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Der Israelit · 1863-07-08 · Heft 27 (8.7.1863) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 27 (8.7.1863)
Date
1863-07-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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322 auch ein dem Ungelehrten leicht verständliches Hebräisch, j die sind für den Ungelehrten im Texte leicht-! faßlich, klar und übersichtlich' dalgeftellt, nMrend der Leser, welcher tiefere Helekrud urw den^Nachweis der Quellen wünscht, in dem unter den Text gedruck! ten Commentar genauere und ausführlichere Äuskuirst! erhält. Im ersten Capitel spricht der Herr Vers, von der Wichtigkeit der Schechitah und im zweiten von der Beschaffenheit des Mannes, der als Schochet und Bodek bestellt werden soll; da unserer Zeit leider das Bewußtsein von diesen Erfordernissen vielfach abhanden gekommen, io ist es wohl wichtig genug, hier eine! Uebersetzung dieses Capitels, wenigstens im Auszuge! zu geben; der Herr Vers, sagt: - Der Anfang einer Sache ist Gottesfurcht; deßz halb ist es wichtig, daß Derjenige, welcher als Schochet! und Bodek mftallirt werden will, vor Allem in Er- , füllung der göttlichen Gebote und in Vermeidung der Übertretung der göttlichen' Verbote, auch der anscheinend geringen, vorsichtig sei; auch soll er Kenntniß haben von der heiligen jüdischen Literatur und es > verstehen, in den Büchern der Gotteslehre zu studiren;! auch soll er nicht mit Geschäften überladen sein, sonderm fein Gemüth muß ruhig sein, damit es ihm ' möglich ist, die feinen Scharten am Schlachtmesser zu fühlen, seine Hände dürfen nicht zittern, sei es in! Folge von Krankheit oder Altersschwäche; überhaupt soll tin in Zähren zu sehr vorgerückter Mann die Schechitah nicht mehr handhaben. Er soll ferner nicht zu viel berauschende Getränke trinken, um wie viel mehr sich nicht betrinken, denn der Trunk ist an jedem Menschen tadelüswerth, aber bei einem Schochet doppelt schädlich, weil seine Glieder eine gewisse Schwere selbst dann behalten, wenn der Zustand des Rausches vorüber ist, wodurch bei der Schechitah und Bedikah viel Unheil entsteht. Die Thaten, Gedanken, Eigenschaften und der Wandel eines Schochet müssen geregelt sein; er soll nicht fitzen im Sitze der Spötter und nicht kommen in die Gesellschaft der Spieler; er soll sich fern halten vom Tanze, welcher keinem Israeliten gestattet ist, um wie viel weniger den Schochtim , die da zu denen gehören sollen, welche der Menge mit gutem Beispiele vorangehen." Es kann für heute, da wir uns mit dem Inhalte des Werkes noch nicht vollständig vertraut gemacht haben (es ist uns erst gestern zugekommen), , unsere Aufgabe nicht sein, hier schon eine vollständige Besprechung zu liefern und schon jetzt alle Vorzüge desselben hervorzuheben; wir wollten nur durch diese Ankündigung die allgemeine Aufmerksamkeit darauf lenken; wir können uns jedoch nicht versagen, schon heute auf die lichtvolle und ausführliche Darstellung der hinzuweisen, die wir noch > nirgendwo so trefflich ausgeführt gefunden haben, j Uebertzgupt ist erschöpfende Ausführlichkeit ein nicht geringer' Vorzug dieses überaus wichtigen Buches. Wir glauben, daß dasselbe eine große Zukunft haben und in derselben Weile das unentbehrliche Handbuch aller Schochtim werden wird, wie des Herrn Vers. L 'üxyO dasjenige der meisten Soferim bereits geworden ist. Die Ausstattung ist eine vorzügliche und der Preis ein ungemein geringer. Der Chriftenspiegel, von I>r. M. Freystadt iü Königsberg, eine Entgegnung gegen den berüchtigten Marr'schen Judenspiegel (siehe Nr. 1 d. I.) ist in zweiter Auflage erschienen; der vollgiltigste Beweis von der beifälligen Aufnahme die dieses Schriftchen gefunden-. Wir kommen noch einmal auf die „Jüdische Volksschule", herausgegeben von M. Ehrentheil in Arad, deren Probenummer uns nachträglich zugekommen, zurück. Der Herr Herausgeber sagt in seinem Programm unter Anderm: „Unser Streben muß dahin gerichtet sein, dem Religions- und Bibel-Unterrichte jenen Platz zu erringen, den derselbe in der jüdischen Volksschule mit Recht beanspruchen kann. Unser Streben muß dahin gerichtet sein, den angehenden Lehrern die Aneignung jenes Grades jüdischer Bildung zu ermöglichen, der sie vollkommen befähigt, zum heiligen und ehrenvollen Berufe als Lehrer der Kinder Israels. Mit einem Worte, wir müssen dahin streben, die jüdische Schule dem Judenthume zurückzugeben." Wir wünschen dem Herrn Herausgeber bei diesem höchst anerkennungswertyen Streben den besten und glänzendsten Erfolg. Die Orgel Ln der Synagoge, eine Er örterung von David Deutsch, Rabbiner zu So tzrau O. S. Breslau, 1863. Bei der beabsichtigten Einführung der Orgel in die neuerbaute Berliner Synagoge wurden sieben rabbinijche Gutachten vom Vorstände der Berliner Gemeinde eingefordert, zw ei von den nicht zu umgehenden Rabb. Rosenstein und vr. Sachs in Berlin und fünf von den Reformrabb. Geiger, Philippson, Kirchenrath Meier, Löwe (Ratibor), Landsberger (Darmstadt). Die beiden ersten entschieden gegen die Einführung, die fünf letzteren natürlich für dieselbe. Mit Recht vermuthet daher der Verfasser der vorliegenden Schrift, daß es dem Berliner Gemeindevorstande mit der Frage nichts weniger als Ernst gewesen,

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