Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1863-08-19 · Heft 33 (19.8.1863) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 33 (19.8.1863)
Date
1863-08-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2446951-2447089-2447122--02077-2457387
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beilage M Rr. 33 des Israelit. Leitaagsuachrichtru u. Carrrs-ondrryen. Deut s ch l a n d. Altona. Auf ein von dem Direktor der hiesigen israelitischen Gemeindeschule, Herrn Or.E. Liebrecht, aN den Verwaltungsrath -es Hamburger zoologischen Gartens gerichtetes Gesuch um Zulassung der genannten Anstalt gegen ermäßigten Eintrittspreis erfolgte in freundlichster Weise die Bewilligung ganz freien Entree's. Demgemäß begaben sich am 7. die erwachsenen Schüler der Anstalt, unter Führung des Direktors nach -em Garten, dessen zoologische Schätze sie aufmerksam besichtigten und eben so viel Vergnügen wie Belehrung aus dieser Rundschau schöpften. Gegen Mittag wurden die Kinder mit einer Reichlichen Kollektion erquickt, die Frau John Marburg in Altona freundlichst besorgt hatte. Dann hielt Di-. Liebrecht (der seit Ostern d. I. aus Schlesien an die Schule berufen ist) eine warme Anrede an Or. Brehm, den Direktor des zoülogifchen Gart^ns, rn derber seinen Dank und zugleich seine Trauer über Ernst Merck's Dahinscheiden aussprach. Or. : Brehm erwiederte in sehr herzlicher Weise und ermahnte die Jugend, sich eifrig an's Studium der Natur, als eines Buches göttlicher Erkenntniß zu halten. Die Schuljugend brachte dem wackern Manne eiu Hoch und verließ den Garten, um ihren Angehörigen die schönen Erlebnisse -es Tages zu berichten. Solche Wanderungen werden sich gewiß recht oft wiederholen und der Jugend von größtem Nutzen sein. Preußen. Paderborn, 1. August. In unserer Stadt ist heute in bescheidener, aber erhebender Weise die Einweihung des israelitischen Waisenhauses für Rheinland und Westphalen gefeiert worden. An der Hauihrer verehrten Mutter, der Gründerin und Vorsteherin der Anstalt, Fräulein Nathan, zogen die elternlosen Knaben und Mädchen, begleitet von den Spitzen -er Behörden, den Mitgliedern der Synagogengemeinde ' und auch auswärtigen Gönnern, aus den engen Räu-! men des provisorischen Waisenhauses in das neuer-! baute, das, vor dem Kasseler Thore gelegen, sich als j ein würdiges Denkmal der Humanität präsentirt. Der verdienstvolle Landrath Herr v. Grassa öffnete die Pforten des Hauses und des Betsaales, die Zöglinge stimmten das „Heilig" an, worauf der Herr Rabbiner vr. Schwarz aus Köln die Festrede hielt, die, ausgezeichnet an Gehalt und Vortrag, Herz und Geist der Zuhörer mächtig ergriff. Dem Gebet für König und Vaterland folgte ein entsprechender Vortrag des Herrn Oberlehrers Alsbach aus kamen, Mitglied des Kuratoriums, der auch die Seelenseier für die verstorbenen Wohlthäter der Anstalt abhiett. Vor Beendigung des Gottesdienstes und der Thora-Vorlesung — bei welcher Gelegenheit von den Anwesenden circa 500 Thlr. für das Waisenhaus gespendet wurden — beteten die armen Waisen das Kadisch, wobei sich ihre und aller Augen mit Thränen füllten. — So ist nach schweren Wehen und Kämpfen endlich das Werk unter göttlichem Beistände vollendet und wir blicken mit frohen Hoffnungen den ferneren Geschicken der Anstatt entgegen. Ja , „wie der Grundstein durch die Hilfe des allbarmherzigen Vaters im Himmel zum köstlichen Echtem geworden, so wird nun das ganze Haus ein Fels werden, aus dem die Quelle des Heils strömt für die, welche ziehen durch das Thal der Klage und der Leiden." — Se. Maj. der König geruhten Allergnädigst Ihre Segenswünsche für das Gedeihen der Anstatt unter huldvollen Ausdrücken an die Vorsteherin des Hauses auf telegraphischem Wege aus Gastein hieher gelangen zu lassen. <K. Z.) Breslau, im August Die Wahl eines Rabbiners an Or. Geigers Stelle ist hier stark im Gange. Gehören wir auch nicht jener Partei an, welche die Wahl recht eigentlich interessirt, so waren wir doch nicht ganz indifferent, namentlich Anfangs. Denn wir hofften, daß trotzdem Geiger einen sich ähnlichen Nachfolger gewünscht und empfohlen, die Gemeinde doch einen kleinen Rückschritt machen würde. Allein, da auch der Candidat, von dem am meisten zu hoffen war, daß er ihn bewirken werde, durch den Beschluß des Vorstandes, wie der geschätzten Correspondent aus Oberschlesien warheitsgemäß berichtet hat, an eine

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.