erschlagen, sonst könnte sie ihn dm Gerichten anzeigm. Das Mädchen bat und beschwor ihn, ihr Lebm zu schonen, sie wollte ihm Alles geben, was er nur verlange. Der Verruchte aber bestand darauf, er müsse fie erschlagen. Da das Mädchen sah, daß alle Bitten nichts halfm, so sprach sie zu ihm: «Wohlan, wenn ich schon sterben soll, so will ich mich lieber selbst umbringm und ohne Qualm sterben, als daß ich erst viel leide und du deine Hand mit meinem Blut befleckest; ich habe drinnen im Laden eine Flasche Vitriol, davon will ich trinken und sterben, wmn es so fein muß." Auf dieses Anerbieten ging der Räuber ein und folgte ihr auf dem Fuße in dm Laden, dort nahm das beherzte t 8jährige Mädchen eine Flasche Vitriol, und indem fie sich anstellte, als wollte fie davon trinken, schleuderte sie dem sie aufmerksam betrachtenden Bauern die Flasche mit solcher Vehemenz in's Gesicht, daß er augenblicklich betäubt zu Bodm fiel. Das Mädchen war gerettet, und der Bauer starb am andern Tag an dm Folgm der durch das Vitriol entstandenen Brandwunden. Feuilleton. Jochanan den Sakkai, seine Zeitgenossen unfeine Schute. Bon -T. (Fortsetzung.) Einst t) ritt Jochanan bm Sakkai auf einem Esel vor den Thoren Jerusalems; sein Schüler Elasar bm Arach ritt hinter ihm her, um Worte der Thora aus seinem Munde zu vernehmen. Da begann dieser: i) Ehogtga 14 K.