Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 39-40 (7.10.1863)
- Date
- 1863-10-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nythmik und in einer wahrhaft schönen Asdrucksweise, Wovon die einzelnen Bersssj die wir im Verlaufe unserer Besprechung mitgetheilt haben, den Beweis lie- 'fern^ ^De-^ Berfaffevift-wrrttich -em-DichteeT- -wenn ihm das vorliegende Gedicht auch im Ganzen mißlungen, so werden ihm andere, tiefen yufgefaßt «ud-«ahrer verarbeitet, gelingen — nur möge er die reformatorische Tendenz bei Seite lasten, sie kann ihm nur hinderlich sein, die Vollendung zu erwerben, durch die er eine hervorragende Stellung auf dem deutschen Parnaß einzunehmen berechtigt sein würde. —- Unsere geehrten Leser aber werden es sicherlich gerechtfertigt finden, daß wir dem Produkte eines jedenfalls bedeutenden Talentes so viel Raum und Zeit gewidmet haben. Einiges über das Treiben der Mislionäre. So verschiedener Richtung auch die jüdischen Zeitschriften angehören, in einem Punkte sind sie alle einig: in dem Kampfe gegen die Proselptenmacherei von Seiten der protestantischen Missionäre, und man muß gestehen, daß die gesammte jüdische Presse sich in dieser Beziehung bereits große Verdienste erworben hat. Dies Letztere manifestirt sich auch in den Klagen der Missionäre in ihren Zeitschriften und Jahresberichten, in denen sie offen zugestehen, daß die jüdische Presse ihnen viele Schwierigkeiten bereitet und sie nirgendwo zu einem rechten Erfolge kommen läßt. Nichtsdestoweniger beharrt die protestantische Mission in den furchtbarsten Anstrengungen und verwendet Hunderttausende darauf, um ein oder zwei jüdische Seelen zu fangen; ihre Agenten durchstreifen alle Gegenden, in denen Israeliten wohnen, und scheuen weder Mühe noch Geldopfer. Das Londoner Ollrouivlo veröffentlicht Auszüge aus den Berichten eines Missionärs, Namens Moritz, von denen wir hier Einiges wiedergeben. In Coppenhagen lebte vor circa 20 Jahren die Familie des jüdischen Zahnarztes Moresco froh, glücklich und in Frieden, bis der Missionär Moritz Zutritt zu derselben erlangte; er wußte die zwei Töchter des Hauses zu berücken, worüber sich der Väter zu Tode grämte. A«f dem Todtenbette ließ er den Rabbiner Vr. Wolf rufen und bat ihn um feinen Beistand -gegen den Missionär. Dieser machte auch alle möglichen Vernunftgründe geltend — allein, eine hohe Persönlichkeit interessirte sich für die zwei jungen Mädchen, und sie wurden getauft trotz des Wider"ändes Her Mtttte^ trotz des von ihnen verursdchkn To- Hes des Baters. Dre-beiden Mädchen starben ebenfalls bald nach der Taufe» wahrscheinlich in Folge der fürchterlichen Gewissensbisse. — Die Thatsachen reden; wir brauchen jkeiu Hprt hinzuzufügen: ein Vater, der vor Gram stirbt, eine unsäglich unglückliche Mutter, von deren Herzen ihre Kindsr-fich-wahnbefangen losreißen und zwei bethörte junge Mädchen, die sich einen frühen Tod holen — und das Alles erkauft" für das Geld der Missionsgesellschaft. — wahrlich, grauenerregende Resultate menschlicher Thorheit. Möchte das unglückliche Schicksal der Familie Moresco allen jüdischen Eltern eine dringende Warnung sein, vast sie diesen bezahlten Sendlingen einer bekehrungswüthigen Gesellschaft ihre Thüren verschließen. - Wie theuer jedoch diese zwei jüdischen Seelen der Missionsgesellschast zu stehen gekommen sind, mag man daraus schließen, daß diese der einzige Fang waren, welchen Herr Moritz während einer 46jährigen THÜtigkeit gemacht hat! In Gothen bürg in Schweden, wo Herr Moritz lange Zeit verweilte, wurde, wie er selbst klagt, all sein Mühen durch die Predigten des dortigen (damaligen) Rabbiners, Herrn Or. Heynemann, paralisirt: 'i'v. Da wir gerade den Namen des Herrn vr. H. hier erwähnen, so können wir uns nicht versagen^ unfern geehrten Lesern Näheres über ihn mitzutheilen. Wir haben im verflossenen Sommer die Freude gehabt, denselben persönlich kennen zu lernen, da er uns mit einem kurzen Besuche beehrte. Herr vr. H. hat auf uns den Eindruck eines ebenso gelehrten wie liebenswürdigen Mannes gemacht, den uns aber vor Allem seine Characterfestigkeit schätzen läßt Herr l)r. H. hat nämlich bereits vor Jahren sein Amt freiwillig niedergelegt, da sein Gewissen ihm verbot, in die radikalen Reformen zu willigen, welche die isr. Gemeinde zu Gothenburg ins Merck setzte; sein Nachfolger wurde der Or. Wolf, welcher neulich bei der Neformgemeinde in Breslau vergeblich candidirte. Herr On. H lebt noch jetzt in G. als Direktor einer Handelsschule, fühlt sich aber ziemlich vereinsamt dort; es wäre zu wünschen, daß er seinem Vaterlande (er ist ein Deutscher) zurückgegeben würde. Herr Moritz versuchte auch sein Glück zu Stockholm, ebenfalls mit keinem Gefolge; er klagt, daß die dortigen Christen es für unangemessen und intolerant halten, daß man sich in die religiösen Angelegenheiten der Juden einmische. Wir können in dieser Beziehung den Stockholmer Christen nur zustimmen; überhaupt gäbe es für das Geld der englischen Missionsgesellschaft viele bessere Zwecke und angemessenere Verwendung, als jene Sendlinge zu besolden und ihnen reiche DKMk zu gewähren, um den Unfrieden in die Familien zu tragen. Wie wäre es,wenu die Misfionsge-