Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 38 (24.9.1863)
- Date
- 1863-09-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage zu Nr. 38 des Israelit Zeitungsnachrichten u. CarrespondenM. Deutschland Fulda, 16. Sept. Der Termin zur Wahl der beiden Landtagsabgeordneten von Seiten der Höchstbesteuerten im Verwaltungsbezirke Hersfeld ist vom 23. Sept. auf den 30. d. M. verlegt worden, weil auf den erstgenannten Tag ein israelitischer Feiertag fällt und deßhalb die Höchstbesteuerten mosaischen Glaubens in jenem Verwaltungsbezirk verhindert sein würden, sich an der Wahl zu betheiligen. Schweiz. Bern, 17. Sept. Die Regierung von Aargau hat dem Bundesrath Anzeige gemacht von dem Beschlüsse des aargauischen großen Rathes über die Judenfrage vom 28. August d. I., so wie von dem durch ihn am 11. Sept. d. I. erlassenen Vollziehungsdecrete. Sie macht geltend, daß die Juden im Aargau nun bereits neben den politischen Rechten auch ein Ortsbürgerrecht haben und ihre Vertheilung auf dre aargauischen Gemeinden also nicht nothwendig sei. Zugleich wünscht sie, daß den schweizerischen Juden die freie Niederlassung in der ganzen Schweiz eingeräumt werde. Der Bundesrath drückt in der Antwort seine Befriedigung darüber aus, daß der Aargau dm Juden die politischen Rechte und das Cantonsbürgerrecht nicht länger vorenthält Die Frage des Ortsbürgerrechtes ist dem Justizdepartement überwiesen und die Regierung von Aargau wird eingeladen, ein Mitglied zur Theilnahme an der betreffenden Untersuchung zu delegiren. Die Frage der freien Niederlassung ist dem Justizdepartement zur Begutachtung überwiesen. Griechenland. Athen, 12. Sept. Die aus den jonischen > Inseln wohnenden Israeliten sprachen in einer! Adresse ihre Freude über die bevorstehende Vereinigung j mit dem Königreich aus. Amerika. Ueber die Erschießung von fünf Deserteuren des 118. Pennsylvania-Regiments finden wir in der „Newyork-Tribune" folgende Einzelnheiten: Sie warm aüesammt Stellvertreter von Loosausgehobenm. Zwei von ihnen, Emile Lai und John Reannese waren Katholiken, zwei waren deutsche Protestanten Namens I. Kühn und I. Folany und der fünfte ein Jude, Karl Walter, seinem Namen nach somit auch ein Deutscher. Mit Ausnahme Folany's waren sie alle verheirathet. Walter's Frau, die in Newyork lebt, hatte den Präsidenten vergebens um Gnade für ihrm Mann gebeten, die Angehörigen der vier anderen lebm in Europa. Sie wurden gebunden auf den Richtplatz geführt, ihr Todeskampf dauerte nicht lange. Charakteristisch aber ist es, daß sich der Rabbiner und der katholische Geistliche, welche ihre resp. Glaubensgenossen zur Richtstätte begleiteten, über dm Vortritt in dieser traurigen Procession stritten. Der katholische Priester beanspruchte ihn als Vertreter der höchsten aller Kirchen, der Rabbi seinerseits, weil seine Religion die ältere sei. Der Generalprofoß, der zur Beilegung dieses Streites aufgefordert wurde, entschied zu Gunsten des Rabbinen und der Andere mußte sich fügen. Feuilleton. Das Hüttenfck. oder das Fest der Freude. Entbehrung ist im Jsrälitenthume Der Lehre Grundkcrn, des Gesetzes Blume, Denn der Gebote und Verbote viel Sie sind die Bahn — die Mäßigkeit das Ziel. — Beschränkung im Genuß, sie hält die Wage Den Lustbarkeiten selbst der Feiertage — In jedem Fest verklärt sich der Gedanke: Der Lust mit Lust zu setzen eine Schranke. — So glänzt am „Freiheitsscst" der Armuth Brod Und Hütten sind am „Freudenfest" G.bvt. — 1. Um des Tempelhofes weite Räume Stehen Bretterhütten aufgericht't,