Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 24 (17.6.1863)
- Date
- 1863-06-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Beilage za Nr. 24 des Israelit. Zeitungsnachrichten u. CorrespsndrnM. Deutschland. Marinz, den 5. Juni. Einer der achtyngswerthesten Stände ist der Lehrerstand. Die hohe Aufgabe der Jugendbildung und Erziehung muß den gewissenhaften Lehrer mit Begeisterung erfüllen, sein erhabener Beruf muß heiligend und erhebend auf ihn wirken, damit er in Wort, That und Wandel seine Schüler als ein leuchtendes Muster auf die Pfade der Tugend, Frömmigkeit und Redlichkeit führe; in der That find uns unter der unzähligen Menge von Lehrern, die wir persönlich kennen, so viele edle, brave und gute Jehudim bekannt, daß diese Bekanntschaften nur dazu angethan waren und find, unsere Achtung vor dem jüdischen Lehrerstand im Allgemeinen zu erhöhen. Leider gibt es auch in diesem Stande wie in allen Ständen, Individuen, die demselben nicht zur Ehre gereichen. Schlimm aber ist es, wenn solche Individuen sich zu Vertretern des ganzen Standes und zu seinen Sprechern und Organen aufwerfen; diese find dann geeignet, dem ganzen jüdischen Lehrerstande zu schaden und ihn in Mißkredit zu bringen. Deshalb ist es Pflicht jedes einzelnen jüdischen Lehrers, in seinem eigenen Interesse diesem elenden Gebühren entgegenzutreten, sich davon fern zu halten, ihm den Boden zu entziehen. — Hier in Mainz erscheint seit einiger Zeit ein halber Bogen wöchentlich, der, klein an Umfang und leer an Gehalt, die Keckheit besitzt, sich „isr. Lehrer" zu nennen. Da derselbe nun, seine Aufgabe völlig verkennend, ohne Saft und ohne Kraft durch fern leeres Geschwätz kein Interesse zu erregen versteht, da sein Inhalt weder pädagogisch, noch überhaupt instruktiv, weder anregend, noch unterhaltend, da mit einem Worte Leute, die selbst nichts wissen, Andere nicht belehren können, so suchen diese Armen (r-P-Q '2p pr^r) durch immerwährendes Schimpfen gegen das echte Judenthum, das man gemeiniglich das orthodoxe uennt, gegen diese unsere > Zeitschrift und gegen den Herausgeber derselben sich hervorzuthun; man muß doch unter all die Rüben, die selbst für Viehfutter zu schlecht wären, auch ein wenig Pfeffer mischen! Wie gemein sich dabei die Redaktion — Herr Lehrer Klingenstein aus dem rheinhessischen Dorfe Odernheim an der Spitze — benimmt, ist kaum glaublich. Wenn Herr K. vom „Israelit" spricht, so sagt er: „solche Hunde muß man bellen lassen," den Herausgeber dieser Blätter nennt er „Mephistopheles mit dem Pferdefuße," u. s. w. u. s. w. Wer wollte es uns verdenken, daß wir bisher dieses schmutzige Geschwätz unbeachtet ließen; auch heute geben wir nur den dringenden Bitten einiger würdiger Lehrer, die fürchten, daß der nie zurechtgewiesene Uebermuth am Ende dem gesammten Lehrerstaude schaden möchte, nach, um Ehren-Klingenstein ein wenig Raison zu lehren. Auch der neueste halbe Bogen vom 4. Juni ist wieder voll von Jnvectiven und gegen uns gerichteter — Lügen. „Es wird dort (in Nr. 19 des Israelit) gesagt, heißt es wörtlich, das (siel) Messer) dem Judenthume nicht mehr angehört habe, weil er der Koscherkost entsagt .... Man sieht, was diesem Gelichter das Judenthum ist und gilt." Dann wird von schalem Formalismus, pharisäischer Heuchelei, zelotischem Fanatismus und falscher Orthodoxie gesprochen; schon vorher von Verunreinigung und Entweihung des Heiligen durch unreine Menschenhände u. s. w. Wer unfern Aufsatz in Nr. 19 über Messer gelesen hat, der weiß, wie erbärmlich dieser Kl. lügt; wir haben N.'s Wirken genügende Anerkennung zu Theil werden lassen, haben uns gegen die große Schattenseite seines Lebens nicht blind gestellt, haben aber das von Kl. Behauptete nirgendwo gesagt. Wenn Herr Kl. zu lesen verstände, d. h. mit Verständniß lesen könnte, so würde er etwas ganz Anderes herausgelesen haben. Schlimm genug, daß der Herr Lehrer nicht einmal lesen kann! Auf einer andern Stelle desselben halben Bogens wird eine Geschichte von uns erzählt, die nur zum Theil wahr ist. Wir hatten im vorigen Winter auf Anstehen eines Mitgliedes der hiesigen Religionsgesellschaft, eines Bäckermeisters, eine Mühle behuf Bereitung des Peßachmehles besehen in einem Dorfe, das zum Rabbinate Alzei gehört;