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Der Israelit · 1863-07-15 · Heft 28 (15.7.1863) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 28 (15.7.1863)
Date
1863-07-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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334 Wir fühlen uns um s» mehr veranlaßt, auf dieses hochwichtige Reskript a» der Spi-K unsere- Blattes aufmerksam zu machen, da sich bereits die jüdische Presse Oesterreichs dieses Stoffes bemächtigt hat und die Parteigänger der Nz. und des B. CH. bereits thätig sind. Möchten doch die gesetzestreuen Israeliten Ungarns ihr Augenmerk auf diese Angelegenheit, welche von der unberechenbarsten Tragweite und Folgewrchtigkert ist, lenken. Wenn auch die Jnspicirung katholischer Geistlicher auf die jüdische Schule nur von geringem Einflüsse war und sein konnte, so werden doch jüdische Schulinspectoren dieselbe in einer Weise beeinflussen und beeinflussen müssen, daß der ganze innere Gehalt und die äußere Gestaltung der Schulen sich nach den Anschauungen und Grundsätzen der Herren Inspektoren bilden, resp. umbilden. Es handelt sich demnach um die isr. Schuljugend, d. h. um die Zukunft des Judenthums in Ungarn. Bereits hat eine jüdisch-unjüdische Zeitschrift das Axiom aufgestellt: „die Schulinspectoren dürften nicht Rabbiner sein" und als Begründung die doppelte Verleumdung hinzugefügt: Die große Mehrheit der Rabbinen Ungarns besäße keine pädagogisch-didaktische Bildung und bestände aus Feinden der Schute; eine andere hat gefordert, die zu creirenden Aemter sollen unbesoldete Ehrenämter sein. Gegen beide Ansichten hat bereits hie „jüdische Volksschule" ihre Stimme erhoben. Unserer Ansicht gemäß ist es völlig gleichgültig, ob die Schulinfpectoren Rabbinen feien oder nicht, ob sie besoldet werden oder nicht. Nur ein Erforderniß ist nicht gleichgiltig, das nämlich, daß die zu creirenden Männer theoretisch sowohl als praktisch echte, fromme gssetzestreue Juden seien, Männer, die dafür Sorge tragen, daß die jüdische Schule auch wirklich eine jüdische sei oder werde, daß die Kinder zu den Quellen unserer heiligen Religion hinangeführt und zur praktischen Ausführung der Gottesgebote mit Geist und' Verftändniß angehalten und an dieselben für das Leben gewöhnt werden. Allerdings hat dafür zu sorgen der Rabbiner die erste Pflicht und somit auch das erste Recht. Vor Allem aber mögen die gesetzestreuen Israeliten Ungarns auf dem gebotenen Gebiete thätig sein und sich die Sorgefür die- Zukunftdes Judenthums in ihrem Vaterlands nicht aus den Härcken winden lasten. — ---— ZU« Bibliographie. (Nach' demBerichte der in Jerusalem erscheinenden hedrüischkn Zeitschrift Halcbauon Nr: 4.) R. Jakob Sapir Ha-Levi, der im Aufträge der Peruschim-Gemeinde Arabien bereiste', brachte von tzvrt unter andern selteiM Manuskripten auch ein merkwürdiges ExMplar vM mit, welches er in Sanaa *), Hfluptstüdt des Hundes Jemen, fand. Dieses P'2ti, ohngefähr EM hoch und ebenso breit, auf weißem geglättetem Pergament geschrieben, enthält 902 Seiten, jede in 3 Columnen eingetheilt und in jeder Columna 30 Zeilen. Die Textschrift ist das sogenaünte Welsch-Meruba, aber in schönster und durchaus gleichmäßiger Form und mit aller Genauigkeit punctirt und accentuirt. In den Zwischenräumen der Columne ist die kleine Masora (p"Oy) und auf den Obern und unteren Ränden die große (ausführliche) Masora mit manichfachen Verzierungen in kleinerer Schrift angebracht. Dergleichen kunstvollen Verzierungen kommen auch sonst noch viele vor, so z. B. glerch vorn colorirte Abbildungen des heiligen Leuchters, Schaubrodtisches, Altars und andrer Tempelgeräthe. Auf den letzten 19 Blättern befindet sich noch ein Collectaneum verschiedener rnasorethischer Partien, als: die Punctationsdlfferenzen der Abend- und Morgenländer u. dgl. Auf den vorderen t2 Blättern stehen ebenfalls masorethische Bemerkungen, wie die Aufzähktmg der Mappik - Wörter, Aufzählung der raphirten Wörter u. s. w., mit Ausnahme zweier Columnen, die in ihrer Anlage Bewunderung erregen. Man gewahrt da nämlich mit bloßem Auge nichts anderes als eine gewöhnliche kupferstichähnliche Verzierung; besieht man jedoch mittelst einer stark vergrößernden Loupe die Stellen genauer, so hat man auf jeder Columne das ganze O'-.in iLO in Quadratjchrift vor sich. In gleicher Mikrographie stehen auch rings um die O'.i ni'w noch alle Psalmen die mit anfangen — ein Zeugniß von der außerordentlichen Kunstfertigkeit des Schreibers. Ein so kunstvoll ausgestattetes theueres aber war gewiß auch für eine hochstehende Person bestimmt. Und wirklich findet sich im Epigraphe dieses Manuscripts die Angabe, daß es dem Auserwählten der Fürsten, dem Großen und Weisen .in, promovirt von v-rirr" rv'82 wxi rt'1^2.1 .12^**) als ein Geschenk gewidmetworden ist und zwar im Jahre 1^2 2:121, d. i. 4783:***) Aus einer fernerep Inschrift entnehmen wir, daß dies 1"^ sich früher in *) SaNää'(r-rp)lH Haupt- und" Residenzstadt des Jmans von Sanaabat Ä)00 Familien Jthubinn **) Ein Näheres über diese Sar' Schäloni uild Stbelomv" ist und aus der Geschichte picht bekannt. An eitrem Sar Schatonf der (2"' 8'2N ll"Ö 7NOMN, u. a. St.) denken — wie der Referent des Halebänorr annimmt,— geht schon' aus dem einfachen Gdimde nicht, well dann cie Jahreszahl nicht paßt. LN-A 2^ gab es unter den Geomm von Süra zwei; dtr erste 7PN 21 12 12'M^b7 IN 21 IO lebte'um 459V, der'zweite 2112 21 IQ um 4660. Und dann ist ein -t'Ü/2,1 unter den Geonim gar nicht bekannt. ***) 1023 der gewöhnlichen Zeitrechnung.

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