Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1863)
- Date
- 1863-04-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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186 die Schuljugend 1 fl. 42 kr.; eine Ungeannte 1 fl.! 30 kr.; Abr. Auernheimer 18 kr.; Mad. Jeanette! Engel 24 kr.; Esther Engel 24 kr.; Caroline Herz l 24 kr.; ein Ungenannter 2 fl. 12 kr.; eine Unge- I nannte 48 kr.; eine Ungenante 24 kr.; Dina Dot- > tenheimer 12 kr.; ein Ungenannter 30 kr.; eine Un-! genannte 30 kr.; Mos. H. Löwenstein 6 kr.; Mad. Sara Bärmann 24 kr.; Joseph Herz 12 kr.; eine Ungenannte 24 kr.; zusammen 22 fl. 18 kr. —Durch Lehrer Hausmann in Heydenheim: ein Ungenannter 2 fl. 42 kr. Zusammen 25 fl. Zeitungsnachrichten u. CorrejpondenM. Deutschland Mainz, den 13. April. Wie alljährlich wurden auch diesmal die hier garnisonirenden k. k. österreichischen, k. preußischen und grh. hessischen israelit. Soldaten sowie andere Fremde während des Peßachfestes vollständig verköstigt; es wurden zu diesem Zwecke 484 Karten verabfolgt, die ebensoviele Mahlzeiten repräsentiren. — Unsere Mittheilung in Nr. 13 d. Bl., datirt Wiesbaden, hat zu einem kleinen Jnseratenkampfe Anlaß gegeben, auf welchen wir hier näher eingehen, weil wir daraus erfahren, was man heutzutage „Fanatiker" nennt. Die Mainzer Zeitung vom 8. d. M. brachte folgendes Inserat: „Herr I)r. Lehmann, Wohlgeb. Herausgeber der Wochenschrift: „Der Israelit." Wenn Sie auf dem Standtpunkt des orthodoxen Judenthums stehen, und dasselbe in Ihrem Centralorgan nach Kräften vertheidigen. so hat diejenige Partei, welche Sie vertreten, Sie allerdings aufs Höchste zu respectiren, während es lächerlich wäre, wenn die andersdenkende Partei Ihnen wegen Ihrer Auffassung grollen, oder Sie hinterlistig anfeinden sollte. Es ist dies ein Kampf, der im offenen Felde, mit ehrlichen Waffen gekämpft werden muß. Wenn Sie sich aber Herbeilaffen, in Ihrem Blatt! Artikel aufzunchmen, durch welche Einer ihrer Amts-! genoffen nicht nur geschmäht, sondern in seiner Stell lung verdächtigt wird, wenn Sie ferner Artikel auf- I nehmen, die ans Lächerliche gränzen, wie z. B. der-! jenige aus Wiesbaden in Ihrer Nr. 13, in welchem! darüber glosstrt wird, daß einige Israeliten in einem christlichen Gasthause zu Abend gegessen haben sollen, so ergibt sich daraus, daß Sie nicht orthodox sondern Fanatiker sind, oder daß Sie so wenig Material für Ihr Blatt haben, daß Sie Alles, was es auch sei, aufgreifen, um nur Ihre Spalten ausfüllen zu können. Wiesbaden, 2. April 1863. Mehrere, die es sich haben recht gut schmecken lassen, und darum nicht aufgehört haben, recht gottesfürchtige Israeliten zu sein." Mit unnennbarer Frechheit rühmen sich hier Leute, daß Sie Nebeloth und Terephot, Cheleb und Dam, Baßar Chasir rc. sich haben gut schmecken lassen und dabei recht gottesfürchtige Israeliten seien, und schimpfen Denjenigen, welcher es wagt, solch unschuldige Sächelchen zu rügen, einen Fanatiker. Doch hat die Sache auch noch eine andere Seite. Diese wurde von einigen hiesigen Israeliten in einem Inserate der Mainzer Zeitung vom 11. April hervorgehoben, welches also lautet: „An die Israeliten in Wiesbaden, die es sich haben gut schmecken lassen rc. Durch Ihre an Herrn Or. Lehmann gerichtete Anzeige in Nr. 80 d. Bl. veranlaßt, haben wir den betreffenden Passus im „Israelit" nachgelesen, denn es nahm uns in der That Wunder, daß eine Zeitschrift ein namentlich in Wiesbaden*) so alltägliches „Eceigniß" wie das, daß Israeliten an christlicher Tafel gegessen haben, erwähnen sollte. Aus dem „Israelit" erfuhren wir jedoch, daß dieses bei Gelegenheit eines gottesdienstlichen Vorgangs geschehen, als Feier der Erwerbung eines geeigneten Platzes für die neu zu erbauende Synagoge. Das gibt der Sache denn doch ein ganz anderes Ansehen. Denn bei einer solchen Veranlassung ist die Verletzung eines Religionsgebots ein Beweis von schnödem Mangel an Pietät und Anstandsgefühl, welches in den Augen jedes gebil- *) Leider! Die Redaktion.