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Der Israelit · 1863-10-28 · Heft 43 (28.10.1863) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 43 (28.10.1863)
Date
1863-10-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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530 vollendet und wir haben bereits am verflossenen Sabbat unseren Gottesdienst in derselben begonnen. Die Unterzeichneten finden sich daher, sowohl in ihrem als im Namen ihrer Gemeinde verpflichtet, ihren wärmsten Dan? allenDenjenigen, von nah wie von fern, hiermit auszusprechen, die mit Rath und That dazu beigetragen haben, daß unser Gotteshaus seine Vollendung, ja so bald seine Vollendung erreicht hat. Das Andenken an die Freude der Einweihung wird zeitlebens nicht aus unserm Herzen so wie aus dem unserer Kinder und Enkel weichen. Man konnte diese Mnveihung ein wahres religiöses Volksfest nennen. Die ganze Umgegend, Israeliten wie Nichtisraelitenbetheiligten sich daran nnd ein Jeder , der dazu beitragen konnte, das Fest zu verherrlichen, der that es mit Freude. Die Straßen des Dorfes so wie die Synagoge wurden von unfern christlichen Mitbürgern mit Blumen, Kränzen, Bäumchen rc. geschmückt, besonders war dabei Herr Postmeister L an g von hier recht thätig. Die Einweihung begann Freitag, Nachmittags 5 Uhr mit Minchagebet in der Stube, die, seitdem unsere alte Synagoge ein Raub der Flammen geworden, als Betlokal diente und nachdem hierauf Herr Rabbiner Bamberger aus Kreuznach eine kurze aber heimliche Abschiedsrede gesprochen, begann ein unabsehbarer Zug von diesem Betlokal aus sich zur neuen Synagoge hin zu bewegen. Herr Cantor N. Cahn aus Bingen leistete hiebei Vortreffliches. Drei Thorarollen, von den Nettesten der Gemeinde unter einem Himmel getragen, bildeten den Anfang des Zuges. An der Synagoge angelangt, überreichte der Herr Bürgermeister Dheil von Windesheim dem Herrn W. P. Heymann aus Copenhagen, der unsere Gemeinde mit einer prachtvollen Sepher Thora beschenkt hatte und sich, da er gerade auf Reisen in unserer Gegend sich befand, bei unserm Feste einfand, den Schlüssel zur Synagoge, der sie, nach vorausgeschickten herzlichen Glückswünschen öffnete. Nach dem Eintritte ward in der Synagoge 12ns gesungen und einige paffende Psalmen vom Cantor und der Gemeinde recitirt. Hierauf hielt der Rabbiner die Einweihungsrede über Psalm 24, V. 1—6, die einen ungetheilten Beifall sowohl bei Israeliten wie bei Nichtisraeliten erntete. Unter den zahlreichen christlichen Anwesenden befanden sich auch der königl. Friedensrichter von Stromberg, die Herren Bürgermeister von Windesheim und Stromberg und andere Persönlichkeiten höheren Ranges. Nach der Predigt und einigen unmittelbar darauf abgesungenen Psalmen folgte r>b2p. Sabbat früh predigte der Herr Rabbiner über die Stelle im Talmud Rosch-Haschana Fol. 16 O'-Qi '-> ->Qse Der Gottesdienst endete gegen Mittag. Ein eigentliches Festessen fand wohl nicht statt, allein in jeder Familie wurden so viele herbeigekommenen Gäste bewirthet, daß man sagen konnte, in einem jeden Hause fand ein Festmahl statt. So hat nun der. allgütige Gott unserer kleinen Gemeinde einen Tag geschenkt, der nie aus unserm Gedächtnisse schwinden wird. Friedrich Albenberg, Vorsteher. Marx, „ Oesterreichischer Kaiser st aat. Wien, den 14. Oct. Der „Wiener Presse" entnehmen wir Folgendes: „Der Prediger Mannheimer der isr. Hauptgemeinde in Wien feiert am 17. d. seinen 70. Geburtstag. Das Fest fällt auf einen Samstag und sind zur würdigen Abhaltung desselben die umfassendsten Vorbereitungen getroffen. Vormittags findet feierlicher Gottesdienst statt und wird der Betstuhl des Jubilars und die Kanzel, auf der er eine so lange Reihe von Jahren sich die Hochachtung (!) der Gemeinde erworben, festlich geschmückt. Die Festrede hält vr. Jellinek; nach demselben werden die Gemeindevorstände dem Jubelgreis einen kostbaren goldenen Becher und eine prachtvoll gebundene Adresse überreichen; die Gemeinde-Beamten überreichen ihm die Prachtausgabe einer Bibel mit silberverzierten Deckeln. Von Seiten des Staates ist dem Prediger die Auszeichnung des Franz-Josef-Ordens zugedacht. Nach der gottesdienstlichen Feier findet im Schulgebäude eine Feier statt, bei welcher das große rn Oel gemalte Bild des Predigers enthüllt wird. Außerdem sind dem Jubilar zahlreiche werthvolle Geschenke zugedacht. Abends findet im Hotel zum weißen Roß ein Bankett statt, an dem der Statthalter und der Bürgermeister theilnehmen werden, welch Letzterer ihm im Laufe des Tags das Bürgerrecht der Stadt Wien überreicht. (Hierbei eine Vellage.) k«ra»»w»rtttch, Redattto«: Vr Letz«»»«. »er Le §i»«r'schr» Hsf-uchhaadlung. — Druck von I. GeUUebe» i» Lat»»

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