Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 36 (9.9.1863)
- Date
- 1863-09-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Beilage za Nr. 36 des Israelit. Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Fraukirchen, im Elul. (Schluß.) Die unverwüstliche strenge Unparteilichkeit verbunden mit dem nach beiden Seiten hin ununterbrochen fortgesetzten Bitten und Zureden friedlich von Forderungen und Ansprüchen abzustehen, welche letztere Bemühung auch viele Früchte getragen, alles Dies steigerte das Vertrauen der Parteien in gleicher Weise, und wenngleich noch bedeutendere Punkte einem pi pvs überantwortet werden müssen; so wurde doch auch dieses mit unbedingtem Vertrauen von beiden Seiten entgegengenommen. Und so gelang es durch allseitigen Respekt vor .-iwiip,-! Miiri p-i einen durch Hunderte von Fäden verwickelten unentwirrbar scheinenden Knoten nicht durchzuschneiden, sondern zu entwirren, fast nach Hunderten zählende Differenzpunkte auf verhältnißmäßig sehr wenige zu reduciren, und die traurige Vergangenheit derartig zum Abschluffe zu bringen, daß es bei gegenseitigem Entgegenkommen nicht mehr so schwierig ist, einen Schleier über die letztere zu ziehen. Wohl fühlend aber, daß Letzteres nicht möglich ist, ohne die Gemeindeordnung für die Zukunst fest zu ordnen und zu begründen, hat die ganze Gemeinde den Wunsch ausgesprochen, daß das Werk durch die Feststellung bestimmter Normen und Statuten gekrönt und verewigt werden möge, welchem Verlangen auch jenes schiedesrichterliche Collegium bereitwilligst willfahrte, und eine vollständige Gemeindeordnung wurde theils aus Grund neu beschlossener Einrichtungen fast in allen Theilen mit Einstimmung beschlossen, und bereits der hohen Behörde zur Ratifikation unterbreitet. Wenn in dieser Weise die trübe Vergangenheit zum Abschluffe gebracht, und einer schönen Zukunft feste Basis geschaffen; so blieb einem allgemein ebenfalls gefühlten Bedürfniß der Gemeinde zufolge noch eine sofortige Begründung derselben in der Gegenwart übrig, nämlich die sofortige Erneuerung des unter unsäglichen Hindernissen und Schwierigkeiten dieser Art, sich schwach und matt fortschleppenden Vorstandes, i Auch hierzu wurde sofort thätigst Hand angelegt, und l wurde diese Angelegenheit mit größter Zuvorkommenj heit, und unter gewohnter Assistenz der Lokalbehörde in einer Weise geordnet, daß wir uns ,-i"I rühmen können, die für unsere alte gottesfürchtige Gemeinde wieder hereinbrechende alte schöne Zeit mit einem schönen Osn begonnen zu haben. Wenn es anerkanntermaßen der größte Krebsschaden des Judenthums überhaupt und der einzelnen Gemeinde besonders ist, daß so Viele gleichgültig gegen ihre heilige Pflicht sind, Wahlen von Cultusbeamten vorzunehmen, wenn es nichts Tätlicheres, nichts Entnervenderes gibt als die verhängnißvolle Lethargie in cultuellen Fragen, so mußte die Lebhaftigkeit und der schöne Organismus bei der obigen Wahl jeden wahren Freund jüdischen Lebens uud jüdischen Wollens mit höchster sittlicher Freude erfüllen. Es gaben von 136 Stimmberechtigten überhaupt 106 ihre Stimme ab, worunter 20, welche auf Dörfern wohnen und eigens brieflich ihre Stimmabgabe nach dem Wahlorte sendeten. Von diesen 106 Stimmen vereinigte ein in jeder Beziehung sowohl in religiöser Thätigkeit wie in humaner Schulbildung vorzüglicher und der Gemeinde schon seit mehreren Jahren ganz vorzüglich vorstehender Mann Herr Salomon Kalisch 67 Stimmen, eben so die vier Geschworenen^ die Herren Mayer Schey, Schei Ungar, Gerson Kraus und Jakob Stern, je 80 bis 85 Stimmen, so auch die Herren Cassier und die übrigen Gemeindebeamten derart, daß auch die Behörde mit großer Hochachtung von diesem lebendigen Interesse und der so einigen Organisation erfüllt wurde. Dieses eine kurze Skizze obiger noch an vielen schönen Episoden, die aber weit über den mir gesteckten Raum hinausgehen würden, reichen Wiederaufstehungstage unserer Gemeinde. Ich lege ungern die Feder aus der Hand, die noch so manches Hocherhebende, in den letzten Tagen Erlebte hinzufügen möchte, nur noch drei heiße Herzenswünsche möge man mir gestatten: Es möge dieser so Lheuer erkaufte und so zur allseitigen Freude errungene Friede ein dauernder und ungetrübter sein, es nrögen alle unsere Gemeindemitglieder eingedenk sein des nrniv -oupv.-i i'poL sie mögen einen dichten Schleier über