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Der Israelit · 1863-06-10 · Heft 23 (10.6.1863) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 23 (10.6.1863)
Date
1863-06-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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268 Ausbruch. Die Kosacken yzareU wiederholt geschlagen und ihr Aufstand nie^MgetzffüG Wkhel^ D» schleck ihr Hetmann Chamsf Aer ChMiuWjcki (nDch polnischer Lesart) ein Mndniß mit den Torturen; beide vereint besiegten das polnische Heer in der Schlacht bei Korsun, und nun nahmen die Verfolgungen der Römisch-Katholischen und Juden ihren furchtbaren Anfang. Die Schilderungen der Oilsge? suchtesten Marter und Quaken, mit denen alle Juden, welche in die Hände dieser Unmenschen fielen, zu Tode gemartet wurden, sind zu gräßlich, als daß wir sie wiedergeben könnten. Vier Gemeinden Mt A)0(j Seelen beschlossen, den Tartaren sich als Gefangene zu ergeben, um nicht in die Hände der Kosacken zu fallen. Den Vorsänger an der Spitze, welcher LI malo ravbarllilli sang, begaben sie sich ins Lager, wurden von den Tartaren gefangen genommen, um später M EonstsutiuopeL dsn dortigen Glauberrsbrüder» zux Auslösung angeboren zu werden; bis dahin Mur* dey sie gut behandelt. Biele Andere folgten ihrem Beispiele, so daß die Juden ConstantinopelH über M00L) jüdische und auch polnische Gefangene auslösten. Da zeigte sich die echte jüdische Bruder- ÜLÜL; nufer Verfasser «zählt: „Sie verausgabte» E diese viel Geld, jede Summe, die man ihnen bestimmte. Sie speisen und ernähren die Aufgelösten bis heute und erzeigen ihnen unzählige andere Wohlthaten. Die ganze Türkei (d. h. dis Israeliten daselbst) verfuhr so, und besonders kaufte Solonichi viele Gefangenen los. In Venedig, Rom, Livorno gäbe« sie viele Tausende und Zehntausende von Goldstücken hin, die sie nach Constantinopel sandten, um Gefangene auszulösen. Gott vergelte ihnen das Gute, das sie unfern Brüdern, dem Hause Israel, erwiesen und behüte sie vor jeder Noch und jedem Drangsal, bis ler Erlöser kömmt." — Unterdeß bereiteten sich neue Gräuel vor. Der Erzbischof von Gnesen, Kasimir, Stellvertreter des Königs, später zum Könige erwählt, ernannte den Herzog von Zaslav, Wladislav Dominik, zum Oberseldherrn. „Dieser Herzog, sagt der Verfasser, brachte großes Leid über Israel und das ganze polnische Änd, weil er zaghaft und weichherzig war. Wenn der Hirt über die Heerde zürnt, so macht vv einen blinden HammA zum Führer derselben. So geschah es auch leider in Polen. Die Fürsten mit ihre». Schaaren kamen langsam und gemächlich, wie es im polnischen Reiche immer geschieht, wenn sie zum Kriege ziehen.^—Rach Riemirow, einer kleinen Stadt in Psdolien, hatten sich viele reiche Juden geflüchtet. In der Stadt selbst lebte eine zahlreiche, wohlhabende und durch talmudische Gelehrsamkeit ausgezeichnete israel. Gemeinde. Chamil sandte einen Hauptmann mit 600 Mann dorthin. Die Juden flüchteten in die Festung^ Da nahmen die Kosacken zurMÜ ihre Zuflucht, nahnM Wlnische Fahnen und t-lMten so die HOeih pelD h«tzn arglos die Festung > öMeten, um glchch säOnftlich ermordet zu werden. Mel-, hie schwimcken kmntM', suchten sich dadurch zu retten, daß sie ins Wasser sprangen; aber die Kosacken schwammen ihnen mit Schwert und Sense nach und tödteten sie, so daß sich das Wasser vom Blute der Erschlagenen färbte; eine Schaar Frauen und Jungfrauen suchten und fanden, um nicht der Brutalität der Feinde preisgegeben zu werden, ihren Tod in einem Teiche. Bei dieser Gelegenheit erzählt dsr Verfasser Züge vom weiblichen Heldenmuth, die Werth wären, durch den Griffel des Dichters verherrlicht zu werden; wir geben sie hier wieder: „Eine schöne Jungftm^von höchst achtbarer und reicher Familie wurde von einem Kosacken fortgeführt, der sie zwingen wollte, sein Weib zu werden. Sie willigt» zu» Schein» »in, erzählt» ihm aber, sie besitz» ei« Gshoiryrnitttzl, durch das ihr keine Art Waffe schade» könnte. „„Glaubst du mir nicht, sprach sie, so schieße nur getrost auf mich, es wird mir nichts schaden"" Der Kosack schoß und das edle Mädchen siel getödtst zu Boden. Go war sie dem verhaßten Luude entgangen — sie hatte eL vorgezogen, durch ihren Tod den Namen Gottes zu heiligen, j Ein anderes junges, schönes Mädchen sollte eben-! falls einem Kosackeu angetrant werden; sie erbat sich! von ihm, daß die Trauung in einer Kirche jenseits der. Brücke vollzogen werde. Als der Hochzeitszug unter dem Schalle von Pauken und Trompeten über die Brücke zog, stürzte sich die Braut hinab und versank. — „Aehnkiche Ereignisse, fährt der Verfasser fort, wiederholten sich in solcher Menge, daß sie nicht alle avfzuzählen sind. Die Zahl aller Erschlagenen und Ertrunkenen in der Gemeinde Niemirow beläuft sich auf 6000, die größteutheils unter furchtbaren Martern umgebracht wurden. Die Unthat geschah am 20. Siwan, der für die Juden in Polen später zum allgemeinen Fasttag bestimmt wurde. Der Rabbiner von Niemiryw, Rabyi Jechiel Michael v"p"i"L"r hatte am Sabbat vor dem Herannahen des Unglücks di» Gemeinde ermahnt, fest im Glauben auszuharren und den Namen Gottes zu heiligen. Er selbst wurde mit seiner Mutter in der Nähe des israel, Friedhofes, wohin er sich begeben wollte, um gleich ein Grab zu finden, erschlagen. DisJude«, welche in Riemirow dem Tode entronnen waren, flohen nach Toultchin, wo sich in der Festung 600 adlige polnische Krieger befanden, mit denen sich 2V00 Juden vereinigten; gemeinsam wehrten sie die Belagerung ab, zu der unterdeß die Feinde zu Zehntausenden herbeigeströmt waren; durch einen heiligen Schwur bekräftigten Juden und Polen ihren Bund. Da schlossen die Feinds mit den Polen einen Separatv ertrag, dahin gehend; daß diese die Juden aus liefern

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