Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 36 (9.9.1863)
- Date
- 1863-09-09
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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445 Leiter das. bei der Hochzeit von Salomon Einstein mit Fräul. A. Kleiber 6 fl. 57 kr. — Durch A. Oppenheimer, Lehrer in Theilheim: R. S. Rosünbaum 24 kr.; bei der Hochzeit des Mayer Freudenthal 2 fi. 51 kr.; Hemm Silberthau beim Aufruf zur Thora 30 kr.; Mayer Freudenthal 31 kr.; Sam. Lebermuth 30kr.; zusammen 4fl. 45kr.; abz. Porto 4 fl. 41 kr. Zeitungsnachrichten u. CorrespondenM. Oester reichischer Kaiser st aat. FraukLrchen, im Elul. Indem ich Sie, geschätzter Herr Redakteur! um die Aufnahme folgender Correspondenz bitte, halte ich es für nothwendG, einige Worte über die Berechtigung dieser zunächst ganz partikulär erscheinenden Gemeindesache, sich als Angelegenheit allgemeinen Interesses zu geriren, vorauszuschicken. In der That aber bietet sie für allgemeine Belehrung und eventuelle Nachahmung so reichen Stoff, daß es durchaus keiner sehr eindringlichen Betrachtung bedarf, um die hohe universelle Seite herauszusühlen. Wie viele Gemeinden des In- und Auslandes werden leider von Zwistigkeiten, Streit, und auf's Leidenschaftlichste geführten Prozesse zerfleischt, wie viele schöne, fromme, einträchtige, Großes, Gewaltiges, Menschenbeglückendes zu Tage fördernde Gemeinden habe» sich um alles dies gebracht, durch innere Kämpfe Zerklüftungen und Zerwürfnisse, die im eigentlichen Sinne des Wortes, den Bruder gegen den Bruder, den Vater gegen den Sohn, mit dem tödtlichen Haffe erfüllte, einem verhängnißvollen Haffe, an dem die blühendsten Gemeinden verbluteten, durch den die ivshlthätigsten Vereine sich auflösten, die herrlichsten Institute zu Grunde gingen, und mit diesem allem die Gottesfurcht, der jüdische Geist, ich möchte sagen die jüdische Atmosphäre der Gemeinden. O, wie viele Blätter der Geschichte jüdischer Gemeinden stillen jene unglückseligen Parteiungen aus, wie viele Ströme Herzblutes hat dieser Jammer schon vergossen!— Ein Kampf um des Gotteswortes, um des jüdischen Geistes willen gegen heterogene, indifferente Elemente, Gott behüte uns, dagegen eine Feder einzutauchen, im Gegentheile, wehe jener Gemeinde, in der um solcher Existenzfragen des jüdischen Lebens nicht, wenn eS nöthig ist, ein heißer Kampf geführt werden kau»; aber wo dieselbe religiöse Basis beiderseits als außer Frage stehendes Postulat unwandelbar anerkannt ist und bleibt — da ist der moralische Brudermord das Schrecklichste der Schrecken. Auch wir haben leider seit Jahren in unserer Gemeinde dieses schrecklichste der Schrecken durchgekostet und wie wir es, mit dem Beistände des Allgütigen, auf jüdische Weise beendet, das ist sicherlich universell genug, der Oeffentlichkett, überantwortet zu werden. Welche die gräßlichen Motive dieses ein ganzes Lustrum sortgeführten Haders unserer Gemeinde waren, ist einerseits allerdings von durchaus keinem allseitigem Interesse „eine alte Geschichte, immer neu" und soll anderseits von uns verschwiegen werden, well unsere Absicht ist, im Sinne des gestifteten Friedens, dem, wir hoffen es zu Gott, auch bald die Versöhnung folgen wird, zn wirken. Kurz, unsere Gemeinde hat sich seit circa fünf Jahren in zwei allerdings sehr unverhältnißmäßige, aber doch immer in zwei Lager getheilt, und hat alle schauderhaften oben kurz angedeuteten Conseguenzen solchen Jammers selbst mit Einschluß von Entfremdung und Entzweiung des Vaters und der Söhne und zwar des würdigsten reichsten Gemeindemitgliedes, erfahren. Hierselbst haben uns ereilt alle Bande der Gemeinde haben sich zu lösen angefangen, die wohlthätigsten Vereine lagen gelähmt da, mit großer Erbitterung wurden beiderseits die Behörden, vermeintlich jederseits zum Schutze angerusen, und dahin war — die Rücksicht auf Geld und Gut, auf Blut und Ehre. Erlaffen Sie mir die Beschreibung dieser Unglücksperiode. Da gab der gute Gott beiden Parteien in den Sinn, sich in das interne jüdische Gebiet zurückzubegeben iwd durch ein Rabbinats- Collegium ^>ie Erledigung zu versuchen, die der Behörde trotz jahrelanger Intervention nicht gelungen, wohl, wie wir von der Weisheit unserer hohen Behörden überzeugt sind, größtentheils deßhalb nicht gelungen war, well dieselben selbst einsahen, daß sie in so vielen Punkten ohne unmittelbare Sachkenntniß lrova Läe unrichtig urtheilen mußten. Auch stimmte die Behörde sreudigst dem so sehr Zweck entsprechenden Entschlüsse der Parteien bei, und berief die von letzteren selbst vereinbarten Rabbinen zu Deutschkreuz,