Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 8 (25.2.1863)
- Date
- 1863-02-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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9S Durch Jakob Einstein in Kleinerdlingen auf einer Reise in Heidenheim gesammelt 17 fl.; von ihm selbst bei einer andern Gelegenheit 50 kr. — Nathan Frank in Esthenfeld 3 fl. 30 kr. Zeitungsnachrichten n. CsrresponUrvM. Deutschland. Hamburg, 10. Febr. Ein äußerst, besonders des Princips halber, interessanter Fall, liegt unserer Bürgerschaft vor. Ein Herr vr. Wohlwill, der ursprünglich Jude, bat um Aufnahme als Bürger, mit der Bedingung, daß er sich keiner Gemeinde anschließen wolle, weder der christl. noch der jüdischen. Da ihm die Aufnahme unter solchen Bedingungen von der Wedde verweigert ward, so stellte ein Mitglied der Bürgerschaft an dieselbe zu dessen Gunsten den Antrag, dieselbe möge beschließen, dem vr. Wohlwill sei dennoch die Aufnahme zu gewähren. Man ist auf den Beschluß sehr gespannt, da derselbe jedenfalls von großer Tragweite ist. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus Böhmen, den 12. Febr. In Nro. 5 des „Israelit" fordert ein Correspondent aus Wien die Beschneider des österreichischen Kaiserstaates*) auf, gegen die Redaktion der Neuzeit eine Jnjurienklage anhängig zu machen, weil diese in Nro. 4 d. I. die Behauptung aufstellt: „Orthodoxe sollen durchaus nicht zum Unterrichte (in der Beschneidung) zugelassen werden, weil diese keine Gefahr scheuen und unter allen individuellen Verhältnissen jede sanitäre Rücksicht einsichtslos unbeachtet lassen." Obwohl wir den religiösen Eifer des Herrn Correspondenten zu würdigen wissen, möchten wir doch die Beschneider von der Anhängigmachung einer gerichtlichen Klage, lieber ab, als zurathen. Abgesehen davon daß das Darum, welches die Neuzeit, als Ursache der Nichtzulassung der Orthodoxen angibt, nicht stichhaltig, ein leeres nichtssagendes Geschwätz, einer Widerlegung nicht würdig ist, haben die Beschneider nicht Ursache gegen die Redaktion klagbar aufzutreten; denn sie wollte nach unserem Dafürhalten nichts Ehrenrühriges gegen die Beschneider Vorbringen, ihr ist es nicht um die Beschneider, sondern um den Beschneidungsakt zu thun. Ihre Berechnung ist folgende: gelingt es uns mit unserem Amendement durchzudringen, daß die Orthodoxen zur Vornahme einer Beschneidung gesetzlich nicht zuzulassen sind, um wie viel leichter wird es uns sein, dahin zu wirken, daß kein Reformer Operateur werden wird, da diese bekanntlich nmQ Qwb nichts thun. Das Facit wäre nach dieser Betrachtung für die Redaktion ein überaus günstiges. Der Orthodoxe darf nicht, der Reformer will nicht, demnach muß die Beschneidung aus Mangel an Beschneidern von selbst aufhören O'V'ri "X prr n Kaxisnti sat. — Vollkommen einverstanden sind wir mit den Schlußworten des Herrn Corresp., daß es einmal an der Zeit ist, gegen solche Ausschreitungen energisch aufzutreten; nur soll dies nicht von den orthodoxen Rabbinen des österreichischen Staates, sondern von denen der gesammten Judenheit ausgehen. Sie haben darüber zu wachen, daß der den Gott schon vor beinahe 4000 Jahren mit dem Erzvater Abraham geschlossen, und der zu allen Zeiten als ein heiliger galt, auch in der Neuzeit nicht gelockert werde, da er ein Obw rv-r ist; ihre Obliegenheit muß es sein, die Anhänger der Orthodoxie vor jeder Verunglimpfung zu wahren; ihnen kommt es zu die Thora .-iwQ von jedem Verdachte zu reinigen; Sache der Rabbinen also ist, der Redaktion der Neuzeit, die sich zuweilen in den Mantel der Orthodoxie hüllt, um unter dieser Decke für die Reform zu werben, die Larve herunterzerreißen; ob dieses Entlarven gerichtlich oder außergerichtlich geschehen soll, hierüber haben die ehrwürdigen Herren Rabbinen zu entscheiden. Wir wollen hiemit nur darauf aufmerksam machen, daß das Verleumden der Beschneider eine passende Gelegenheit zum Einschreiten bietet. 8.r.