Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 45 (11.11.1863)
- Date
- 1863-11-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447089-2447133--02228-2457549- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Żory 1× ep/1048188
OCR text
4. Jahrgan .HZ. «S E i n Centralorgan für das orthodoxe Jndenihnn Herausgegeben von Id*. Lehmann in Mainz. Mainz, de» 11. November 5624 (1863.) s Diese Zeitung erscheint wbckenüich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Tbale': p. c. »der fl. 3. 30 k. rh. Halbjährig 1 Tblr. p. c. oder fl. 1. 45 kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. p. c. oder 53 kr. rh. Alle Durbf Handlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten E laut Cours. Sollte direkte Frankozusendung unter Streifband gewünscht werden, so sind an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr. p. e. oder 5 fl. 15 kr. rh. oder Inhalt. leitende Artikel r Das israelitische Ceremonialgesetz. — Benk Chananjah und seine Tendenz.^ — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen rLeutschl. s Bad Homburg. Würzburg. Stuttgart. — Preußen. Inhalt der Beilage. si Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen »Deutsch!.: i Leipzig. — Qesterr. Kais erst.: Abony Pesth. Feuilleton r Jvchanan ben Sokkai, seine Zeitgenossen und feine Schule. Leitende Artikel. Das israelitische Ceremsnialgrsrtz. Ein Beförderungsmittel unserer wahren Vollkommenheit. Von Vsvlü Veutsvli, Rabbiner zu Sohrau o. S. (Fortsetzung.) L. Durch Gewöhnung, gegen die Vernunft auf der Hut zu sein. Wenn die Verirrungen der Begierden und Leidenschaften unserer wahren Wohlfahrt überaus nachtheilig werden können, so können es die Verirrungen der 6 fl. Ssterreich. franko etnzusenden. Vernunft noch weit mehr. Wohl ist die Vernunft der Gottesfunke, um derentwillen der Mensch in der heiligen Schrift der so schönen Benennung des Ebenbildes Gottes gewürdigt worden, wohl ist fie ihm eine vorzügliche Rathgeberin in zeitlichen und göttlichen Dingen; und könnte er sich "ihrer Leitung allein überlassen, wenn sie frei von jeder Beschränkung und nicht dem Jrrlhum ausgefetzt wäre. Frei von jeder Beschränkung aber ist die Vernunft sowohl als jede Vollkommenheit nur beim Urquell aller Vollkommenheit, dem Schöpfer aller Dinge, nicht aber beim Menschen oder bei irgend einem geschaffenen Wesen anzutreffen. Die Vernunft des Menschen, als eines beschränkten Wesens, hat ihre Beschränkungen und Grenzen an und für sich, die sie nicht überschreiten kann; es gibt Gegenstände , die außer ihrem Bereiche liegen, über die sie durchaus kein sicheres Urtheil zu fällen im Stande ist. Allein selbst bei den Gegenständen, die in ihrem Bereiche liegen, gibt es allerdings Wahrnehmungen, die für sie von der höchsten Evidenz sind, die sie stets nur so und nicht anders sich vorstellen kann, wie z. B. die sogenannten selbstgerviffen Axiome, aber auch manche andere von geringerer Evidenz, die so und anders denkbar und auch bald so und bald anders wahr find, deren Wahrheit nämlich durch Zeit und Umstünde Abänderungen erleiden, wie z. B. die Begriffe von Recht und Unrecht, Gut und Böse n. dergl. m. Diese letzte Gatttnng von Wahrnehmungen ist bei dem Menschen besonders dem Jrrthum ausgesetzt, weil Gemüthsstimmung, Mangel an Fähigkeit und andere Umstände den Denker verhindern, den richtigen Vorzug des Denkba-