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Der Israelit · 1863-03-04 · Heft 9 (4.3.1863) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 9 (4.3.1863)
Date
1863-03-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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102 lich sind, sowohl im Leben des Einzelnen als in dem der Gesammtheit. Dieser Geist, dieser Geist Gottes, dieser echte und rechte Geist wird auch vermögen jede Mißstimmung und jedes Mißverhältniß, die nie in Preußen zwischen Regent und Volk walteten und auch jetzt nur, deß sind wir gewiß, augenblicklich ist und vorübergehend sein wird, in Zukunft nie aufkommen zu lasten; denn er ist es, dieser Geist Gottes ist es, der in dem Busen des einzelnen Menschen Charakter und Einheit schafft und bewahrt, in der Gesammtheit Vertrauen und Liebe wecket und erhält.— Diese Rede, deren äußere Umriste, so weit es nach einmaligem Hören möglich ist, hier wiedergegeben sind, verfehlte nicht, einen gewaltigen und hoffen wir, auch dauernden Eindruck auf die zahlreiche Versammlung zu machen. Nach gesprochenem Königsgebet, trug der Chor einen zweiten Psalm mit gleicher Präcision und exacter Ausführung vor, mit besten Beendigung die Feier schloß, die gewiß Niemanden unbefriedigt ließ. Hierbei stellte es sich wieder evident heraus, wie bei Cultus - Feierlichkeiten der äußere Apparat ganz entbehrlich, ja vollständig überflüssig ist, wenn er durch innere Tüchtigkeit ersetzt wird. Eine Orgel in der Synagoge z. B. würde dieser Feierlichkeit, und somit auch jeder Feier dieser Art, den ganzen Ton der Weihe und Heiligkeit geraubt und sie zu einer Aufführung umstempelt haben. Außerdem würde das Oral des Gesanges durch die massenhaften Pfeifen ganz unkenntlich gemacht worden sein, während es so recht ausdrucksvoll gehört und deutlich vernommen wurde. Wie man solchen, in die Augen springenden Thatsachen gegenüber eine Orgel noch verlangen kann und zwar, man höre, technisch begründen will, als ein phonophoretisches Medium (als ein stimmtragendes Mittel) ist ganz unbegreiflich. Während in denjenigen Kirchen, wo Chöre sind, man jetzt anfängt die höheren und tieferen Register der Orgel außer Gebrauch zu setzen, und nur noch die mittleren Mitwirken läßt, damit das Oral des Gesanges nicht allzu viel beeinträchtigt werde, geht man hier ganz ernstlich damit um, eine gewaltige, registerreiche Orgel in der neuen Synagoge herzustellen. Die Orgelgeschichte spuckt wieder gegenwärtig hier sehr. Jndeß hoffen wir, daß sich auch hierin Alles noch zum Bessern wenden und sich die „rechte Einsicht" Bahn brechen werde, so daß auch in dieser Frage sich erfüllen werde der Text des Herrn I)r. Sachs iv-r '«1112 vx w «b ... 1 rnrnü '.i Erklärung, den Äan vs« Armen und Pilgerwohmmgen in Jerusalem, betreffend. Die Erfahrung, daß die uns vollauf beschäftigende Verwaltung der regelmäßigen Spenden für unsere palästinensischen Glaubensgenoffen durch die unzähligen, den Bau von Armen- und Pilgerwohnungen in Jerusalem betreffenden Correspondenzen rc. eine unvermeidliche, empfindliche Beeinträchtigung erleiden muß, legte den Gefertigten die Pflicht auf, gerade im Interesse unserer Glaubensgenosse» in Palästina und Jerusalem insbesondere der bisherigen Mitverwaltung dieses wohlthätigen Unternehmens zu entsagen, und haben dieselben deßhalb dieses Amt in die Hände des in den bereits vereinbarten, von den bedeutendsten Rabbinen Deutschlands genehmigten und demnächst zu veröffentlichenden Statuten zu ihrem College» ernannten Herrn Rabbiner vr. Israel Hildesheimer in Eisenstadt zurückgelegt. Demselben ist es durch anderseitiges, bereitwilliges Entgegenkommen gelungen, das ComitL durch zwei Männer zu ergänzen, welche nur genannt, keineswegs näher bezeichnet zu werden brauchen, nämlich Seine Ehrwürden, den Herrn Oberrabb. I. A. Ettling er zu Altona und Herrn Josef Hirsch zu Halberstadt. Wir haben die ganze Leitung des Bauunternehmens und die Verantwortung dafür dem nunmehr aus vorgenannten drei Herren zusammengesetzten verehrlichen Centralcomits übertragen, werden aber, den anhaltenden Anträgen von Seiten desselben nachgebend und im Interesse des auch uns am Herzen liegenden Unternehmens, stets bereit sein, Geldsendungen für dasselbe nach wie vor entgegen zu nehmen, und im Aufträge des löbl. Comitös nach deren Bestimmungsorte zu übersenden. Pekidim und Amsrkelim der isr. Gemeinden im heil. Lande, restdirend zu Amsterdam. Amsterdam, den 19. Schebat 5623. A Lehren I Cohen Lob M B. Rnbens Jsak Gol-tfchnri-t Mit Bezugnahme auf obige Mittheilung der

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