Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 22 (3.6.1863)
- Date
- 1863-06-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Jahrgangs 22. Der Israelit. Ceutralorgan für -«rs orthodoxe Inder,thum. -i , ,... HerauSgegebm von Lehmann in Mainz. Mainz, den 3. Juni 5623 (1863.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 14 Bogen. Preis des Jahrgangs: 2 Lhaler p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. ' Halbjährig 1 Thlr. p. r. oder fl. 1. 45 kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. p. c. oder 53 kr. rh. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterreichifche Banknoten laut Cours. Sollte direkte Frankozusendung unter Steifband gewünscht werden, so sind an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr. p. c. oder 5 fl. 15 kr. rh. oder 6 fl. österreich. franko einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel r Zur Schulfrage in Galizien, von vr. L. M. — Bau jüdischer Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutsch - land: Mainz. Mainz. Darmstadt. — O estr. Kaiserstaat: Ung. Brod. — England: London. London. Feuilleton: Das Pariser Haus Rothschild. Inhalt der Beilage. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Oesterr. Katserstaat: Duna Foldvar. Feuilleton: Beitrag zur Onomatik der hebr. Sprache. (Forts, und Schluß.) Leitende Artikel. Zur Schulfrage iu Gaitzien, von vr. I.. Tarriow. Seit einigen Tagen herrscht in unserer Gemeinde ein sehr reges, ja aufgeregtes Leben. In der Gemeindekanzelei werden außerordentliche Konferenzen gehalten, außerordentlich durch eigenthümliche parlamentarische Oi dnung, wonach alle die volllönigen Reden nicht nach einander, sondern mit einander und gleichzeitig vom Stapel gelassen werden, außerordentlich durch die sonderliche Art ihrer Debatten, die nicht! die zu verhandelnde Sache, sondern die verhandeln-! den Personen mit ihrem religiösen Wandel und ihrer i intellektuellen Bildung zum Gegenstände und die Tenj denz hab^rr, den Gegner aus seiner Position und der Gemeindekanzelei herauszuschimpfen. In öffentlichen! und Privathäusern in Bet- und Schankstuben werden! Tag .und Nacht in größter Hast und Eile Petitionen j an die Kreishauptmannschaft in Umlauf gesetzt, und alle Mittel, die einnehmende Schmeichelei und ein-! schüchternde Schmähung^ anlockende Versprechungen > und beängstigende Drohungen darbieten, eifrigst anj gewendet, um Unterschriften für dieselben zu gewinnen, zu erschleichen und zu erzwingen. Zur Abwehr eines etwaigen Vorwurfes, als seien unsere hiesigen Glaubensgenossen in ihrem Gemeindeleben zu sanguinisch und heißblütig, eines Vor-! Wurfes, der gewiß am wenigsten berechtigt wäre, sind j wir in der Lage zu berichten, daß dieser hitzige Kampf! gereizter Leidenschaften einer Sache gilt, die zwar! auch Gemeindeangelegenheit, vorzüglich aber Religions-! angelegenheit ist.! Schon seit mehreren Jahren hat die Regierung I die Errichtung einer jüdischen Normalschule in! unserer Stadt angeordnet, und zu wiederholten Ma- , len unsere Gemeinderepräsentanz, dieser Anordj nung nachzukommen, aufgefordert, die aber, diesen Auftrag zu umgehen, und durch in den Weg gelegte Hindernisse zu vereitlen wußte. Nun aber hat ein § jüngst hier eingesetzter neuer Kreishauptmann die Schulfrage bei günstigerer Konstellation von Neuem