Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1863)
- Date
- 1863-04-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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184 einer Rechtgläubigkeit die Rede sein könnte, es einzig und allein die vernünftige wäre, zu der H. I. und seine Partei sich bekennen, da ja diese ohnehin dem traditionellen JudeythMne mit AuSnaAW der Mißbräuche in allen Stücken gerecht wird, so wissen wir doch, was wir von einer solchen Rechtgläubigkeit zu halten haben. Indessen wollen wir ihm dies schön gerne gewähren, und es als Rudiment zu vielleicht möglichen TraEctionen hinnehmeU Uber A I. schlägt in den graden Gegensatz um und behauptet gleichzeitig, die Partei, die sich orthodox nennt, istein imaginäres Unding, es ist die Haman - Klopfer¬ und Taschlichmacherpartei, die Partei des regellosen Durcheinanders!, die Prrtei der Moßrim und der Störenfrieden, die Partei der Verdrehung unv Gedankenlosigkeit. Dazu sekundirt auch sein Organ: „Die Neuzeit," und ventilirt fleißig in derselben gehässigen Weise das orthodoxe JudenthAin *). Wir müssen wahrlich zu solch' unverschämten Insinuationen lächeln und unser Erstaunen darüber aüsdrücken, wie man mit dem vollen Bewußtsein seiner innern Skeptik und Glaubensschwäche, seiner hohlen gleißnerischen Natur, seiner innerlichen Verachtung der meisten jüd. Ritualgesetze zu Gunsten der praktischen Bequemlichkeit die Partei der innern Ueberzeugung und Glaubensstärke, die Partei des alten bestehenden und geheiligten Judenthums, die mit Aufopferung ihrer Bequemlichkeiten und zeitlichen Vortheile unter tausend Beschwerden und Verzichtleistungen die Religion ihrer Väter ehrt und konservirt, so unverschämt herauszufordern und mit schnöder Ostentation zu rgnoriren sich nicht entblödet. Wir scheuen uns auch nicht, solcher Herausforderung entgegenzulreten, das orthodoxe Judenthum rein und vom Geifer der Verleumdung unentstellt zu zeigen, und H. I. und Consorten zu demaskiren, damit die Welt erfahre und wisse, was ein orthodoxer Jude sei, und was er wolle und damit H. I. sich selbst kennen lerne. Kecke Lüge und Verleumdung ist es, daß die orthodoxe Partei Friedensstörer und Zänker sind, weil sie die Grundsätze der Chachamim hoch und heilig halten: 22^2 j?un2 W2 p-r rc. 2-,p2n 2WV.-1 -ma rc. '121 2.1m n-kw rc. — Kecke Lüge und Verleumdung ist es, daß das orthodoxe Judenthum das regellose ordnungsfeindliche Cloakenjudenthum sei, weil es die Grundsätze der Schrift heiligt: 1K222 -'22 2'^12p — 2P — 22'27^r»2dr weil es so. ängstlich auch die kleinste Vorschrift in Bezug auf körperliche Reinheit, Anstand und Würde bei der rnwp beobachtet.. Man braucht um .die ersten Paar Halachot im Orach Chajfm nachzu- *) Ihr bettkbt es, daß orthodoxe- Judentum fietßiz das ssloaken-Judenthum zu nennen. lesen, um sich zu überzeugen, mit welcher Demuth und Bescheidenheit, mit welch' wahrer Gottesfurcht und heiliger Scheu der orthodoxe Jude vor seinen Gott hintritt. -7: Kecke Lüge und Verleumdung ist es, dass die Orthodoxen Feinde jeder Aufklärung und staatlichen Freiheit sind, weil sie mehr als jeder Andere die Gebote der Freiheit, Humanität und Gerechtigkeit in der heil. Schrift heiligen ppnin p-12 pn-r ivrWy'oisökuxnso —^ — 2W .->2 22X 2').-> — u. v. a. weit sie unmittelbar an die Thora auch 2222 und q-m anschließen und diese Hand in Hand gehen lassen. Kecke Lüge und Verleumdung ist es, daß die orth. Juden Lügen- und Lästermäuler sind; weil sie die erhabenen Grundsätze heiligen: P222 -ipc? ->212 — P22 -jNN- — 22X2 dx 2M21 — u. a. Freche Lüge und impertinente Verleumdung ist es endlich, daß die Orthodoxen Moßrim, Verleumder und für Geld zu Allem fähige betrügerische Kreaturen sink; denn wem ist — 2'2w 22? LN2P — 2122 21P2 8*) —^ ^2 — 2wL7 2p — heiliger als eben dem orth. Judenthurü! Ist es nicht dieses und nur dieses, welches oft einer kleinen relig. Observanz wegen, die größten pekuniären Vortheile in die Schanze schlagt, den größten Schäden leicht verwinden kann und um Gottes Willen ^22 2212 auch zu allen Zeiten war? Was ist nun denn das orthodoxe Judenthum? — Es ist in kurzen Worten jene Partei im Judenthume, die als obersten Grundsatz festhält: — „TwpO 2"!'2 — „Wir thun wie unsere Väter gethan," das ist ihre Parole, das die Inschrift ihres Banners. Unsere Väter basirten ihr relig. Leben auf die alte, Jahrtausende bestehende Thora nach den Auslegungen des Talmuds und der Tradition, und nach den Relationen des Schulchan Aruch, und diese feste Basis behalten wir mit unbeugsamer starrer Consequenz bei: nicht solche Männer, die den Talmud nur historisch zu ruhmredigem Gelehrtenkram ausbeuten und verarbeiten, sind dazu angethan, eine Revision des Schulchan Aruch vorzunehmen. Und was will das orthodoxe Judenthum? Das orth. Judenthum wijl strenge Uebereinstimmüng des praktischen Lebsns mit den Lehren des Glaubens; und folglich auch ihre Correlarien: Demuth, Bescheidenheit, Wahrheit und Gerechtigkeit^ Hiebe, Humanität, Tugend, Gottesfurcht Das orth. Iudenthurn will auch Alles, was -dem M. Glauben zu consolidiren und aufrechten erhalten geeignet ist. Das orth. Judenthum wüs Grundsätzlichkeit, feste innere Ueberzeugung, Beharrlichkeit und Eonsequenz; es will ein regelrechtes, mit > he» Vorschriften des Schulchan Aruch konformes religihstzs Leben fuhren. Das orthodoxe Judenthum will, haß der RgKbiner oder Religioasvorsteherr au gründlich theologischen KeuntniAyr, sowie an wahrhafter FrHv-