Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 33 (19.8.1863)
- Date
- 1863-08-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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4V2 's wir gehorchen freudig diesen Mn Geboten,*) deren Offenbarung ihr unsterbliches Sieg^ dH ^chöMtNg. unserer Nationalität aiWrimt. s Und dennoch — zetstvmt über den gkürzen Erdkreis — haben wir l8 Jahrhunderte der Verfolgung erduldet; und als die erste aller civilisirten Nationey, als Frankreich die erste Schranke der uns niederdrückenden Vorurteile fallen Keß, war es noch WU davon entfernt, die Aera der Verfolgungen zu schließen/ den Jahrhunderte währenden Haß abzuschaffen, dessen beklagenSwerthe Opfer wir waren. Aber das Licht verbreitet sich, der Horizont klärt, sich auf. der Fanatismus erlischt, und in dieser langen Arbeit, welche die Jahrhunderte schrittweise, machen, einander den sich immer vergrößernden Funken vererbend, bemüht sich der menschliche Verstand immer mehr, inmitten der Völker das Gefühl der Brüderlichkeit zu verbreiten, welches ohne Berücksichtigung dB. Cultus Allen gleiche -Hechte verspricht. Ohne Zweifel bedarf es noch mächtiger Anstrengungen und es bleiben noch viele Dinge zu thun übrig. Muselmänner und Christen Verfolger: sich gegenseitig, die christliche Sekten zerfleischen sich einander, es gibt noch Gesetze, welche die Verbreitung der Bibel mit schweren Strafen belegen, und wir, theure Glaubensgenossen, wir sind noch auf einem großen Theile der Erde Gegenstände des Hasses und der Verachtung. Schwach an Zahl aber stark durch den Willen, werden wir dahin gelangen, den langwierigen Widerstand zu besiegen,' welcher den Aufschwung unserer Glaubensgenossen in so vielen Gegenden zurückhätt. Um das zu erreichen hat sich die ^lliauoo isi-aölits uni- V6i86l1e gebildet. Welches auch das Land sei, in welchem ein Israelit einen Act der Verfolgung erduldet — seine Stimme wird zu uns gelangen, die unsrige wird sich dort vernehmen lassen; unser Jahresbericht gibt hiervon den deutlichsten Beweis: schon haben wir mehr als eine Gefahr beschworen, mehr als eine Unbilligkeit zurückgehalten, mehr als einen Unschuldigen gerettet. Ich habe mit Eifer den Vorsitz dieses fruchtbringenden Vereins übernommen; ich weiß , daß ich aus die Unterstützung aller seiner Mitglieder zählen darf. Aber diese Unterstützung, ich verlange sie auch von euch, meine theuren Glaubensgenossen , die ihr an unserm Verein noch nicht Theil nehmt. Kommt zu mir, kommt zu uns; schicket uns tausend und aber tausend Theilnehmer; constituiret besondere Comit^s. Ihr Juden Englands, Rußlands, Polens, Belgiens, Hollands, aller Länder Deutschlands, aller Staaten Europa's, Afrika's, Amerika's, ihr Juden auf all den Punkten des Universums, wohin unsere Religion ge- A L yr. d. Red.: Warum nur diesen zehn, warum nicht alle n Geboten Gottes? dyWWb. vereinigt Euch durch «jy brüderliches Band mrt dem Comitä vpn Mris, Welches ihr immer bereH finden werdet, eruK guteiz Gedanken zu unterstützM^ Ihr Juden in allen Städten Frankreichs, gebt das Beispiel eines aufopferungsvollen Zusammengehens. Möge unsere Zahl eine neue Macht dieser so WhmftSv-llen PeremiHuw verleihen, VA kaum entstanden, schon rmgehoffte Früchte getragen hat. Muth, meine Brüder, wir werden in unseren edlen Bemühungen durch hervorragende Geister aus andern Culten unterstützt und wir schreiten der glücklichen Brüderlichkeit aller Menschen entgegen. Ich, meines Theiles, ich habe freudig meine Jugend und mein reiferes Alter der Vertheidigung und Aufrechthaltung einer Religion geweiht, welche die Moral der zehn Gebote zu ihrer Grundlage und die Einheit Gottes zu ihrem Gipfel macht;*) und so Gott mit dem Menschen, den Himmel mit der Erde verbindet. Möge mein Alter die Entwickelung unseres heiligen Vereins schauen; möge er inmitten der brennenden Fragen, welche die Welt bewegen, sich darstellen durch die Brüderlichkeit der Gefühle, welche allzeit bereit ist, ihre Pflicht zu thun und Opfer zu bringen, indem er auf feine Fahne schreibt unsere alte Devise: Der einzige Gott, Liebe für's Vaterland, Abschaffung des Sclaventhums. Könnte ich doch nächstes Jahr am selben Tage, da ich über die mir anvertrcmte Mission Rechenschaft ablegen werde, verkünden, daß die ^Uisuss isrsöttt« universelle überallhin verbrettet den Schutz ihrer unzähligen Zweige. Paris, den 15. Juli 1863. Mvlpb vrLmlenx. Wie zweifeln nicht daran, daß dieser so warm geschriebene Aufruf, erlassen von einem so bedeutende» Manne, von Erfolg gekrönt sein wird; daß warme Interesse, welches Herr Cremieux für Juden und Judenthum nimmt, macht seinem Herzen Ehre. Möge der Erfolg nicht hinter seinen Wünschen Zurückbleiben. Zum Beittfitje ist ein Jahresbeitrag von mindestens 6 Francs erforderlich, die man m Geld oder Büchern oem Cassier des Vereins (33, rus ck'Luxbkvu, karis) übersenden kaM. Wir, werden in einer der nächsten Nummern über den Jahresbericht Ausführlicheres mittheilen. Anm. der Red.: Es sollte wohl umgekehrt heißen/ die isr. Religion geht von der Gottesidee aus und ihre gesamnrte Sittenle-re ist nichts als die Lonsequenz dieser Grundlage.