Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 12 (25.3.1863)
- Date
- 1863-03-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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138 bei der gegenwärtigen Barunwollennoth zu ungemein hohen Preisen wieder abzusetzen. Da nun einzelne Israeliten mit ähnlichen Projecten sich zu befassen anfingen, so stieg natürlich der Preis für den Einkauf. Herr Gener. Grant vermerkte das sehr übel und ließ, um seinen Gewinn nicht geschmälert zu sehen, einfach alle Juden austreiben- — Wiewohl Präsident Lincoln die Ordre sofort zurückgenommen hat, so ist doch der energische Specukant Grant unbestraft geblieben. In den officiellen Organen des Präsidenten wurde die Frage ventilirt, was Wohl mehr werth sei, die Stimmen der Juden oder ein so tüchtiger Heerführer wie General Grant. Unseres Bedünkens ist Recht und Gerechtigkeit mehr Werth als der tüchtigste General; man ersieht aus solchem, von niedrigster Gesinnung zeugendem Raisonnement, welche (Korruption in gewissen Amerikanischen Kreisen herrschen muß. Das ist das Amerika des edlen Washington nicht mehr. — Charakteristisch für unsere deutschen Preßzustände ist auch, daß kein größeres politisches Blatt von jenen himmelschreienden Thatsachen berichtet hat. — Die in New-Jork erscheinende Zeitschrift „Ille Rsooi'ä" gibt einen Auszug aus unsrem Leitartikel in Nr. 5 d. Bl., um den Amerikanern zu zeigen, wie man sich in den intelligenten Kreisen der deutschen Israeliten über das Verfahren des Generals Grant ausspricht. Wir statten hiemit der Redaction der erwähnten Zeitschrift für die uns bei dieser Gelegenheit ausgesprochenen Anerkennung unfern Dank ab. — Die verschiedenen thörichten und ekelhaften Schimpfereien, die gegen uns loszulafsen verschiedene deutsche, jüdischunjüdische Blätter und Blättchen für gut finden, gereichen uns nur zur Ehre. Die „Wiener Neuzeit" behauptet „den Mainzer Blödsinn" nicht gelesen zu haben und spricht von „stummen Hunden, die nicht bellen können;" ja sie kennt noch andere biblische Bezeichnungen und stellt sich dar als den König, dessen Ehre es nicht erlaube, nachzujagen. Die „Wiener Neuzeit" ist ebenso klug wie — bescheiden, ebenso erleuchtet, wie — höflich. Wenn d. Nz. entschuldigend, ihre eigenen Geistesprodukte als in Perioden des Blödsinnes empfangen und geboren bezeichnen würde, so könnte man vielleicht ihr die schlimmen Vergehungen der grenzenlosen Verleumdung und maßlosen Verdächtigung aller gesetzestrcuen Israeliten verzeihen. Wie entsetzlich dieses Gebühren sein muß, kann man schon daraus entnehmen, daß es sogar in der Ph'fchen Zeitung als eines Eisenmenger würdig bezeichnet wurde. Herr Philippson wird dafür von der löblichen Redaction der Neuzeit „ein herabgekommener Marktschreier" genannt und aus seine Correspondenten werden Ausdrücke angewandt, die man füglich in anständiger Gesellschaft nicht wiedergeben kann; wir überlasten die Wiener Neuzeit ihrer eigenen schlechten Gesellschaft. — Me wir vernehmen, ist der Vorstand der isr. Gemeinde zu Wiesbaden bei der Herzoglich Nassauischen Regierung eingekommen, dieselbe möge den dortigen Rabbiner Süßkind anderswohin versetzen; Mangel an Religiosität von Seiten des Rabbiners soll das Hauptmotiv dieser Eingabe bilden. — Während wir dieses schreiben, geht uns das Programm der Lehr- und Erziehungsanstalt für isr. Knaben und der damit verbundenen Bildungsanstalt für isr. Lehrer in Weinheim zu; dasselbe enthält als wissenschaftliche Beigaben Abhandlungen: 1) über die angelsächsischen Bestandtheile der englischen Sprache, von Giesel er/, 2) über eine neue quantitative Bestimmung des Ammoniaks von vr. Kappel und Laube Mn.; wir freuen uns, aus dem Vorworte zu ersehen, daß im verflossenen Jahre der Anstalt bedeutende Geschenke zugewandt worden sind; so von einem der Anstalt nahestehenden Freunde in Mannheim 3000 fl., von einem Anonymus 1100 fl., von Herrn A. L. Soldien in Frankfurt a. M. 200 fl. und noch viele andere ziemlich bedeutende Gaben. Es wundert uns nicht, unter den Gebern auch den gefeierten Namen des Herrn vr. Albert Cohn in Paris zu finden; thut sich der Genannte doch bei allen Angelegenheiten echt jüdischen Interesses hervor. Die Anstalt, welche unter der Direction des Herrn Dr. Plato steht, zählt 44 Schüler und 7 Seminaristen. Einiges über die innere Bedeutung der äußern Gesetze des Indenthums. Keligiöse Betrachtungen von vr. üerrrnnnn I4p8edilL. (Fortsetzung.) (HepMin). „Ihr sollt sie (die Gesetze Gottes) „binden als Zeichen an eure Hände, „und sie sollen sein als Andenken „zwischen euren Augen." 2. B. M. 12, 19. Das Judenkind, welches durch die Beschneidung in den Bund Israels ausgenommen und durch die geweihten Schaufäden an die Lehre Gottes gebunden wurde, ist nun aus dem Kindesalter herausgetreten und zum Jünglinge herangereift. Es hat das dreizehnte Lebensjahr zurückgelegt, und somit das Alter der religiösen Verantwortlichkeit und Selbstständigkeit erreicht Die treue Mutter Religion schlingt nun freudig ihre Arme um den mündig gewordenen Sohn,