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Der Israelit · 1863-03-04 · Heft 9 (4.3.1863) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 9 (4.3.1863)
Date
1863-03-04
Page
– (sequence 11)
Language
German
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109 sen Besucher auf Unkosten der Gemeinde erhalten werden. Nie appellirt man an die Wohlthätigkeit der Juden umsonst. Daß sie keinen Unterschied der Konfessionen dabei machen, ist bekannt. Es ist bei so vielen vortrefflichen Eigenschaften, zu denen noch eine außerordentliche geistige Rührigkeit und ein scharfer Verstand kommen, ungemein beklagenswert^ daß die polnischen Juden so wenig den Forderungen der Gesellschaft, die sie umgibt, sich akkomodiren. Es mag zum Theil wahr sein, daß die Gesellschaft auch eigentlich keine Forderungen an sie stellt, allein es ist dabei schwer zu unterscheiden, was Ursache und was Wirknag ist. Es ist seiner Zeit wenig besser in Deutschland gewesen, und ist in so kurzer Zeit ein so großer Prozeß der Civilisation vor sich gegangen. Freilich bringt das deutsche Volk andere Fonds zu solchen Missionen mit sich, als das polnische. Aber wo es Menschen gibt, die der Liebe und der Freude fähig sind, da ist die Hoffnung wohlgegründet, daß sie auch das Gute und das Schöne in gleicher Weise einst erfassen werden. Selten freilich wird dem polnischen Juden Freude zu Theil. Die einzigen Freuden, die er hat, beziehen sich aus die Familie. Auf ihren Gemeindefesten lastet noch der Schmerz einer staatlichen und bürgerlichen Unterdrückung, deren Verschwinden kaum in unseren Tagen erst begonnen hat. Nur einmal im Jahre wird die Freude so laut, daß sie bis zur Straße hinausschallt — am Tage der Thorafreude. Frauen umkränzen die Gesetzrollen im Lehrhause mit Blumengewinden; Matronen werfen den Knaben und Mädchen Bonbons, Mandeln und Rosinen zu; unter den Männern kreij't oer Becher und Lieder erschallen im Chor. Der Rabbiner nimmt die Thora in die Hand, das ganze Häuflein ordnet sich zum bunten Zuge.! Ueber dem Rabbi wird ein Baldachin getragen; vor- und nebenan ziehen die Aeltesten der Gemeinde. So geht's über die Straße weg. Die Buben spotten hinterdrein, und bisweilen wirft die Bosheit auch wohl gar einen Stein dazwischen. Was gilts? wo die Freude herrscht, da ist für Haß kein Raum. Und Freude, wirkliche Freude herrscht. Greise werden zu Kindern, sie springen so rüstig vor ihrem Kleinod her, die langen Röcke flattern im Winde, weit geöffnet sind die Pforten der lichterstrahlenden Synagoge, jener Synagoge, die eine Trösterin ist gegen den Ungestüm des Schmerzes wie der Freude. Anzeigen. Rum, Cognac, französischen Branntwein und Liqueure, (N6. nicht aus Früchten) rothe L weiße französische L Ungar-Weine, sowie Portwein L Madeira empfiehlt in Flaschen und Gebinden zu billigsten Preisen: U. (-'«Im, Altona. /Ain junger Mann, der seine dreijährige Lehrzeit in einem Manufakturwaaren-Geschäfte bestanden, noch ein Jahr in einem Kurzwaaren-Geschäfte servirte und eine schöne Handschrift besitzt, sucht eine Stelle als Volontair in einem Hause, das Sabbat und Feiertage geschlossen, am liebsten in einem Kurzwaaren- oder Spezerei-Geschäfte. Näheres unter VV. Nr. 89 bei der Redaktion dieses Blattes. Hin junges Mädchen, das der französischen Sprache vollkommen mächtig, genügend im Englischen und Clavierspiel zu unterrichten vermag, wünscht eine Stelle als Gouvernante in einem religiösen Hause. Frankirte Offerten möge man gefäll. sub Nr. 92 an die Expedition dieses Blattes gelangen lasten. nv-> <1SN 2111 ->ll?2N2 aus Weintrauben gebrannt, von vorzüglicher Qualität, höchst wohlschmeckend in Thee und Kaffee, so wie in warmem und kaltem Master, empfiehlt die zu Grlinberg in Schlesien, und werden gef. Aufträge zeitig erbeten, auch sichere Niederlage gesucht. _ Synagogen-Gesänge, Soli Sc Chore. 120 Nummern für alle Sabbat- und Festtage, von Hld. LLg.zxsr, Ehor-Dirigent in Mainz. Preis 2ft:>. Thlr., in Commission bei I. Kaufmann in Frankfurt a. M /^in junger Mann, mosaischen Glaubens, mieden besten Zeugnissen versehen, sucht vom 1. April l. I., unter soliden Bedingungen, eine Stelle in einem Ledergeschäfte, welches Sonnabend geschlossen bleibt; — Auskunft ertheilt die Expedition des Israeliten sui> Q. 58.

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