Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 37 (16.9.1863)
- Date
- 1863-09-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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37. 4. Jahrgang? Israelit. Ein Centralorgan für das orthodoxe Jndenthnm Herausgegeben von UV*. Lehmann in Mainz Mainz, den 16. September 5624 (1863.) D« «it dem t. Octsber ei« neues Quartal beginnt, so erlaube» wir uns die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zn rnachr«, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werde» muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Tbaler p. e. oder fl- 3. 30 kr. rh. halbjährig 1 Thlr. p. e. oder ff. 1. 45 kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. p. e. oder 53 kr. rh. Alle Buchhandlungen und Postämter nebme» Bestellungen an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzrile oder deren Raum. Oesterretchifcke Banknoten laut EourS. Sollte direkt« Frankozufendnng unter Streifband gewünscht werden, so find an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr. p. e. oder 5 fl. iS kr. rh. oder 6 fl. öst-rr-ich. franko etnzusenden. Wege« des VersöhnungstngS wird die »achste Nummer erst Douuerstag, de« 24. September auSgegebe» werden. I » - « l t. Beile»Ne Pkrtikel r Schema Jisrael. — Ueber das quästiontrte jüdtsche SchuUnsprktorat t» Ungarn — Bau jüdischer Armen- »nd Ptlgerwohnunaeu tn Jerusalem. Zeitungsnachrichtennnd Korrespondenzen: Preußen: Posen. — Oesterr. Kaiserst.: Wien. — Donaufürstenthümer: Jassy —Schweiz: Zürich. — Italien: Rom. Inhalt der Beilage. Zeitungsnachrichten »nd Correspv»Seazen r Oesterr. Katserst.: Höllisch. Leite«-e Artikel. Schema Jisrael. (Zum Versöhnungstage.) Die Tage eilen dahin, sehr bald wird der Tag erscheinen, welchen das Haus Israel feiert als den größten und bedeutendsten des Jahres. Wer hat ihm diese hohe Bedeutung verliehen? Der Wille des allmächtigen Gottes, der ihn bestimmt hat, zur Vergebung, zur Verzeihung, der da bestimmt hat, daß wir an ihm rein werden sollen vor Gott. — Der Versöhnungstag ist nns der Gipfelpunkt unseres religiösen Lebens. Das war er zur Zeit, als noch in der Vorhalle des heiligen Tempels dicht gedrängt, ja schwebend die Volksmenge stand und dennoch Raum hatte, sich niederzuwerfen vor Gottes heiligem Antlitz O'NI-» O'inrnr'Qi als noch der Hohepriester in Reinheit und Heiligkeit dNS ASerheiLigste betrat, als noch der hunderttausendstimmige Jubel das Wunder begrüßte, da die rothe Schnur, das Bild der Sünde, sich umwandelte in das reine unschuldsvolle Weiß — und das ist er geblieben, wiewohl zerstört ist das Heiligthum, wiewohl Israel zerstreut ist in alle Länder der Erde; und mögen auch noch so vereinzelt Israeliten wohnen, sie finden sich zusammen, um den Versöhnungslag gemeinsam zu begehen, und mag auch noch so sehr Sünde und Abfall überhand genommen haben, es erwacht am Bersöhnnngstag daS religiöse Gefühl und an ihm wenigstens noch sehnt sich das noch nicht ganz verstockte Herz nach seinem liebevollen Vater im Himmel. Um wievielmehr gilt der Versöhnungstag dem echten, wahrhaften Juden, deDn Leben ein fortlaufender Gottesdienst ist! Da ist der Jom Kippur gleichsam der Mittelpunkt, in den Alles zusammenströmt, an welchem die Rechnung abgeschlossen wird mit der Vergangenheit und Kraft gewonnen wird für die Zukunft, für neues Mühen, Ringen, Kämpfen, Streben. In den Vorbereitungstagen zum Neujahrsfeste und in den Tagen der Buße sind durchsucht alle Falten des menschlichen Herzens, das ja selbst bei dem Frömmsten und Gerechtesten oft so schwach und thöricht ist, 2^7,-r «in vDO verkrümmter ist das Menschenherz, denn