Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 41 (14.10.1863)
- Date
- 1863-10-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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4. Jahrgang. Der Zsr M. «1. Ein Centrolorgon für das orthodoxe Iridenthrrrn '^77 Herausgegeben von V». Lehmann in Mainz. Mainz, den 14. October 5624 (1 863.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Thaler p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Halbjährig 1 Thlr. p. c. oder fl. 1. 45 kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. p. c. oder 53 kr. rb. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichische Banknoten laut Eours. Sollte direkte Frankozusendung unter Streifband gewünscht werden, so sind an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr. ' p. c. oder 5 fl. 15 kr. rh. oder 6 fl. österretch. franko einzusenden. Inhalt. leitende Artikel: Der jüdische Unterricht in der jüdischen Schule. — Der proponirte Umbau der Synagoge zu Worms. — Orthodox-isr. Bibclanstalt. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in ^Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correspoudenzen: O e fterr. Kais erst.: Preßburg. Feuilleton: Die Alsbacher Inschrift. Inhalt der Beilage. Zeitungsnachrichten und Correfpondeirzen: Deutschl : Koburg. — Aus Bayern. — München. — O esterr. Kaiserstaat. Wien. — Italien. — Serbien. Feuilleton: Die Thora. Leitende Artikel. Der jüdische Unterricht in der jüdischen Schule. Auf der jüdischen Schule beruht die Zukunft unseres Volkes; was aber macht die jüdische Schule zu einer solchen? etwa, daß jüdische Kinder von jüdischen Lehrern darin unterrichtet werden? Das allein ist nicht das Wesen einer jüdischen Schule, sondern das ist die Hauptsache, daß im jüdischen Geiste unterrichtet wird und daß ein Theil des Unterrichtsmaterials ein spezifisch-jüdischer ist; es muß vor allen Dingen die hebräische Sprache gelehrt werden, damit man den Kindern zuvörderst das Verstandniß unserer Gebete zugänglich mache; es muß ferner die Bibel und namentlich die Thora, der Pentateuch, das geistige Eigenthum der Jugend werden, was nur durch das Verständniß der Ursprache möglich ist, denn keine Übersetzung — mag sie auch noch so vorzüglich sein — kann die Ursprache ersetzen. Das ist das Minimum, was von einer jüdischen Schule verlangt werden muß: die Kenntniß der hebräischen Sprache, das Veistäudniß des Gebetbuchs und des Pentateuch Ist damit die religiöse Bildung auch noch sehr lückenhaft, denn zu einer vollendeten religiösen Bildung gehört das Verstandniß der ganzen Bibel und einiger traditioneller Commentare sowie die Kenntniß der mündlichen Lehre, namentlich der jüdischen Gesetzbücher (Schulchan Aruch), so ist doch wenigstens das Kind an den Urquell des Judenthums hmangeführt. Die Erlernung der hebräischen Sprache selbst gewährt das vorzüglichste Mittel zur Geistes- und Herzensbildung der Kinder; die heilige Sprache mit ihrem Reichthum an Bezeichnungen für das Verhältniß des Menschen seinem Gotte gegenüber macht das Gemüth empfänglich für alles wahrhaft Schöne und Erhabene. Dazu kommt noch, daß das durch das Medium einer fremden Sprache mühsam Erlernte sich derart dem Gedächtnisse einprägt, daß es demselben sobald nicht wieder verloren geht. Eine Schule wird also in desto höherem Grade den Namen einer jüdischen verdienen, jemehr Hebräisch sie lehrt. Das hebräische Element aus der Schule ver-