Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 29 (22.7.1863)
- Date
- 1863-07-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447089-2447118--02012-2457318- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Israelit. Ein Centralorgan für das orthodoxe Judenthum. HerauSgegeben von »r. Lehmann in Mainz. Mainz, den 22. Juli 5623 (1863.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 1j Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Tbaler p. c. oder st. 3. 30 kr. rh. Halbjährig 1 Thlr. p. c. oder fl. 1. 45 kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. p. c. oder 53 kr. rh. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterrrichische Banknoten laut Cours. Sollte direkte Frankozusendung unter Streifband gewünscht werden, so sind an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 5 fl. 15 kr. rh. oder 6 fl. österreich. franko einzusenden. 2 n li a t t. Leitende Artikel r Der neunte Ab. — lieber das quästionirte jüdische Schulinspektorat, von Rabb. vr. I. Hildesheimer. — Literarischer Bericht. — Orthodox-isr. Bibelanstalt. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: München. München. Bad-Langcnschwalbach. — Oestcrr. Kais erst.: Krajova. Inhalt der Beilage. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen r Deutsch land: Würzburg. — Oe st er r. Kaisers!: Nagy Tur. Sarbogad. Feuilleton: sUN NHL? - Ein Gesicht des Propheten Jeremia. Leitend« Artikel. Der nennte Ab. (Nach dem I7n1v. Isr.) Die Synagoge wird nächstens das Jahresfest der Zerstörung des Tempels von Jerusalem feiern. Trauer und strenges Fasten, Klagen und Thränen sistd für diesen Tag vorgeschrieben. Aber diese Trauer, welche sich mehr oder weniger nach außen in unfern Heiligthümern und in unfern Häusern darstellt, ist sie auch in unserm Herzen? entspricht sie auch den Forderungen unseres Gewissens? hat sie ein wirkliches und aufrichtiges Echo in unserm Gefühle? Fragen I wir nicht im Gegensätze zu unfern Voreltern in Ba-! bylon: können wir beweinen den Fall Zions in einem! von uns geliebten Lande, auf den Boden unseres mo-! dernen Vaterlandes, wo wir leben glücklich und frei; inmitten eines Volkes von Brüdern und unter gerechten Gesetzen, welche beschützen unfern Cultus, unfern Glauben, unser materielles, sittliches und geistiges Lebcn? Welchen Sinn hat für uns die Erinnerung an den Untergang Jerusalems? Was haben wir zu bedauern, was zu beweinen? Warum sollen wir seufzen, wie Jeremias um jene Stadt, die da ist „verlassen, trostlos, weinend wie eine Wittwe", wir, die wir inmitten civilisirter Gegenden wohnen, wo uns aller Glanz und alle Wunder der Erde zu Gebote stehen? Aus alle diese Fragen, welche für eine Menge von Leuten aus dem Herzen gesprochen sind, geben die wirklichen Thatsachen, die wahrhafte Lage Israels in allen noch so fortgeschrittenen Ländern und die Lage der ganzen menschlichen Gesellschaft in allen Gegenden der Erde eine entscheidende, unwiderlegliche Antwort. „Denn die Lehre geht aus von Zion und das Wort unseres Gottes von Jerusalem." Die heilige Stadt mit ihrem Gotteshause diente anfangs als Einigungspunkt für das israelitische Volk, als Priesterschule, um Hohepriester und Propheten zu bilden, in - die Ferne zu tragen die Wahrheit und das sinaitische Gesetz; Kanaan war anfangs bestimmt, dieses Gesetz in praktischer Ausführung zu lehren und die Erfahrung seiner glücklichen Erfolge und seiner köstlichen Segnungen darzustellen; daher sollte Jerusalem nach