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Der Israelit · 1863-03-04 · Heft 9 (4.3.1863) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
4 (1863)
Issue
Heft 9 (4.3.1863)
Date
1863-03-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4. Jahrgang. .HZ » Der Israelit. E i n entralorgan für das orthodoxe Judenthnm. V». Lehmann in Mainz^ Mainz, den 4. März 5623 (1 863.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens iz Bogen. Preis des Jahrgang«: 2 Thaler p. c. oder fl. 3. 30 kr. rh. Halbjährig 1 Thlr. p. c. oder fl. 1. 45 kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. p. c. oder 53 kr. rh. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellung«» an. Inserate 1 Sbgr. die Petitzeile oder deren Raum. Oesterrrichische Banknotelaut Cours. Sollte direkte Frankozusendung unter Steifband gewünscht werden, so sind an die Expedition pro Jahrgang 3 Thlr p. e. oder 5 fl. 15 kr. rh. »der 6 fl. österreich. franko einzusenden. Pilgerwohnungm in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Carlsruhe. Offenbach. — Preußen: Köln. Inhalt der Beilage. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen r Preußen: Köln. Feuilleton: Briefe über Polen. Leit««-« Artikel. Die patriotische und religiöse Frier in der Hauptsynagoge zu Berlin. Berlin, den 17. Februar. Es wird gewiß einen sehr bedeutenden Theil der werthen Leser Ihres geschätzten Blattes interessiren, ein Näheres über die religiöse Feier zu vernehmen, die hier, in der Residenz des preußischen Staates, in der Metropole der israelitischen Gemeinden Deutschlands, am Sonntag, den 15. d. M., in der Hauptsynagoge begangen wurde. Die religiöse Feier war einer doppelten Erinnerung gewidmet. Am 15 Februar 1763 nämlich, also gerade vor 100 Jahren, wurde auf dem Schlöffe Hubertsburg der Friede zwischen Preußen einerseits und Oesterreich und'Sachsen anderseits geschloffen. Schlesien verblieb für immer an Preußen, und Preußen wurde eine Großmacht. Dieses weltgeschichtliche Ereigniß, das an Folgen bedeutend war und noch ist, sollte nun an diesem Tage auch von der jüdischen Gemeinde religiös gefeiert werden. An dieses Gedenk-Datum reihete sich zugleich die Erinnerung an die glorreiche Erhebung Preußens gegen die Fremd- und Gewalt-Herrschaft, die 1813 ebenfalls im Monat Februar ihren Anfang und Ausbruch nahm. Besonders mußte dieser zweite Theil der religiösen Feier ein lebhaftes Interesse erwecken; nicht blos weil er jüngeren Datums ist, gleichsam noch den Mitlebenden angehört, sondern vielmehr deßhalb, weil dieser Theil specifische, staatsrechtliche Angelegenheiten der Juden weltgeschichtlich mitberührt. Ja, man kann mit gewissem Rechte sagen, daß die Juden Deutschlands sich in den gedenkvollen und ereignißvollen Jahren 1813, 14 und 15 ihre Obarta der Emancipation erstritten haben, die seitdem ihnen niemals wieder ganz genommen werden konnte. Deßhalb war auch diese Erinnerung an den hochfluthenden Wellengang der Weltgeschichte vor 50 Jahren die am lebhaftesten in dem Busen der Versammlung wachgerufene, ohne deßhalb den dankbaren Gefühlen gegen Friedrich den Großen irgendwie Abbruch thun zu können. Denn gerade bei den Juden

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