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Der Israelit · 1863-06-03 · Heft 22 (3.6.1863) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 22 (3.6.1863)
Date
1863-06-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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365 wovon IPV, 3. Mos. 25, 47., Jemand der sich in einem fremden Lande niedergelassen hat, ein Ausländer, der seinem Vaterlands, wie die Pflanze ihrem heimatlichen Boden entrissen ward. Welch' inniges, von höchster Vaterlandsliebe eingegebenes Bild! Unter hingegen verstehen wir, was als fremdartig in der physischen (1. Mos. 17. 11. —24.) oder moralischen (2^ 5. Mos. 10. 16.) Natur entfernt, beschnitten werden soll. Die Früchte der ersten drei Jahre waren ebenfalls als unrein verworfen. Chab. 2. 16. läßt keinen Zweifel, daß ^>v aus riiy, das Lamed also nur z r Formbildung ist. Ich halte es auch demnach analog mit.-nip (5. Mos. 23. 15. ->22 m->v) etwas Unanständiges. Oder vielleicht ist es transpon. aus bp->, das Nachtheilige, Schädliche, wie auch E. für Chab. 2. 16. lesen. Nun ist aber 2N sich fürchten, nach einer alten und plausiblen Meinung von -u Fremdling, weil sich dieser in dem fremden Lande nur unter Scheu und Mißtrauen bewegt, dann erklärt sich uns auch die Bildung der Substant. npi Beben, Zittern zittern, wanken (Nachum 2. 4.) Jes. 3. 19. Schleier von der zitternden Bewegung derselben und Op2, bewegt sein (Ps. 96. 11.) Also sehen wir diese und noch manche andere hierzu einschlagenden Wörter auf einem Stamme und in einem Boden wurzelnd. Aber eine Sprache, die sich derart aus sich selbst entwickelt, daß selbst ihre geringsügigsten Nuancen gegliedert und in Einklang zu einander stehen, ist entweder Product ernster Studien, wie etwa das einer royale oder, weil eine solche für die graue Vorzeit nicht deutlich erscheint, deshalb müssen wir unsere Sprache als Ausfluß einer höheren Inspiration erklären. Eine Behauptung, mit der wir gegen die gewöhnliche Ansicht von Sprachgestaltung in nichts verstoßen, weilJsrael durch alle Zeit gottbegeisterie Männer besaß, die bei jeder Gelegenheit den Nagel auf den Kopf zu treffen verstanden. Das waren Männer! Für das Erhabenste empfänglich, verstanden sie sich allesammt in Wort und That unabhängig zu erhalten, nachdem sie nur in dem Soll» des Allerhöchsten standen. Und ihnen war die Sprache ihres Volkes heilig, wie ihnen das Volk selbst, sein Wohl, sein Geschick, seine Entwickelung und Zukunft heilig war. Aber wie das ganz anders jetzt ist, in unserer so hochgerühmten Zeit der Intelligenz, in der sich alle Kräfte spannend nach dem einen Punkt richten, den wir Volksbildung heißen! Nicht wahr, da ringen alle Nationalitäten nach Selbstständigkeit; jedes Volk sucht seine Sprache möglichst auszubilden und die bereits ausgebildete auf den Culminationspunkt der Vollkommenheit zu bringen: Nur wir Juden, nun freilich, wir repräsentiren mehr keine Nationalität und streben auch nicht darnach, eine solche zu repräsentiren. Aber die Sprache unserer Väter, ja die sollte uns doch eine hochheilige sein, weil sie die Quelle unseres Heils und das sichtbare Himmelsband ist, das uns seit vielen Jahrhunderten in der Zerstreuung fest zusammenhielt und, als Volk erhielt. Und daß man dennoch heutzutage das Hebräische m den meisten jüdischen Schulen gewaltig lax betreibt, daß es das Ansehen gewinnt, als ob man das horrible rwriwnw rnin .-»-.'riv mit allem Fleiß zur Wahrheit machen wollte! Muß einem darüber nicht das Herz vergehen? Und dennoch bleibt nicht Kenntniß des Hebr. uns Juden in so lange nothwendig, als Juden sind? Was hoffentlich so lange sein wird, wie sich ein Himmel über der Erde wölbt. Darum gilt es vor allem, wie ich bereits Eingangs dieser Zeilen gesagt, die Sprache der Jugend wieder Werth und heilig machen. J.der thue das nach seiner Begabung und individuellen Möglichkeit. WaS mich betrifft, in meiner geistigen Jsolrrung, sollen für meinen redlichen Willen, die bisherigen und künftigen Blätter Zeugniß geben. Ä n z e Slellen-Vscan). Die isr. (orthodoxe) Religions-Gesellschaft zu Darmstadt sucht einen Religionslehrer und Vorsänger. Gehalt 400 fl. nebst freier Wohnung. Bewerber von streng religiöser Richtung, welche talmudische Kenntnisse besitzen, wollen sich in frankirten Briefen unter Beifügung ihrer Zeugnisse wenden an Darmstadl, den 20. Mai 1863. i g e n. Qin Fräulein, das die Hausfrau in der Wirthschaft und zwei Kinder in dem Alter von 7—9 Jahren in den Schularbeiten unterstützen kann, wird gesucht. Hierauf Reflcktirende belieben sich an Herrn Victor Löwenfels in Posen zu wenden, der nähere Auskunft zu ertheilen die Güte haben wird. ^Lür eine Privaterziehungs-Anstatt in der Nähe einer O Universitätsstadt wird ein Gehilfe gesucht. Demselben ist zur Fortsetzung seiner akademischen Studien Gelegenheit geboten, wöchentlich 3 - 4 Mal die, eine halbe Stunde entfernte Universität zu besuchen. — Näheres in der Exped. sub Nr. 208.

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