Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1863-06-10 · Heft 23 (10.6.1863) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 23 (10.6.1863)
Date
1863-06-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2446951-2447089-2447112--01936-2457236
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beilage za Nr. 23 des Israelit. Zeitungsnachrichten n. Corresponderyen. Deutschland. Schmalkalden. Abraham Mandel, ein Israelit von Schmalkalden gebürtig, der als ganz armer Jüngling seine Vaterstadt verließ und später an 30 Jahre als Kaufmann im Rothschildschen Hause in Frankfurt, Neapel und London thätig war, hat sich in seiner Vaterstadt ein bleibendes Denkmal errichtet. Testamentarisch hat er der Stadt ein Kapital von circa 10,000 st. vermacht, dessen Zinsen zur Erziehung armer verwahrloster Kinder ohne Unterschied der Confession verwendet werden sollen. Pr e u ß e n. Halberstadt, den 2. Juni. Entschuldigen Sie, geehrter Herr Redakteur, wenn ich Ihnen erst heute über ein für unsere Gemeinde so wichtiges Erreigniß, die Jnstallirung unseres Rabbiners, des Hrn. vr. Auerbach, referiren kann. — Eine längere Reise, von der ich erst vor wenigen Tagen zurückgekehrt bin, durch die ich auch verhindert war, den Empfangs-Feierlichkeiten beizuwohnen, ist die Ursache der Verspätung; es ist mir deßhalb auch nur möglich das Referat nach dem, was mir darüber berichtet wird, zu geben, und kann ich dieserhalb auch nur kurze Umrisse liefern. — Das Erfreulichste kann ich Ihnen jedoch aus eigener Anschauung melden, daß in unserer Gemeinde mit vollem Rechte eine einmüthige freudige Begeisterung für unseren Rabbiner vorherrscht. — Der bedeutende Ruf, der demselben in jeder Beziehung vorangegangen ist, konnte durch sein persönliches Erscheinen nur gerechtfertigt werden. Am Sonntage 14. Jjar, Abends gegen 7 Uhr, langte der Herr Rabbiner mit Familie hier an; Mitglieder des Vorstandes und Repräsentanten-Collegiums waren zu seinem Empfange eine Station entgegen gefahren, am Bahnhofe wurde er ebenfalls von anderen Mitgliedern dieser beiden Körperschaften empfangen; in seiner Behausung begrüßte ihn ein großer Theil der Gemeinde. Nach kurzer Zeit wurde er zum 2212 2'-,z?2 Gebete in unsere alte, wegen ihrer schönen Bauart berühmte Synagoge geführt; diese selbst war festlich geschmückt, gleich beim <Äntreten empfing ihn der Hallelujah-Gesang, ausgeführt mit Musik-Begleitung; nach dem 2'-,p2 Gebete sprach er von seinem Platze einige Worte des Dankes aus. Am Sabbath ->i2x 's fand die Antritts predigt Statt, zu der auch die Spitzen der Behörden geladen waren. Diese selbst reihete sich ganz den beiden (?) 21222 an, die einerseits von den Pflichten der 22.-12 anderseits von den Pflichten des handelt, und wußte er in einer 1 Mündigen Rede, der man von allen Seiten mit größtem Interesse folgte, die Pflichten des jüdischen Geistlichen und die der Gemeinde zu erläutern. — Abends hatte sich die Jugend in dem hinter seine Wohnung belegenen Garten versammelt, letzteren durch bunte Lampen und bengalische Flammen erleuchtet, auch hier trug die Jugend, von der Musik begleitet, schöne jüdische Gesänge vor. Eine Deputation der Jugend überreichte ihm mit passenden Worten ihres Sprechers als Zeichen der Verehrung einen mit einer sinnigen Inschrift versehenen Pokal; auch hier dankte er mit kurzen, aber sehr zu Herzen gehenden Worten und bat die ausgesprochenen schönen Gesinnungen stets zu bethätigen. Jedes Mitglied beeifert sich, ihm Verehrung zu bekunden. — Für alle Schichten der Gemeinde ist gesorgt, theils durch die Predigten, theils durch die jeden Sabbath nach .-2522 für anberaumten Stunden, an dem sich nicht nur die 2'22i^> betheiligen, sondern auch Diejenigen, denen .22122 12^ npori eigen ist; hauptsächlich aber hoffen wir, daß unsere Lehr- Anstalt, die recht gute Kräfte besitzt, unter seinem Direktorat recht gedeihe! So wollen wir denn der Hoffnung uns hingeben, daß das Wirken des Hrn. Or. Auerbach für unsere Gemeinde m. G. H. von dem erwarteten Nutzen sein und er selbst unserer Gemeinde lange Zeiten angehören möge! 8.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.