Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1863)
- Date
- 1863-04-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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193 seinen Haß gegen die heilige Lehre an den Tag gelegt, der suche ihr zur Sühne große Achtung zu bezeigen, erbaue den Tempel ne«, und räume ihr einen herrlichen Platz darin ein." — „Dazu bedarf ich aber der Genehmigung der römischen Regierung." „So schicke denn Boten an die Regierung, und sage ihnen, daß sie auf der Hin- und Rückreise mög-! lichst lange verweilen; während dieses Zeitraumes kann der Bau des Tempels zu Stande kommen." Diesen Rath befolgte Herodes und traf Anstalten zum Vau eines recht prachtvollen Heiligthums. Die von der Negierung zurückgekommene Antwort lautete: Haft Du noch den Bau nicht begonnen, so unterlaß ihn; bist Du aber damit fertig, so scheint es einem niedrigen und schändlichen Knecht eigen zu sein, erst zu handeln und dann um Verhaltungsregeln anzufragen. — Wo Grausamkeit hauset, gibt es kein Ohr! für Belehrung, und kann der Verstand zum Genoffen z der Bosheit nicht gewonnen werden, so müssen die Denker niedergemetzett werden. Der Feinde unsrer heiligen Gotteslehre gibt es noch heute in unserer hochgepriesenen aufgeklärten Zeit. Aus einem Vorrath von List und Tücke holen sie Waffen, um unsere Religion anzugreifen und ihre Bekenner zu verfolgen. Der ewige Vergelter wird es bewähren, wer Kummer und Trauer säet, wird Jammer und namenloses Elend ernten. Hören wir aber nicht auf, den Verräthern das Bild ihrer Rohheit und Abscheulichkeit zu zeigen, daß sie, wenn das Licht des Gewissens noch nicht erloschen, davor erschrecken und schaudern. Halten wir Friede und Eintracht unter uns, sehe Jeder und achte in dem andern den nach Gottes Ebenbild erschaffenen Menschen, und reiche ihm, das Beste des Ganzen im Auge habend, brüderlich die Hand zum Wirken nach Pflicht und Gemeinsinn. — Anzeigen. Für die an der hiesigen öffentlichen jüdischen Stadtschule vacant gewordene Lehrerftelle wird ein geprüfter Lehrer gesucht. Das Gehalt beträgt 250 Rthlr. Baldige Meldungen unter Beifügung der Zeugnisse werden an den Unterzeichneten Vorstand erbeten. Märkisch Friedland, 8. April 1863. Der Vorstand der jüdischen Stadtschule. Man sucht einen unverheirateten Mann zu engagiren, der in bewandert und im Stande ist, den hebräischen Elementarunterricht zu ertheilen. Gelegenheit zu weiterer Ausbildung ist geboten. Anerbietungen sind frankirt an die Buchhandlung von Ioseph Baerin Frankfurt a. M. zu richten. Ein unverheiracheter, guter vnuN kann Loqteich placirt werden. Adressen mit Referenzen sind frankirt an S. M e r z bach Ln Offenbach u. M. zu richten. in seit Jahren fungirender Cantor und Schächter dem rnnTi von zur Seite stehen der auch religiöse Vorträge hält, wünscht seine Stelle gegen eine einträglichere zu vertauschen. Franco- Offerten, unter Angabe der Bedingungen und der ungefähren Einkünfte beliebe man suir. Rr. 143 an die Redaction dieser Z. zu richten, die das Weitere zu vermitteln die Güte haben wird. Luabeu oäon 4üuMuI6, welche öffentliche Schulen besuchen, oder in Handlungen beschäftigt sind, finden bei mir in Wien anständige Wohnung, nahrhafte Kost, wiffenschaftüche Nachhilfe und sorgfältige Aufsicht, wie es nur die Eltern selbst wünschen können. Mündliche und briefliche Anfragen beantworte ich befriedigend. Rabbiner 2. Blücher, Pillersdorfgaffe Nr. 2 in Wien.