Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 23 (10.6.1863)
- Date
- 1863-06-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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2?3 Beacht«»- seiner Forschungen und wissenschaftlichen Entdeckungen die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen worden. Mit dieser Auszeichnung ist zugleich folgendes Allerhöchstes Handschreiben eingetroffen: „Herrn Benjamin in Hannover. Nachdem Sie wiederum eine lange und bedeutende Reise zurückgelegt haben, hatten Sie die Gefälligkeit, Mir Ihre auf derselben gesammelten reichhaltigen Erinnerungen und Erfahrungen zukommen zu lassen. Ihre Ansichten über die Lebensweise, die Sitten und Bestrebungen der Nordamerikaner scheinen mir in hohem Grade die Beachtung aller Gebildeten zu verdienen, weil sie in vielfacher Hinsicht und namentlich durch ihre Freimüthigkeit sich von denen unterscheiden, welche man bis jetzt über diesen Staat, welchem gegenwärtig eine so allgemeine Aufmerksamkeit zugewendet wird, erhalten hat. Ihre ethnographischen Mitteilungen über Gegenden und Völkerschaften, deren Namen vor Ihnen kaum bekannt gewesen, haben Ihnen bei unsern Gelehrten große-Hochachtung erworben und so spreche Ich Ihnen in deren Namen sowohl, wie in Meinem eigenen Meinen Dank aus für Ihre Werke, welche jetzt meine Bibliothek zieren. Ich hoffe, daß Sie von Schweden und Ihren hiesigen Glaubensgenossen nur angenehme Erinnerungen mitgenommen haben und wünsche Ihnen für die neuen Wanderschaften, welche Sie zu dem lobenswerthesten Zwecke zu unternehmen beabsichtigen, eben so viel Glück wie Erfolg, um hernach in Ruhe und mit Befriedigung die reichen Erinnerungen genießen zu können, an Alles, was Sie überstanden haben und was Sie redlich erstreben wollten. Stockholm, 11. April 1836. Ich verbleibe Ihr wohlgeneigter 6Itsr1e8 " (Hann. Tagbl.) O est.erreichrsch.er Kaiserstaat. Pest. Vom Herrn Professor vr. A. in Erlau wird uns ein Faktum mitgetheilt, das ihm, wie er j uns schreibt^ von dem Betreffenden selbst erzählt! wurde und ein bedeutsames, leider unerfreuliches! Streiflicht auf den Culturstand des Volkes in manz chm GöM-nden unseres Vaterlandes wirft, so wird-» traurigen Beweis liefert, wie langsam nur mildere Gesittung L« Volke Wurzel schlägt, obgleich Kirche und Schule vereint sich bemühen, die Erziehung und bessere Einsicht desselben mehr und mehr zu heben. Das Faktum ist folgendes: In dem eine Meile von Erlau entfernten Markte Maklar brach am 14. des Morgens 2 Uhr beim erzbischöflich-herrschaftlichen Re-' galienpächter S. Stern aus noch unbekannter Ursache Feuer im „Mas" aus. Durch das Sturmgeläute der Glocken aus dem Schlafe aufgeschreckt, gewahrten der Pächter und die Seinen alsbald das über sie hereingebrochene Unglück, und bemühten sich eiligst zur Einhaltung des Feuers und Rettung dessen, was noch zu retten war, Anstalt zu treffen. Anstatt aber in diesem ihren Bemühe« von den Einwohnern des Marktes unterstützt zu werden, traten diese vielmehr den Rettungsversuchen hindernd in den Weg. Es geschah gewiß nicht blos zufällig, daß die Feuerspritze erst dann auf dem Platze erschien, als das Feuer in sich zu erlöschen begann; allein hierauf beschränkte sich das Mißgeschick des Betroffenen nicht, vielmehr kam, anstatt der das gefährdete Eigenthum rettenden Nächstenliebe, eine allgemeine Plünderungslust im Volke zum Vorschein, und man begann zu entfremden, was und wo man konnte. Als der ohnehin schwer heimgesuchte Pächter diesem Treiben Einhalt zu thun versuchte, stürzte sich die anwesende Volksmaffe unter dem Gebrülle: „„nieder mit dem Juden!"" auf ihn, der sich nur durch Flucht in seine Wohnung und Absperren derselben retten konnte. Der Erzieher der Kinder des Hauses aber wurde vom Volke erfaßt und jämmerlich mißhandelt. Nicht nur daß man den armen jungen Mann durchprügelte — ihn bei den Haaren herumriß und seinen linken Fuß derart verletzte, daß er gegenwärtig gelähmt ist — so wollte man ihn zuletzt sogar ins Wasser werfen nnd dort in den Wellen des Baches ersäufen; eine Gefahr, aus welcher den Unglücklichen blos die Dazwischenkunft de2 Kerecsender Panduren Czudar rettete. Inzwischen ward auch die Familie des Pächters selbst bedroht, und an den verschlossenen Thüren gerüttelt, in diese einzubrechen versucht, so daß die geängstigten Bewohner des Hauses jeden Augenblick das Aergste zu gewärtigen hatten, was wohl auch eingetroffen Wäre, hätte nicht der Ortsrichter, Martin Schwab, in