Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 32 (12.8.1863)
- Date
- 1863-08-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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386 den bei jedem neueren beigedruckten, finden wir hier ferner dann 1^217 2"->.-iQ, die zum gehörigen Comentare des v'"» 'svm und noch acht verschiedene 2'L^'Z und von den bedeutendsten Männern der jüngsten Jahrhunderte — und das Alles für 17 Thaler! Es kann nunmehr jeder Reisende nicht allein die Maßechta, mit der er sich beschäftigt, mit sich führen, sondern auch die nothwendigsten Commentare, die beim einsamen Studium um so weniger zu entbehren sind; auch für Studirende und Jeichibah-,Jünger empfiehlt sich diese Ausgabe sehr. Papier, Druck und die gesammte Ausstattung lasten Nichts zu wünschen übrig. Wir hegen die feste Ueberzeugung, daß dieses neue sich allgemeiner Anerkennung und großer Verbreitung zu erfreuen haben wird. Die F. A. Brockhaus'sche Buchhandlung in Leipzig hat einen Prospekt für eine neue Ausgabe! der gelammten Schriften Moses Mendelssohns! nach den Originaldrucken und Handschriften, vom Enkel! des berühmten Mannes, Prof. vr. G. B. Mendelssohn, herauszugeben, versandt. Die sämmtlichen Werke werden aus sieben Bänden in acht Theilen bestehen und jeder Theil im Subskriptionswege 20 Silbergr. i kosten. So sehr auch Mendelssohn's Andenken verehrt, i so viel und so oft auch Mendelssohns Name genannt : wird, so wenig bekannt sind doch seine Werke; nur > einzelne wie Phädon, Jerusalem und seine Ueber- , setzungen haben einen größeren Leserkreis gefunden,! während der bei weitem größte Theil feiner Schriften! kaum denl Titel nach bekannt ist. Durch diese neue - Ausgabe wird nunmehr Gelegenheit geboten, die zur unbefangenen Würdigung des unberechenbaren Mendelssohnschen Einflusses auf Juden und Judenthum nothwendige Kenntniß zu erlangen, zumal bei dem bedeutenden Umfange der einzelnen Theile der Preis . ein nur müßiger ist. Herr Oberrabbiner Abr. Sutro zu Münster > in Westphalen hat ein von ihm vor 7 Jahren ver-! öffentliches Sendschreiben an die Angehörigen seines Rabbinatssprengels wiederum abdrucken und versenden lasten; er kämpft darin mit gewohntem Eifer gegen die Resormrabbinen und deren Bestrebungen; es heißt! darin unter Anderm :! „Die Reformer bekunden in allen ihren Neue- > rungen nicht nur in Thora und Talmud, sondern soj gar in weltlichen Dingen ihre Unwissenheit. So wird, « um nur Eins anzuführen, nicht mehr mit Namen zur Thora aufgerufen, sondern mit Nummern. Nr. 1, 2, 3, 4 rc. Nun weiß aber jeder Schulknabe, daß bei uns mit Namen Anrufen ein Zeichen der Liebe und Hochachtung ist. So sagt der Erzvater Jacob „durch sie (meine Enkel) wird mein und meiner Eltern Name genannt werden." Daher die Benennung unserer Kinder nach dem Namen unserer Väter, wodurch deren Namen stets fortgepflanzt werden. In Gefängnissen, auch in Sibirien, werden die ehrlosen VerbrechA-»zum Zeichen der tiefsten Verachtung nicht mit NanM, sondern mit Nummern gerufen; Job nennt deAemernen Pöbel UsU sobsvr; Männer ohnesANmen; und in den Sprüchen Salomonis heißt eL^Dscchsr Sackilc lidraebad vesebem Rssebaim jirl»RI^H)er Name des Biederen, Frommen wird mit^ÄHtuvg ermähnt, jener der Frevler wird nicht gedacht." Mit tiefem Bedauern habe ich leider wahrnehmen müssen, daß bereits die Einheit des Ritus, wodurch wie gesagt, die Thora und Israel sich bisher erhalten haben, der Auflösung entgegengeführt wird, indem fast in jeder Synagoge ein sogenannter „neuer Ritus" herrscht. Je eingebildeter und arroganter Lehrer und Vorsteher, desto mehr Unpassendes und Ungehöriges wird in den Gottesdienst eingeführt. Nicht Einer von diesen Neuerern versteht auch nur eine Mischna zu lesen, und solche Männer, denen die Gesetze unbekannt sind, auf denen unsere religiösen Ceremonien basiren, solche Männer werfen sich als Reformatoren auf, schaffen alte geheiligte Gesetze und Gebräuche ab, und Neues, Nichtssagendes setzen sie an deren Stelle. O, thorichtes Volk, das den Einflüsterungen solcher Männer Gehör leiht! — Die Reformer sind aber nicht nur unwissend in religiösen Fragen, sie haben auch eine große m oralische Schuld auf sich geladen. Sie haben die Fackel der Zwietracht in dre friedlichen Gemeinden geschleudert; ne haben Sohn gegen Vater und Brüder gegen Brüder gestellt; sie verfolgen mit ihrer Intoleranz Jeden, der nicht ihren Thorheiten huldigt, wie ich es leider selbst nur zu sehr habe erfahren müssen. Die waltende Vorsehung hat mich trotz der vielen Verfolgungen und Beleidigungen, die ich von den Reformern erlitten, bis jetzt erhalten, um noch in meinen alten Tagen das Glück zu haben, darob zu wachen, daß der alte Ritus in der Synagoge wiederhergesteüt und mit der Thora erhalten werde." Seit dem i5. Juli erscheint in Prag eine jüdische Zeitschrift unter dem Titel: „Die Zeitstimme, ein unparteiisches Organ für die Gesammtinteressen der Juden," herausgegeben von Jsak Bloch. Wird dieselbe ebenso „unparteiisch" sein, wie das bekannte