Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 31 (5.8.1863)
- Date
- 1863-08-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Jahrgan M 31 er Israelit. Ein Centralorgan für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von 0*. Lehmann in Mainz. Main-, den 5. August 5623 (1863.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich eiumal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. «Preis deS Jahrgangs: 2 Thaler p^. oder st. 3. 30 kr. rh. Halbjährig 1 Lhlr. p. e. oder st. 1. 4S kr. rh. Vierteljährig IS Ggr. p. c. oder S3 kr. rh. Alle Buchhandlungen und Postämter nehwen Bestellungen an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichtfche Banknoten laut Eours. Sollte direkte Frankozusendung unter Streifband gewünscht werden, so sind rm die Expedition pro Jahrgang 3 Lhlr. p. e. oder S fl. 1Ü kr. rh. oder 6 fl. österretchj franko einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel r Philosophie und Judenthum, von vr. Herrmann Lipschitz. — lieber das quästionirte jüdische Schulinspekorat, von Rabb. vr. I. Hildesheimer. — OrthodoxiSr. Bibrlanfialt. — Bau jüdischer Armen- und Pilger- Wohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz Won der Reanitz. München. — Oester. Kaiserst. Wien. Wien. Linz. Preßburg. — Donaufürste nthümer: Bukarest. Feuilleton: Leuten. Inhalt der Beilage. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutsch land: Aus Würtemberg. — Schweiz: Bern. Feuilleton: Beitrag zur biblischen Hermeneutik. Leitende Artikel. Philosophie und Iudrnthum, von vr. llvrrmann LixsedilL. „Wie der Himmel hoch erhaben ist über die Erde, so sind hoch erhaben meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken." Jesaias 55, 9. Es ist ein charakteristisches Merkmal der jüdischen Religion, daß sie in ihren obersten Grundsätzen nach gar keiner Richtung den Gesetzen des mathemathischen! Denkens und dem, dem Menschengeiste innewohnenden > philosophischen Bewußtsein widerspricht.—Ihre Grund-! Wahrheiten und Heilslehren sind keine leeren luftigen i Nebelgebilde einer erhitzten überspannten Phantasie, keine Trug- und Traumgewebe eines umnachteten Geistes, die vor der Tageshelle des nüchternen Verstandes schwinden und in Nichts zerfließen, sondern gediegene, kerngesunde Lebens- und Weltanschauungen, die beim Lichte der reinen Vernunft betrachtet um so! herrlicher, glanzvoller, strahlender und verklärter erscheinen. — Sie scheut und verdammt darum nicht nur nicht die philosophische Forschung, sondern sie wünscht sie sogar als eine freundliche, unterstützende Bundesgenossin sehnlichst herbei. Es ist also thöricht und dem wahren Wesen unserer erhabenen, dem Urquelle des Lichts entströmten Religion schnurstracks zuwider, wenn man glaubt, daß der menschliche Geist, welcher aus dem Gottesgeiste geflossen, gerade in den höchsten und wichtigsten Beziehungen des Lebens zur Unthätigkeit verdammt und nicht berechtigt sei, über Gott und Religion selbstständig nachzudenken. .-nmi -u Eine Leuchte ist die jüdische Religion und die Gotteslehre Licht;" darum findet sie kein Wohlgefallen an der geistigen Finfterniß und freut sich mit dm Lichtstrahlen eines sonnenhellen, vom Gottesglanze erleuchteten Geistes. Der jüdische Glaube begünstigt die philosophische Forschung; er bedarf ihrer um richtig verstanden und gewürdigt werden zu können; er verhält sich zu ihr wie der Begriff zu seiner Definitton. Wiedas schrist-