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Der Israelit · 1863-07-08 · Heft 27 (8.7.1863) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 27 (8.7.1863)
Date
1863-07-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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.327 schon so lange nichts mehr gehört haben; die großartige inernationale Ausstellung läßt vieles Andere in den Hintergrund treten. Schon dreimal stand aus der Tagesordnung der Bürgerschaft der Bericht des Ausschusses, „Nichtinbetrachtnahrne des Ree'schen Antrages Ausnahme des 1)r. Wohlwill als Bürger, ohne sich > einer bestimmten Consession anzuschließett betr." mußte > aber immer wieder vertagt werden; sobald etwas darin erfolgt, erhalten Sie Bericht. i Wie wir ferner vernehmen, wird rüstig an einer i Umformung unserer jüdischen Gemeindeverhältniffe ge- ' arbeitet, und herrschen hierüber oie verschiedensten An- , sichten, wie es in Zukunft mit unserer jüdischen Ge-! meinde bestellt sein wird. . Hui vivl-Li, verrrr! Laut einer Nachricht des „Freischütz" sind die Schüler der Talmud-Tora-Schule dahier vom Verwaltungsrath des neueröffneten Zoologischen Gartens zum unentgeltlichen Besuche eingeladen, eine dankenswerthe Einladung, der sie, wie wir hören im Laufe dieser Woche Folge leisten werden. Preußen. Kreuznach, 27. Juni Gestern berührte der j um seine Glaubensgenossen so hochverdiente Englän-! der Sir Moses Montefiore unsere Stadt. Er kam i von Konstantinopel, wohin er diesmal zu dem Zwecke gereist war, um für die Juden in den türkischen Staaten! den Schutz des Sultans nachzusuchen und für sich! selbst die Erlaubniß, in Jerusalem Armenhäuser zu! gründen. Der Vorstand der hiesigen israelitischen ' Gemeinde hielt es für angemessen, dem edlen Manne den Ausdruck dankender Anerkennung durch eine Deputation zu bezeigen, die der e>2jähcige Greis mit . freundlichster Bereitwilligkeit empfing; auch erfreute derselbe die Gemeinde durch sein Erscheinen in der! Synagoge bei dem stattfindenden Gottesdienste. Die seltene Rüstigkeit des Greftes, seine herzgewinnende! Leutseligkeit, namentlich aber sein Bericht über den günstigen Erfolg seiner Bemühungen bei dem Sultan, machte auf die Mitglieder der Deputation einen höchst erfreulichen Eindruck.*) (K. Z.) Belgien. Brüssel, to. Juni. Große Sensation machte *) In nächster Nummer rolgt ein ausführlicher Original- > bericht. hier das Auftreten der zweiten holländischen Kammer, welche mit großer Stimmenmehrheit den mit der Schweiz abgeschlossenen Handelsvertrag verwarf, weil dieselbe den Israeliten nicht gleiche politische und bürgerliche Rechte wie den anderen Staatsbürgern zugestehen will. Ist das nicht des Vaterlands des großen Wilhelm von Dramen würdig? Würden alle gesetzgebenden Kammern ein Gleiches thun, so würde die Schweiz wohl nolen-, v-lens diesen häßlichen Flecken vertilgen. Holland. Rörmond, den 22. Juni. Daß Holland das klassische Land der Toleranz in religiösen Dingen heißt, ist allgemein bekannt, sowie man auch überall dem Bestreben der holländischen Regierung Anerkennung zollt, um die höchst liberalen Vorschriften der Constitution, wodurch alle Conkesuonen in allen Hinsichten dieselben Verpflichtungen haben, nicht als leere Phrasen zu betrachten, sondern ne gewissenhaft auszuführen. Aber auch da, wo die Regierung sich ein wenig fahrlässig gegen die Interessen der Bekenner der einen oder der andern Religion zu zeigen scheint, obgleich dies G. s. D. rast nie vorkommt, übt der humane Sinn der holländischen Nation seinen unverkennbaren Einfluß aus und das Abgeordnetenhaus steht da, um die unveräußerlichen Rechte des Menschen, die angestammte Religion, ohne Hemmniß, ausüben zu dürfen, zu handhaben. Vor einiger Zeit wurde durch die holländische Regierung mit der schweizerischen ein Handelsvertrag abgeschloffen, wodurch den Schweizern für ihren Handel und ihre Industrie große Vortheile versichert wurden, indenl man ihnen unter Ander:.r die reichen holländischen ostindischen Kolomeeu offen stellte, und die Holländer dagegen in der Schweiz dieselben Rechte erlangen würden, wie die meistbegünstigten Nationen Einige Artikel Vieles Traetake-e mußten dem Abgeordnetenhause zur Ratifizirung vorgelegt werden. Schon die Untersuchungskommission ließ in ihrem vorläufigen Rapporte hören, daß die Regierung mehr für die Rechte der holländischen Juden in die Schranken hättetret n sollen, denn, ungeahtet des Tra rtates, würden diese in vielen schweizerischen Cantonen vielen Plackereien ausgesetzt, und eifto die Gleichstellung der

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