Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 14-15 (15.4.1863)
- Date
- 1863-04-15
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Erste Beilage zu Nr. 14 L I 5 des Israelit. Zeitungsnachrichten u. CorresponderiM. Deutschland. Mainz, den 13. April. Wir haben leider noch mehere Todesfälle zu erwähnen. In Mako in Ungarn starb der dortige, seiner talmudischen Gelehrsamkeit wegen weitberühmte Oberrabbiner Ullmann; auch ist der Tod des ehrwürdigen Rabbiners Schemaja Nathan zu Lautenburg zu beklagen, .-122m! — Mainz, den 2. April. Zu unserer größten Freude sind wir in den Stand gesetzt, mittheilen zu können, daß der ehrwürdige Herr Kreisrabb. Bamberg er zu Worms sich der Eingabe der Nabbinen des Grh. Hessen, wie dieses in Nr. 13 d. Bl. irrtümlich berichtet worden, nicht angeschlossen hat und daß er überhaupt der ganzen Angelegenheit durchaus fern geblieben ist. — Landan, Pfalz, 29. März. Auf Anordnung unserer hochlöblichen Kreisregierung, die streng, gerecht und friedliebend ist, mußte der Bezirksrabbiner Seligmann seinen bisherigen Amtssitz zu Kaiserslautern mit Kirchheimbolanden vertauschen, weil Rabbiner und Gemeinde sich zu sehr gehässig gegenüberstanden und an eine Aussöhnung, die von Seiten der Behörde öfters angestrebt worden sein soll, nicht mehr zu denken war. Nun befindet sich bekanntlich in Kaiserslautern das protestantische Schullehrerseminarium für die Pfalz, in welchem auch die israelitischen Lehrer ihre Ausbildung erhalten und so ertheilte der jeweilige Rabbiner den jüdischen Seminaristen den hebräischen Unterricht wofür er aus dem Kreis-Schul- Fond honorirt wurde. Seit dem Wegzuge des Rabbiners wurde dieser Unterricht nicht mehr fortgesetzt, und die jüdischen Seminaristen waren sonach in dem Studium des Hebräischen gestört. Unsere hochlöbliche Kreisregierung, dies einsehend, bekundete auf eine gerechte und humane Weise, „ohne dazu aufgefordert worden zu sein," wie sehr ihr das Wohl aller ihrer untergebenen Staatsbürger gleichmäßig am Herzen liege dadurch, daß sie eine Entschließung des hohen König!. Ministeriums veranlaßte, die dem Rabbinatskandidaten Herrn Moses Seligmann von hier, > als Lehrer für das Hebräische an das Königl. Sej minar zu Kaiserslautern beruft. Wir wünschen unserer erleuchteten Kreisregierung Glück zu der Ausführung solch humanen Werkes und doppelt Glück zu der getroffenen Wahl, da der Berufene ein in allen elastischen Wissenschaften und besonders im Hebräischen und Talmudischen ausgezeichneter Gelehrter ist, der nur wegen zu großer Bescheidenheit nicht zu bewegen war, schon früher eine öffentliche Stellung einzunehmen. Wir bedauern besten Abgang von hier tief, da Männer wie Herr Seligmann die ihre Gelehrsamkeit nicht zu „12 iLiv rv-iip" und nicht zu „.->2 liup" machen in unserer Gegend leider rar oder gar nicht zu finden sind, und der Verlust, den unsere Gemeinde durch sein Weggehn trifft, ein nicht leicht zu ersetzender ist. Alle Israeliten der Pfalz und besonders Diejenigen unter ihnen, deren Herz noch warm für jüdisches Wissen, Religiösität und Jugendbildung, muß die Besetzung dieser höchst wichtigen Stelle, durch einen Mann wie Herr M. Seligmann gewiß freuen, weil dadurch wieder gehofft werden darf, daß aus dem Seminar nicht nur Lehrer, sondern jüdische Lehrer hervorgehen werden, und Herr Seligmann gewiß mit aufrichtiger Hingebung diesen schönen Zweck zu erreichen suchen wird. Bedenkt man dabei, daß der bisherige Unterricht durch den Rabbiner nur ein sehr mangelhafter sein konnte, weil der Amtsberuf eines Bezirksrabbiners durch öftere Rundreisen, Schulprüfungen, Trauungen rc. ihn verhinderte, Unterricht zu ertheilen, so sind wir unserer hohen Regierung um so mehr zum Dank verpflichtet, als sie eigens für dieses Fach einen so würdigen Lehrer berufen hat. Dem Vernehmen nach soll Herr Seligmann auf höhere Weisung sofort in seine neue Stellung eintreten, und so wünschen wir dem Wirkungskreise dieses edlen, charakterfesten und uneingebildeten Gelehrten den besten Erfolg, damit die Saat unserer heiligen Thora, die er nun auszustreuen den Beruf hat, gedeihlich keime, hervorsprosse und reife" „i'IX'l .11M Preußen. Berlin. An die hiesige Universität ist für den