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Der Israelit · 1863-08-05 · Heft 31 (5.8.1863) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 31 (5.8.1863)
Date
1863-08-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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383 Götzen der PaM Diese Deutung koüvMM ten des Mannoiiides. rächt Mdentweiht. 5enMmWrten Wor- Aben Esra aber sagt ganz entgegengesetzt -r^: Damals fing man an den Namen Gottes anzurufen. Ich glaube aber, daß diese zwei Deutungen des Wortes ^rn.-l nicht divergiren, daß sie sich vielmehr harmonisch ergänzen. Dies zeigt ja oft die Erfahrung, daß der Betrüger, der es in seinem Metier zur Meisterschaft gebracht, alle Künste der Lift ausbeutet, um sich Glauben und Geltung zu verschaffen. Wohl erwägend, daß die Lüge in ihrer nackten Gestalt, wie sie in seinem Gehirn erzeugt wurde, gar bald von dem vernünftigen und scharfblickenden Menschen als solche erkannt und zurückgestoßen wird, sucht er dieselbe mit einem schönen, gefälligen Gewände zu umhüllen, mit den Farben der Wahrheit zu übertünchen. Würde er gleich mit den ersten Worten' unglaubliche und offenbar falsche Dinge aussagen, so würde er kein geneigtes Ohr finden und das ersehnte Ziel verfehlen. Er muß daher zuerst mit glaubenswerthen nnd annehmbaren Worten seinen Vortrag einleiten, damit die Zuhörer gleich durch den ersten Eindruck für ihn gestimmt, durch den Reiz der Wahrheit gefesselt werden. Hat er sie bereits gefesselt; hat der blendende Zauber seiner Beredsamkeit sich ihrer bemächtigt: dann sind alle; Schwierigkeiten beseitigt; dann hat er nicht mehr ir-! gend einen Widerspruch zu befürchten; die Zugänge! ihres Geistes sind weit und breit geöffnet, und so dürfen auch dw Lügen schaarenmeiie einschreiten und! auf sichere Eroberung rechnen Ebenso machten es? die falschen Propheten. Hätten sie ihre Reden damit j eingeleitet: „Nein, es ist nicht wahr, es gibt keinen! Gott, der die Welt geschaffen, die Welt ist von selbst! entstanden" wer hätte solche Redner angehört? Das; Gottesbewußtsein ist dem Menschen angeboren, der Glaube an Gott ist mit allen Fasern seines Wesens verwebt und verwachsen, wer hätte also jene Gottesleugner angehört? gleich bei den ersten Worten wären sie gesteinigt worden. Sie mußten daher mit Gott anfangen: Ja, es gibt einen Gott, der Himmel und Erde und alle Wesen geschaffen, dieser Gott ist allmächtig, allweise und allgütig" solche Worte werden mit Vergnügen angehört, nach und nach rückten sie hervor mit falschen , gottlosen, götzendienerischen Irrlehren, und so wurde das Volk listigerweise in das Retz -es Götzenthums verstrickt und gefangen. ÜA dies mag wohl die Schrift meinen, wenn sie sagt ne „damals fing man an zu predigen im Namen und mit dem Namen Gottes, aber der Name Gottes war nur der Anfang der Rede, der Name Gottes war die Lockspeise, der Name Gottes mußte herhalten, um die Zuhörer zu fesseln, aber Götzendienst, gänzlicher Abfall von dem wahrhaften Gott, das war die Absicht und das Endziel der Rede Derjenige, der das Dasein Gottes geradweg leugnet, der entweihet nicht so sehr den Namen Gottes, als derjenige, der den göttlichen Namen zur Förderung der Sünde mißbraucht, v.m.i m damals fing man an zu predigen mit dem Namen Gottes, das Endziel aber war nicht Gott, vielmehr der Götzendienst — so ist der Name Gottes auf die sündhafteste Weise geschwächt und entweiht worden. Und in unserer gepriesenen Zeit wird auch sehr viel im Namen Gottes gepredigt. Aber wie Viele gibt es, die den heiligen Namen entweihen, da sie ihn nur dazu verwenden, um ihren sündhaften Absichten den Schimmer der Frömmigkeit und Religiösität zu geben, um dadurch desto sicherer das heilige Gebäude der Religion zerstören zu können. Ja so Manchem könnte man zurufen: „Sprich nicht den Namen des Ewigen, deines Gottes zum Falschen aus," Du meinst es nicht ernst mit deinem Gotte, du glaubst nicht an seine Offenbarung, und wenn du selber nicht glauben kannst, weil deine Seele mit Sünden besteckt den heiligen Wahrheiten der Thora nicht zugänglich ist, so täusche und betrüge wenigstens deine Nebenmenschen nicht — rwrn 'pii ->siD 7,2 wpbx -ps — So spricht Gott zum Frevler : Was hast du zu erzählen von meinen Gesetzen? Was hast du religiöse Vorträge zu halten? Du sprichst ja nicht vom Herzen! Du bist ein Seelsorger? Bist ein Träger des göttlichen Bundes? Wo trägst du diesen Bund Gottes? Etwa in deiner Seele? Nein, durchaus nicht — i's 'wis xVln du trägst meinen Bund nur auf deinen Lippen, ohne von seinen Wahrheiten durchdrungen zu sein!?ü. 86k1e8mxer, Rabbiner in Moor. Anzeigen. Zu den wv' empfiehlt sich ein Vorleser nach altem Rito; Kenner des Hebräischen mit gutem Vortrag, der auf Verlangen auch einen guten deutschen Vortrag halten kann. Näheres auf frankirte schriftliche oder persönliche Anfragen unter L. erhellt die Exped. dies. Blattes.

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